25 Jahre FRÖBEL 03. Juni 2015

Man ist, was man isst

Stephan Keitel berichtet über die schärfsten Küchenkritiker*innen der Welt und seine Tätigkeit als Koch bei FRÖBEL

Koch Stephan Keitel beim Fasching 1995 im FRÖBEL-Kindergarten "Traumzauberbaum"

Kinder sind die ehrlichsten Kritiker*innen: Wenn die sagen „es schmeckt nicht“, dann weiß man, was Sache ist! Ich war von 1996 bis 2012 Koch im FRÖBEL-Kindergarten „Traumzauberbaum“ in Berlin Mitte. Das Schönste an meiner Tätigkeit dort war, täglich persönlich nachfragen zu können, ob den Kindern mein Essen geschmeckt hat und sie zum Probieren neuer Speisen zu motivieren. Der Kenntnisstand über gesunde Lebensmittel war bei den einzelnen Kindern teilweise sehr unterschiedlich. Das hat nicht verwundert, wenn man einen Blick in ihre Frühstücksdosen geworfen hat: Einige Kinder hatten liebevoll gemachte Stullen, Vollwertkost mit Obst und Gemüse. Andere wiederum – und das waren leider gar nicht so wenige Kinder – kamen morgens mit völlig überzuckerten Fertigprodukten oder im besten Fall mit einer noch in Zellophan eingepackten Gurke. Wie soll ein Kind die alleine auspacken, schälen und essen?

2006 haben wir dann gemeinsam mit der damaligen Berliner Geschäftsführerin Gabriele Scholz-Sikojev die Vollverpflegung bei FRÖBEL eingeführt, um allen Kindern die gleichen Startbedingungen in den Tag zu geben. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass Kinder und Eltern sich morgens die Zeit sparen konnten, eine Brotmahlzeit vorzubereiten, sondern war auch gut für uns: Zum einen gab es unter den Kindern dann endlich keinen „Futterneid“ mehr. Wir hatten weniger Arbeit, jede Dose einzeln zu öffnen und zu überprüfen, ob das Kind das Mitgebrachte auch alleine essen kann. Es gab weniger Müllberge am Ende der Vesper und wir mussten auch nicht überlegen, wohin mit den ganzen Brotdosen. Eine klassische win-win-Situation!

Aber ganz gleich, ob ich als Koch in der Kita stehe oder als Küchenkoordinator in der Geschäftsstelle arbeite; eine Sache bleibt immer gleich: Morgens begrüße ich alle Kolleginnen und Kollegen mit einem kurzen Plausch, trinke meine Tasse Kaffee und starte dann in den Tag! Außerdem ist es ein schönes Gefühl, eine große Verantwortung für die Kinder übernehmen zu können, in dem man direkten Einfluss auf ihre gute Ernährung hat.

Stephan Keitel ist heute Küchenkoordinator und Vorsitzender des Konzernbetriebsrats bei FRÖBEL.

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