Aktuelles 31. Juli 2018 · ST/HO

"Die Kinder sollen einen schönen Tag haben"

Melanie Ehnert (35) ist seit über 13 Jahren bei FRÖBEL. Zuletzt leitete sie den FRÖBEL-Kindergarten Campus Kids, bevor sie im Dezember 2017 ein neues Haus in Berlin-Buch übernahm. Der Kindergarten ist der erste FRÖBEL-Kindergarten mit einem Angebot für Gastkinder.

Melanie Ehnert, Leiterin des FRÖBEL-Kindergartens Sonne, Mond und Sterne in Berlin-Buch

Frau Ehnert, was ist das Besondere am FRÖBEL-Kindergarten Sonne, Mond und Sterne?

Unser Haus ist ein betriebsnaher Kooperationskindergarten mit dem angrenzenden Helios Klinikum. Wir betreuen überwiegend Kinder von Angestellten des Krankenhauses, aber auch Kinder aus dem Sozialraum. Zusätzlich zum regulären Kindergartenbetrieb bieten wir bei uns eine Gastkindbetreuung an, d.h. wir nehmen bis zu 6 Kinder bei uns auf, deren Geschwister stationär im Krankenhaus untergebracht sind. So ermöglichen wir den Familien ein bisschen Entlastung. Die Familien müssen sich einfach nur auf der Station des Krankenhauses melden, Helios wendet sich dann an uns und ich lade die Eltern zu einem Erstgespräch bei uns ein.
Eine Eingewöhnung ist in solchen Fällen natürlich meist nicht im gewöhnlichen Stil möglich und erfordert deshalb ein ganz besonderes Feingefühl meines Teams. Die Kinder können von 9-16 Uhr bei uns bleiben, essen gemeinsam mit uns und werden auch ansonsten voll in unseren Alltag integriert. Es ist uns wichtig, dass die Gastkinder nicht unter sich bleiben, sondern auch mit den anderen Kindern spielen, lachen und ihre Sorgen mal vergessen können. Die Kinder können so lange bei uns bleiben, wie das Geschwisterkind in der Klinik bleiben muss.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit als Leiterin?

Mir gefällt die Vielfältigkeit meines Jobs. Momentan genieße ich es gerade wieder, etwas mehr in den Gruppen zu sein und diese Strukturen wieder miterleben zu dürfen. Meine heimliche Leidenschaft gilt aber der Entwicklung von Konzepten – das ist etwas, das mir wirklich Spaß macht. Gemeinsam mit meinem Team ein Konzept so gut auszuarbeiten und zu entwickeln, dass die Kinder am Ende einen schönen Tag haben, das ist meine Motivation. Es ist unheimlich bereichernd zu merken, an welchen Stellschrauben wir vielleicht drehen müssen, um die Kinder und Eltern gut zu erreichen und dann auch an schwierigen Tagen aus diesen Erfolgserlebnissen zu zehren.
Perspektivisch wollen wir noch besser auf die besondere Arbeitssituation der Angestellten der Klinik eingehen und eine 24-Stunden-Betreuung, passend zum Schichtsystem der meisten Klinik-Angestellten, anbieten. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Kinder 24 Stunden am Stück bei uns betreut werden, sondern im Rahmen der üblichen vertraglich festgelegten Betreuungszeit. 

Sie haben ja schon viel erreicht in Ihrem Berufsleben. Haben Sie trotzdem noch Ziele bei FRÖBEL?

Ja, definitiv! Die werde ich auch immer haben. Momentan fühle ich mich sehr wohl und aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass FRÖBEL ein sehr moderner Arbeitgeber ist, man Wege oft gemeinsam geht und der Träger immer wertvolle Impulse setzt. Ich möchte den Fokus auf die Gesundheit und Achtsamkeit meines Teams legen. Stress ist meiner Erfahrung nach nämlich einer der größten Gesundheitskiller überhaupt und sorgt unter Umständen dafür, dass der positive Blick auf das Kind verloren geht und das Wohl des Kindes nicht mehr an erster Stelle steht. Unsere Teamsitzungen beginne ich jetzt zum Beispiel immer mit einer Entspannungsübung und auch sonst möchte ich es schaffen, die Vorgaben des Trägers möglichst in einem gesunden und stressfreien Rahmen für mein Team umzusetzen.

Was wünschen Sie sich für die frühe Bildung in Deutschland?

Ich wünsche mir, dass die Ausbildung der Fachkräfte an unsere heutige Gesellschaft, an unsere heutige Zeit angepasst wird. Dass die Schulen genauso wandlungsfähig und flexibel sind, wie FRÖBEL als Träger. Ich merke immer mehr, dass Fachkräfte, die ganz frisch von den Ausbildungsstätten kommen, gar kein richtiges Gespür mehr für die Kinder haben. Dass sie zum Beispiel das Weinen eines Kindes gar nicht richtig einschätzen können. Im Alltag bleibt oft keine Zeit, neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch einmal von der Pike auf alles zu zeigen. Das Grundgerüst der Ausbildung muss meiner Meinung nach einfach noch mehr auf den Bedürfnissen des Kindes basieren, noch praktischer werden.

Dann setzen Sie sicher große Hoffnungen in die neu gegründete FRÖBEL Akademie?

Ja, wenn das Konzept Fuß fassen würde, wäre das großartig! Direkt am Lernort Praxis auszubilden ist für mich unabdinglich und in meinen Augen die beste Grundlage für ein gutes frühkindliches Bildungssystem bei uns. Ich erhoffe mir einen engen Austausch mit der Akademie, so dass die Lerninhalte auch an unsere Anforderungen in der Kita angepasst werden. Der große Vorteil ist, dass die bei FRÖBEL relevanten Schwerpunkte bereits während der Ausbildung behandelt werden und von den Studierenden bei ihrem Start in den Beruf bereits verinnerlicht wurden. Ich selbst habe auch einen Mitarbeiter, der Schüler der Akademie wird, und ich freue mich darauf, seine Ausbildung gemeinsam mit den Akademie-Verantwortlichen zu begleiten.

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