Aktuelles 30. November 2018 · TW/HO

Menschen bei FRÖBEL

Theresia Wollnitz (31) ist seit August 2018 Referentin im Stabsbereich Internationales und kümmert sich um den länderübergreifenden fachlichen Austausch bei FRÖBEL. Für einen Kitaträger ist so viel internationales Engagement ziemlich einzigartig. Warum leistet FRÖBEL sich das?

Frau Wollnitz, Sie arbeiten seit Jahren in verschiedenen Funktionen bei FRÖBEL – beschreiben Sie uns kurz Ihren Weg?

Nach meinem Studium der Kindheitspädagogik habe ich zunächst für einige Jahre beim Evangelischen Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord als pädagogische Fachkraft und anschließend Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet. Mit meinem Abschluss des Masters in Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik wollte ich gern Berufserfahrung im internationalen Kontext der Frühpädagogik sammeln. FROEBEL Australia hat mir die Gelegenheit gegeben, zuerst in Sydney zu arbeiten und anschließend das erste FROEBEL Early Learning Centre in Melbourne mit aufzubauen. Durch diese Tätigkeit konnte ich lernen, wie interkulturelle Teams und Familien gut miteinander arbeiten können, wie Qualitätsstandards aus unterschiedlicher Perspektive definiert und reflektiert werden und was es bedeutet, als pädagogische Fachkraft in einem fremdsprachigen Land zu arbeiten. Nach fast vier Jahren bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und habe die Leitung des Forschungskindergartens der Max-Planck-Gesellschaft übernommen. Mit dieser Aufgabe konnte ich meine Leidenschaft für die Gestaltung pädagogischer Prozesse mit meinem Interesse für Forschungsthemen im frühpädagogischen Bereich verbinden. Mich hat das Interesse am internationalen Austausch nie losgelassen, und so arbeite ich seit Sommer dieses Jahres im Stabsbereich Internationales.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

FRÖBEL erhält zunehmend internationale Anfragen von Fach- und Führungskräften sowie Investoren ausländischer Kitaträger. Besonderes Interesse gilt unserem Namensgeber Friedrich Fröbel, aber auch den Rahmenbedingungen der Frühpädagogik in Deutschland sowie konzeptionellen Schwerpunkten, wie Naturpädagogik, bilinguale Bildung und Erziehung oder Offene Pädagogik. FRÖBEL reagiert darauf mit vielfältigem Engagement, um die deutsche Frühpädagogik international sichtbarer zu machen. Wir bekommen immer wieder gespiegelt, dass die deutsche Frühpädagogik international einen sehr guten Ruf hat, sich jedoch bedauerlicherweise wenig repräsentiert.
Bei FRÖBEL engagiere ich mich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen für fachlichen Austausch im internationalen Kontext. Meine Aufgaben sind u.a. die Betreuung des Besuchs- und Weiterbildungsprogramms für internationale Gäste, die Koordination und Betreuung des Fachkräfteaustausches von FRÖBEL-Mitarbeiter*innen zwischen Deutschland und Polen, der Aufbau von internationalen Kontakten für unser Forschungs- und Hochschulnetzwerk sowie die Mitarbeit an verschiedenen internationalen Projekten. Durch meinen mehrjährigen Arbeitsaufenthalt in Australien ist mir zudem ein regelmäßiger Austausch und ein Voneinander-Lernen mit unseren Kindergärten in Polen und Australien ein großes Anliegen.

Was haben die FRÖBEL-Kindergärten davon, wenn sie internationale Gäste empfangen? Im Kindergartenalltag kann das ja auch auch eine zusätzliche Belastung bedeuten... 

…es kann jedoch auch als Chance wahrgenommen werden, sein Haus und die Einrichtungskonzeption vorzustellen und in einen interkulturellen Austausch zu pädagogischen und konzeptionellen Fragen zu gehen. Bei der Vorbereitung der Besuche in den Einrichtungen ist es mir wichtig, die Rahmenbedingungen wie die Größe der Gruppe, Uhrzeit und die individuelle Situation in der Kita eng mit den Einrichtungsleitungen abzustimmen. Die Rückmeldung geben uns recht, die Teams gehen demnach gern in den Austausch. Begleitend zu den Besuchen in unseren Kitas und anschließenden Gesprächs- und Diskussionsrunden mit unseren Leitungen bieten wir den Besucher*innen immer auch ein Weiterbildungsprogramm zu Fragen der Frühpädagogik in Deutschland, der Vorstellung unseres Trägers und unterschiedlichen Schwerpunkten, wie beispielsweise Naturpädagogik oder bilinguale Erziehung an. Für uns als Träger sind diese Programme eine Chance, interkulturelle Kompetenzen zu stärken und bei gegenseitigem Interesse fortführende gemeinsame Projekte zu realisieren.

FRÖBEL ermöglicht eigenen pädagogischen Fachkräften aus Deutschland Berufserfahrung in FRÖBEL-Häusern in Polen und Australien zu sammeln. Wer kommt für einen Arbeitsaufenthalt im Ausland in Frage? 

FRÖBEL bietet für FRÖBEL-Mitarbeitende Austausch- und Traineeprogramme zwischen den Ländern Deutschland und Polen sowie Arbeitsaufenthalte in Australien an. Die Voraussetzungen für einen Auslandsaufenthalt für FRÖBEL-Mitarbeiter*innen aus Deutschland sind ganz unterschiedlich (mehr Informationen finden Interessierte hier: www.froebel-gruppe.de/ab-ins-ausland). 

Warum lohnt sich dieser Austausch für die Fachkraft sowie den Kindergarten, der immerhin temporär auf eine Kraft verzichten muss?

Durch meine berufliche Erfahrung in Deutschland und in Australien sehe ich ein großes Potential, von dem jede einzelne Fachkraft, die beteiligten Einrichtungen, aber auch FRÖBEL als Träger profitieren können. In einem Land ist gegebenenfalls das Fort- und Weiterbildungsangebot für (pädagogische) Fachkräfte weiter fortentwickelt, in einem anderen Land die Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden. Der Einblick in unterschiedliche Arbeitsweisen, gesetzliche Rahmenbedingungen, Definitionen von Qualitätsstandards und das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen (bspw. „the Native Speaker“) helfen uns, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, die eigene Arbeit zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Fachkräfte, die einen Arbeitsaufenthalt in einem anderen Land erlebt haben, können Impulse, Ideen und Anregungen in die eigene Einrichtung zurückbringen – sowie Reflexionsprozesse in der besuchten Einrichtung anregen. Ich freue mich sehr, Teil dieses Aufgabenbereiches bei FRÖBEL sein zu dürfen!

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