Aktuelles · Politik und Gesellschaft 05. Juni 2019 · HO

Klischeefreie Vielfalt in Kitas: Familie ist, wo Kinder sind!

Unterschiedliche Familienmodelle sind für viele Kinder längst Lebensrealität - umso wichtiger, dass die Familien der Kinder in der Kita gleichermaßen wahrgenommen und wertgeschätzt werden.

Kinder im Berliner FRÖBEL-Kindergarten Highdechsen (Fotografin: Bettina Straub)

Als Bildungseinrichtungen, die allen Kindern und Familien offenstehen, sind Kindertageseinrichtungen Orte gelebter Vielfalt. Kinder lernen hier bereits im Krippenalter Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Religion, Sprache oder sexueller Identität kennen. Sie erfahren außerdem, dass ihre Freundinnen und Freunde andere Familien haben als sie selbst und nehmen dies zunächst wertfrei wahr.

Erzieherinnen und Erzieher haben die große Chance, bei Kindern frühzeitig ein Bewusstsein für existierende Klischees zu wecken, diese zu hinterfragen und aufzubrechen. Josephine Pecher, Koordinatorin im FRÖBEL-Kindergarten im Bundesministerium für Bildung und Forschung, ist es wichtig, Kindern unterschiedliche Familienmodelle nahe zu bringen: "Die Familienform - Vater, Mutter, Kinder" - hat als einziges Familienmodell ausgedient. Im Kitaalltag begegnen sich viele verschiedene Familien, von der Ein-Eltern-Familie über Patchwork- und Regenbogenfamilie bis hin zur Großfamilie mit Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen. In unserem Kindergarten erfährt jede Familie gleichermaßen Zuspruch und Unterstützung."

"Die eigene Familie ist für Kinder von allergrößter Bedeutung. Ihre Familie ist für sie gelebte Normalität, sie ist ihre Lebenswelt Nummer eins. Jedes Kind bringt ein ganz persönliches Bild von Familie mit in die Kita. Es ist unsere Aufgabe diese Diversität in der Kita zum Thema zu machen und gleichberechtigt zur Geltung zu bringen. Eine ausgeprägte Sensibilität der pädagogischen Fachkräfte und ein geschulter Blick für Details sind dabei wichtig, um gängige Klischees nicht zu reproduzieren, sondern Heterogenität als Realität zu begegnen.", sagt Jule Marx, Pädagogische Leiterin von FRÖBEL.

"Familie" schließt die engsten Bezugspersonen von Kindern ein, unabhängig von einem direkten Verwandtschaftsverhältnis oder dem formalen Sorgerecht. Kita als Institution kann diese Perspektive beispielsweise unterstützen, indem pädagogische Fachkräfte Kinderbücher, in denen Diversity selbstverständlich ist, in der Praxis einsetzen (eine Auswahl gibt es unter www.paedagogikblog.de). Sehr empfehlenswert ist auch das "Familienspiel" (Verlag das Netz).

Diskriminierung geschieht häufig unbeabsichtigt. FRÖBEL unterstützt pädagogische Fachkräfte unter anderem mit Seminaren dabei, ihre moderne Sichtweise auf Diversität weiterzuentwickeln und zu stärken, damit sich alle Familien in FRÖBEL-Einrichtungen angenommen und willkommen fühlen.

Video: "Familie ist...Hauptsache Liebe!"

Josephine Pecher ist Koordinatorin für Qualitätsentwicklung im FRÖBEL-Kindergarten im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Dieser Film ist ein Ausschnitt aus der Multimedia-Reportage "Klischeefreie Vielfalt in Kitas – Fang doch klein an!", einsehbar unter www.klischeefreie-vielfalt.de.

© Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas" 2019

Bundesweiter Aktionstag "Klischeefreie Vielfalt in Kitas"

Um Kindertageseinrichtungen als Orte gelebter Vielfalt und gute Praxisbeispiele in der frühen Bildung besser sichtbar zu machen, findet am 5. Juni 2019 ein bundesweiter Aktionstag "Klischeefreie Vielfalt in Kitas" statt. Das Bündnis wurde initiiert von der Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas". FRÖBEL ist offizieller Bündnispartner. 

www.chance-quereinstieg.de/aktionstag

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