Aktuelles · Pressemitteilung 05. April 2016 · The

Stellungnahme von FRÖBEL zu den laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst

FRÖBEL-Kindergärten sind von Warnstreiks am 5. April nicht betroffen - Refinanzierung von Tariferhöhungen muss auch für freie Träger gelten - Studienvorstellung am 26. April 2016 Stellungnahme von FRÖBEL zu den Warnsteiks in kommunalen und städtischen Kitas in den laufenden öffentlichen Tarifverhandlungen:

Berlin, 5. April 2016: Aktuell verhandeln die Gewerkschaften ver.di und GEW mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Eröhung von Löhnen und Gehältern um rund 6 Prozent. Die Arbeitgeberseite lehnt diese Forderung zur Zeit ab. Um den Druck zu erhöhen, gibt es heute halbtags Warnstreiks in vielen kommunalen und städtischen Kindertagesstätten.

FRÖBEL unterstützt - wie auch schon im vergangenen Jahr in Mantertarif-Verhandlungen - die Forderung nach einer Aufwertung des Erzieher*innenberufs ausdrücklich. Im Vergleich zu vielen anderen Berufsgruppen wird die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Verantwortung von Erzieherinnen und Erziehern für die frühkindliche Bildung und Erziehung u.a. bei der Eingruppierung noch nicht ausreichend gewürdigt. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FRÖBEL sind von dem Arbeitskampf im öffentlichen Dienst nicht betroffen, da für diese – wie bei vielen anderen überregionalen Trägern auch – ein mit der GEW abgeschlossener Haustarifvertrag gilt, der jährlich weiterentwickelt und angepasst wird.

"Wir bei FRÖBEL sind stolz darauf, dass bei diesem Tarifvertrag der Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein besonderer Stellenwert zukommt, die zu leistende mittelbare Arbeit als tariflicher Anspruch abgebildet wird und die Belastung von älteren Fachkräften durch Lautstärke aber auch das Tragen und Heben von Kindern AGG-konform Berücksichtigung findet", sagt Stefan Spieker, Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH. Diese tarifpolitischen Innovationen waren beiden Verhandlungspartnern, der Gewerkschaft und auch FRÖBEL, sehr wichtig. Aus Sicht von FRÖBEL und der GEW ist es auch an der Zeit, akademische Abschlüsse im Bereich der Frühpädagogik (z.B. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen) bei der Eingruppierung deutlich zu berücksichtigen.

Den Verhandlungspartnern wünschen wir viel Erfolg, dass ein für beide Seiten akzeptables Verhandlungsergebnis erzielt wird, das zu der auch von Bundesministerin Schwesig geforderten Aufwertung des Erzieher*innenberufes führt. Wir fordern allerdings unsere Finanzierungspartner bei den Kommunen und Ländern dazu auf, auch den freien Trägern die Möglichkeit zu geben, die tarifliche Entwicklung abzubilden. "Wir gehen jedoch davon aus, dass nach einer entsprechenden Tarifeinigung Verhandlungen aufgenommen werden. Für FRÖBEL wird das in jedem Fall gelten, sofern die öffentliche Refinanzierung entsprechend angepasst wird", sagt Stefan Spieker, Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH.

Leider hat sich in vielen Bundesländern wie z.B. in Nordrhein-Westfalen und in einigen Kommunen in der Vergangenheit eine Abkopplung ergeben. So wird die Förderung von Kitas in Nordrhein-Westfalen seit 2008 jährlich nur um 1,5 Prozent angepasst, während die Tarifanpassung regelmäßig zwischen 1,8 und 3,3 Prozent pro Jahr betragen haben. Zudem verlangen immer noch viele Kommunen und Länder die Beibringung eines sogenannten Trägeranteils, der oftmals gleich von der Finanzierung wieder abgezogen wird. Freie Träger erbringen die gleiche Qualität – auch hier müssen sie in der Finanzierung den öffentlichen Trägern gleich gestellt werden. FRÖBEL wird hierzu am 26. April eine Studie vorstellen, in der es um die Systematik und Gültigkeit der Finanzierungswege in den Ländern und Kommunen gehen wird.

Ansprechpartner für FRÖBEL:

Tibor Hegewisch, Pressesprecher
T. 030/21235-333, presse@froebel-gruppe.de 

 

© Foto: FRÖBEL e.V., das Foto wurde anlässlich der Kita Kampagne Brandenburg 2014 aufgenommen.

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