Aktuelles · Politik und Gesellschaft · Pressemitteilung 21. September 2017 · bt

FRÖBEL und AWO fordern realistische Haushaltsplanung für lange Betreuungszeiten

Potsdamer Kita-Träger unterstützen Forderung der SPD-Bundestagskandidatin Dr. Manja Schüle nach einer verbindlichen Haushaltsplanung

FRÖBEL unterstützt mit weiteren Potsdamer Kitaträger uneingeschränkt die Forderung der SPD-Bundestagskandidatin Dr. Manja Schüle nach einer schnellen und verlässlichen Regelung der Kitafinanzierung im Potsdamer Haushalt. Gemeinsam fordern die Träger eine rasche Klärung durch den Oberbürgermeister Jann Jakobs und Mike Schubert, den Beigeordneten für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung der Stadt Potsdam. Schubert hatte in den vergangenen Monaten Krisengespräche mit den Betriebsräten und Trägern konstruktiv begleitet.

„Jetzt ist Zeit zu handeln und die Finanzierung der zusätzlichen Betreuungsstunden verlässlich zu regeln. Die Stadt muss spätestens im Dezember beschließen, wie die zusätzliche Mittel verwendet werden“, fasst Angela Schweers, Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverband Potsdam e. V., die Forderung der Träger zusammen.

In der vergangenen Woche hatte Jakobs angekündigt, zukünftig bei der Refinanzierung der Stunden für lange Betreuungsverträge mit bis zu 4,5 Millionen Euro zusätzlich in Vorleistung zu gehen. Damit kommt die Stadt endlich ihrer Verpflichtung nach, dafür zu sorgen, dass unabhängig von der Betreuungsdauer der vom Land festgelegte Personalschlüssel eingehalten werden kann. Ein von der Stadt beauftragtes Rechtsgutachten sollte klären, ob Land oder Kommune für die Mittel aufkommen muss.

„Um die Situation in den Kitas spürbar zu verbessern, müssen die langen Betreuungszeiten dort finanziert werden, wo sie anfallen“, so Stefan Spieker, Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH. „Eine Einrichtung mit vielen langen Verträgen erhält mehr, eine Einrichtung mit weniger Verträgen entsprechend weniger. Der Rechtsanspruch der Eltern auf eine Betreuung bis zu 10 Stunden ist im Gesetz klar definiert. Die Finanzierung dieser von den Trägern angebotenen Betreuung ist zu gewährleisten, so lesen jedenfalls unsere Juristen das von der Stadt vorgelegte Gutachten“, so Spieker weiter.

Bisher werden nur Betreuungszeiten bis zu 6,5 Stunden pro Kind finanziert. 40 Prozent der Kinder in Potsdam aber haben einen Rechtsanspruch auf mehr als 8 Stunden Betreuung. Für die Betreuung darüber hinaus ist kein zusätzliches Personal da. Die Betreuung kann nur über die Ausdünnung des ohnehin knappen Personals organisiert werden, welches dann noch über die langen Öffnungszeiten verteilt werden muss. „Wir können die Kinder nicht einfach nach sechseinhalb Stunden in die Ecke setzen und nicht mehr betreuen – bisher geht das alles zu Lasten der Kinder und der Mitarbeiter“, erklärt Sabine Walkhoff-Reichel, die in Potsdam-Drewitz eine FRÖBEL-Kita mit 236 Kindern leitet.

Foto: Potsdamer FRÖBEL-Kindergarten Am Filmpark. FRÖBEL betreibt in Potsdam 9 Kindergärten und Horte.

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