Aktuelles · Sprach- & Leseförderung 19. September 2018 · HO

Natürliche Freiräume erobern: Kinder lieben Wald!

Bewegung, frische Luft, Sprachförderung und interkulturelle Spielsettings - das alles können Ausflüge in Wald und Natur ermöglichen. Ein Beitrag im Rahmen der Themenwoche zum Weltkindertag 2018.

Waldausflug der Kinder im FRÖBEL-Kindergarten Highdechsen

Klettern, rutschen, schaukeln und balancieren - das können Kinder auf den Spielplätzen von Kindergärten oder in Parks. Doch die Gestaltung ist oft wenig naturnah, und die Bewegungsmöglichkeiten sind durch die Spielgeräte vorgegeben.

Wald und Natur bieten Kindern jedoch eine viel größere Vielfalt an Formen, Oberflächen, Farben und Gerüchen und damit eine ganz besondere Lernumgebung. Es gibt kein Klettergerüst und keine Rutsche, dafür aber Baumwurzeln und Baumstämme, die zum Klettern und Balancieren einladen. Zwischen kleinen Bäumen lässt sich eine Höhle bauen, aus der im Spiel auch eine Feuerwache entstehen kann, Stöcke werden zu Feuerwehrschläuchen.

Durch unzählige Möglichkeiten zur Bewegung unterstützt die natürliche Umgebung die motorische Entwicklung von Kindern und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Die Erfahrung, zum ersten Mal ganz allein eine alte Baumwurzel erklommen zu haben, ist für viele Kinder, besonders Kinder in der Stadt, etwas ganz Besonderes. Die Kinder im Leipziger FRÖBEL-Kindergarten Waldkindergarten können sich fast täglich im Wald ausprobieren. Aber auch viele FRÖBEL-Kindergärten, die nicht unbedingt naturnah gelegen sind, bieten Waldtage, Waldwochen oder Waldgruppen an, um allen Kindern regelmäßig Naturerlebnisse zu ermöglichen. 

Dass Waldausflüge noch sehr viel mehr als Bewegung im Freien leisten können, zeigt ein besonderes Projekt des FRÖBEL-Kindergartens Highdechsen in Berlin-Neukölln. Die Einrichtung wird von vielen Kindern mit unterschiedlichen Kulturen und nicht-deutschen Familiensprachen besucht. Wie aber können Kinder am besten im Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden, wenn im familiären Umfeld und im Kiez kaum Deutsch gesprochen wird? 

Das Team kam auf die Idee, sich mit anderen FRÖBEL-Kindergärten zu vernetzen, um gemeinsam Zeit zuverbringen, damit die Kinder ins Gespräch kommen und voneinander lernen. So wurde das Projekt "Interkulturelle Spielsettings als Möglichkeit Sprachen zu erleben und zu erlernen", gefördert von der Stiftung Parität und der Aktion Wald!, ins Leben gerufen.

In den vergangenen zwei Jahren spielten, forschten, kletterten, lasen und schnitzten die Kinder des FRÖBEL-Kindergartens Highdechsen ganzjährig bei gemeinsamen Ausflügen mit Kindern aus anderen FRÖBEL-Kindergärten. Der "Raum" für diese Treffen war immer in der Natur. Plätze in der Natur inspirieren zu Abenteuern und schaffen zahlreiche Sprachanlässe. Für die Kinder spielte es, so die Beobachtung des Teams, überhaupt keine Rolle, dass sie unterschiedlich gut Deutsch sprechen.

"Das Projekt bietet Kindern den Raum, sich in interkulturellen Spielsettings gegenseitig kennen zu lernen. Wir konnten beobachten, dass die Kinder neue Freundschaften schließen, wodurch auch Vorurteilen entgegen gewirkt wird. Der Wald bietet zum Entdecken und Erleben der Welt ganz andere Möglichkeiten als die Kindergärten mit ihren streng bemessenen Räumen. Gerade für unsere Kinder bedeuten Ausflüge ganz wörtlich die Eroberung neuer Räume - manche waren tatsächlich noch nie im Wald.", berichtet Yvonne Theis, Leiterin des FRÖBEL-Kindergartens Highdechsen. 

Die Kinder scheinen den "Freiraum Natur" sehr gerne anzunehmen. Gefragt, warum sie gern in den Wald gehen, antworteten FRÖBEL-Kinder: 

"Wir entdecken immer spannende Sachen und einen Hund haben wir auch beobachtet!" Amir, 5 Jahre

"Weil meine Irma dort ist und Elin. Hier sind schöne Bäume und hier fallen manchmal schöne Blätter runter." Alice, 4 Jahre

"Weil es hier so viel Neues zu entdecken gibt." Alfred, 6 Jahre

Mehr über die Bedeutung von Naturkontakt für Kinder und viele praktische Hinweise und Ideen für Ausflüge in die Natur finden Sie in unserem Themenheft:

"Rein in die Natur. Wald und Co. als Bildungs- und Erlebnisort für Kinder" (erschienen 2017; PDF, 1,5 MB)


Ausflug in den Wald mit FRÖBEL-Kindern

Weltkindertag 2018: "Kinder brauchen Freiräume"

Diese Veröffentlichung ist Teil unserer Themenwoche anlässlich des Weltkindertages. Das Motto des diesjährigen Weltkindertags am 20. September 2018 lautet "Kinder brauchen Freiräume". Damit rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland Bund, Länder und Kommunen dazu auf, mehr Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen.

In seinem Leitbild gibt FRÖBEL das Versprechen, die Rechte von Kindern und die Entfaltung ihrer Bildungschancen in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Rechte sind zentral für das Verständnis und das Handeln der pädagogischen Fachkräfte in allen FRÖBEL-Einrichtungen.

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