Aktuelles · Pressemitteilung · Politik und Gesellschaft · Kampagne Kitagesetz 2018 30. Mai 2018 · BS

Pressemitteilung: Ein Drittel der Brandenburger Kinder benötigt lange Betreuung

Kita-Umfrage bestätigt Forderung der Träger

Potsdam. Durchschnittlich werden im Land Brandenburg über 30 Prozent der Kinder länger als 7,5 Stunden betreut. In einzelnen Kommunen sind es sogar über 50 Prozent. Das bestätigt die aktuelle Online-Erhebung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Brandenburg aus dem April 2018. In dem kurzen Erhebungszeitraum konnten die Daten von 430 Einrichtungen (23,1 Prozent aller brandenburgischen Kindertagesstätten) und 34.419 Kindern im Alter von 0 Jahren bis Schuleintritt (19,87 Prozent aller brandenburgischen Kinder, die eine Kindertagesstätte besuchen) erfasst werden. 

Nur 7,7 Prozent der Einrichtungen, die sich an der Umfrage beteiligten, gaben an, dass das Personal für die Betreuungszeiten über 7,5 Stunden in 2017 finanziert wurde. Das liegt am Brandenburgischen Kitagesetz, dass nicht die aktuelle Lebenswirklichkeit der Familien berücksichtigt. Seit 2014 sind die Betreuungsbedarfe der Kinder, insbesondere durch den Anstieg der Erwerbstätigenzahlen deutlich gewachsen (siehe Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 18.03.2018). 

Andreas Kaczynski, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, fordert: „Eltern, die Familie und Beruf vereinbaren wollen, benötigen meist über 7,5 Stunden Betreuung für ihr Kind. In den Kindertageseinrichtungen muss das dafür notwendige Personal finanziert werden!“

Der Brandenburgische Landtag beschließt am 30. März 2018 eine Änderung des Kitagesetzes zum Einstieg in die Elternbeitragsfreiheit. Eine Änderung des Kitagesetzes zur Ausfinanzierung des Personals ist jedoch nicht vorgesehen.  

„Kinder, die bis zu 10 Stunden betreut werden, haben den gleichen Rechtsanspruch auf gute Bildung und Betreuung. Das ist jedoch nur mit entsprechendem Personal möglich. Nur so kann eine gute Betreuung und frühkindliche Bildung über den gesamten Betreuungszeitraum gesichert werden“, betont FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker.  

Um dafür einzustehen, versammeln sich (zukünftige) pädagogische Fachkräfte, Kinder, Eltern, Großeltern und Vertreter*innen der Gewerkschaften, sowie Vertreter des AWO Bezirksverbandes Potsdam, der Caritas, des Deutschen Roten Kreuzes, der Diakonie, des Paritätischen Landesverbands Brandenburg und FRÖBEL am Mittwoch, den 30. Mai 2018, von 08:00 – 11:00 Uhr zur Protestaktion vor dem Landtag, um ihre Forderungen gegenüber der Landespolitik zum Ausdruck zu bringen:

Wir brauchen für alle Kindertagesstätten im Land Brandenburg schnellstens gesetzliche Regelungen für eine angemessene Personalausstattung und die Finanzierung für Betreuungszeiten über 8 Stunden durch Land und Kommunen! Jedes Kind in Brandenburger Kitas hat das Recht auf gute Bildung und Betreuung!


Ansprechpartnerin Presse:
Beatrice Strübing
Pressesprecherin bei FRÖBEL
Tel.: 030-21235 333
E-Mail: beatrice.struebing@froebel-gruppe.de 

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