Aktuelles · Menschen bei FRÖBEL 29. Juli 2019 · jmei/sl

Menschen bei FRÖBEL

Robert Kapa ist Koch im FRÖBEL-Kindergarten Fröbelspatzen. Er war einer von 19 Teilnehmenden beim FRÖBEL-Lab „Mahlzeiten und Ernährung in der Kita - Bildungsmomente gemeinsam gestalten“ in Berlin. Im Gespräch erzählt er uns, was ihn an dem Thema begeistert und was die Lab-Teilnahme bewirkt hat.

Herr Kapa, warum ist das Thema Mahlzeiten und Ernährung im Kindergarten wichtig?

Wir haben in Deutschland das große Glück, ein Überangebot an Nahrungsmitteln zu haben. Noch nie war es so leicht, sich gesund zu ernähren. Dennoch sieht die Realität einiger Familien und somit der Kinder anders aus. Es ist nicht selbstverständlich, dass jede Familie frisches Essen zubereitet und sich somit gesund und ausgewogen ernährt. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Kinder, die unsere Kita besuchen, kommen morgens mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zu uns. Darum ist es umso wichtiger, täglich in den Einrichtungen zum Frühstück, zu den Obst- und Gemüsepausen, zum Mittagessen und zur Vesper ernährungsphysiologisch optimierte Kost auf Basis der aktuellen DGE-Ernährungsstandards anzubieten.

Welche besondere Erkenntnis haben Sie im Lab gewonnen? Was war Ihr persönliches „Highlight“?

Mich hat der Vortrag des Referenten von „Querfeld“ inspiriert und nachhaltig beschäftigt. Querfeld ist ein Start-up, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Bio-Obst und -Gemüse zu vermarkten, welches durch EU-Regularien und ein verzerrtes Ästhetik-Empfinden nicht den Weg in den Handel findet. Das betrifft 30 Prozent der Ernte, die aus diesen Gründen aussortiert wird.

Jährlich werden damit 18 Mio. Tonnen Gemüse verschwendet, das sind ca. 450.000 LKW-Ladungen. Diesem Wahnsinn wollen wir durch Aufklärung entgegenwirken und den Kindern die Lebensmittel so vorstellen, wie sie wirklich aussehen. Dadurch „retten“ wir in unserer Kita jede Woche ca. 50 kg vollwertiges Obst und Gemüse.  

Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung in der Praxis?

Es gibt viele tolle Ideen und Möglichkeiten, das Thema in der Kita umzusetzen. Die größte Herausforderung sind sicherlich die personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Daher sollte man sich im Vorfeld ein gutes Konzept und einen Budgetplan erstellen. Meistens ist es hilfreich, in kleinen Schritten zu denken und vorzugehen. Folgende Fragen helfen in der Planung: Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die sich auch für das Thema interessieren und motiviert sind, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen? Wie steht die Kita-Leitung zu dem angedachten Projekt? Wie kann ich selbst die Zeit dafür aufbringen, um mich einem neuen Projekt zu widmen?

Was nehmen Sie aus dem Lab in Ihre Praxis mit? Was wollen Sie umsetzen?

Die Auswahl an Themen und Möglichkeiten ist enorm groß. Ich habe viele Ideen gewonnen. Aber mein Hauptanliegen ist es, gute Lebensmittel zu retten und vor allem die Kinder für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Natürlich möchte ich auch das pädagogische Team in unserer Kita begeistern, dabei mitzumachen und mit den Kindern Projekte dazu zu machen.

Außerdem hat unser Kindergarten sich dazu entschieden, gemeinsam mit der GemüseAckerdemie einen Acker in der Palisadenstraße anzulegen, den wir mit den Kindern bewirtschaften.

 

Weitere Stimmen zum FRÖBEL-Lab Mahlzeiten und Ernährung

„In meiner Workshop-Gruppe verfolgten wir den Themenbereich „Nachhaltigkeit“, was mich in meinem pädagogischen Handeln positiv bestärkt hat. In kleinen Schritten werde ich meine selbst gesteckten Ziele weiterverfolgen. In unserem Haus haben wir bereits einen Arbeitskreis zu diesem Themenschwerpunkt entwickelt und werden nun einzelne Themen, wie beispielsweise die Aufstellung des Essensplans und die Beschaffung der Lebensmittel, optimieren.“ (Sarah Giesen, Multiplikatorin für Mahlzeiten und Ernährung)

„Es war besonders schön zu beobachten, dass sich ein solides Netzwerk zu diesem Thema herausgebildet hat. Es kam eine motivierte Gruppe zusammen, die immer noch in Kontakt steht und nun gemeinsam und deutschlandweit versucht, das Thema Ernährung noch intensiver in den pädagogischen Alltag einzupflegen. Für unsere Einrichtung ist es erst einmal wichtig, kleine Ziele zu verfolgen und diese gemeinschaftlich umzusetzen. Partizipation soll in den nächsten Monaten für uns besonders im Fokus stehen, damit die Kinder sowohl bei der Speiseplangestaltung als auch bei der tatsächlichen Bewertung des Essens mehr Mitspracherecht erlangen. Die neue Küchen-AG soll dazu beitragen.“ (Benjamin Schmidt, Erzieher)

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