Aktuelles · Politik und Gesellschaft · Pressemitteilung 08. Februar 2018 · bs

Politikversagen wird auf Rücken der Beschäftigten ausgetragen

Der Landtag in Brandenburg hat am 1. Februar 2018 mit Mehrheit von Rot-Rot den Gesetzentwurf zum „Kindertagesstättenanpassungsgesetz“ abgelehnt. Dieser sollte durch die Einführung einer dritten Betreuungsstufe endlich die Finanzierung der Betreuungszeiten an den schon lange vorgesehenen gesetzlichen Standard anpassen. Stefan Spieker, Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH ist enttäuscht: „An die Betreuung der uns anvertrauten Kinder stellen wir höchste Ansprüche. Das derzeitige Kitagesetz definiert einen Personalschlüssel. Durch die langen Verträge wird dieser de facto aber nicht eingehalten und bietet für die definierten gesetzlichen Standards keine finanzielle Grundlage.“ 

Im Land Brandenburg werden mehr als zwei Drittel der Kinder bis zu zehn Stunden betreut. Tatsächlich finanziert werden jedoch nur 7,5 Stunden. „Aktuell muss das vorhandene Personal über die längeren Betreuungszeiten verteilt werden. Das hat Auswirkungen auf das Betreuungsverhältnis und nicht zuletzt auf die Qualität der Arbeit“, so Spieker weiter.

Allein in der Landeshauptstadt haben im Jahr 2013 Erzieherinnen und Erzieher im Krippenbereich fast 300.000 Betreuungsstunden für abgeschlossene lange Betreuungsverträge übernommen, die nicht durch zusätzliche Stunden abgedeckt waren. Im Kindergartenbereich waren es mehr als 514.000 Stunden ohne entsprechende Stundenhinterlegung. 

Aktuell wird das Versagen der Politik auf dem Rücken unserer Beschäftigten ausgetragen. Wenn es hier keine Nachbesserungen gibt, werden wir den nachvollziehbaren Forderungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachkommen und die Betreuungszeiten an die tatsächliche Finanzierung anpassen“, so Spieker abschließend.  

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