Aktuelles · FRÖBEL Australien 29. August 2018 · TW/HO

Von Melbourne nach Berlin: Internationaler Austausch zwischen FRÖBEL-Fachkräften

Im Rahmen einer Europareise wollte Eva Quinn-Walters, Erzieherin bei FRÖBEL in Australien, unbedingt einen Kindergarten in Deutschland kennen lernen. Aus ihrem Besuch ergab sich ein interessanter Fachaustausch.

Susann Gähl (Erzieherin im FRÖBEL-Kindergarten Lützelsteiner Weg), Theresia Wollnitz (Einrichtungsleitung), Eva Quinn-Walters (Erzieherin FROEBEL Parkville)

"Eines der ersten Dinge, die mir auffielen war der Freiraum, den die Kinder genossen. Den Kindern wird zugetraut, selbstständig Entscheidungen zu treffen und aus diesen Erfahrungen zu lernen." (Eva Quinn-Walters)

FRÖBEL betreibt über die FROEBEL Australia Ltd. vier Kindertageseinrichtungen in Australien, zwei in Sydney und zwei Einrichtungen in Melbourne. Eva Quinn-Walters begann als Praktikantin während ihres Studiums im Early Learning Centre in Melbourne/Fitzroy North, war hier anschließend als pädagogische Vertretungskraft tätig, bevor sie als deutschsprachige Erzieherin für das das neue FROEBEL Early Learning Centre in Parkville gewonnen werden konnte. In Parkville arbeitet die 23-Jährige mit den Kleinsten. Ende Juli machte sich Eva auf, Europa zu erkunden und wollte unbedingt die Gelegenheit nutzen, einen FRÖBEL-Kindergarten in Berlin zu besuchen. Einerseits um zu sehen, wie die deutsche Frühpädagogik in Deutschland gelebt wird, aber auch, um ihre Erfahrungen anschließend mit den Kolleg*innen in Australien zu teilen.

Im FRÖBEL-Kindergarten im Lützelsteiner Weg durften wir sie ein Stück auf diesem Weg begleiten. Die Leiterin Theresia Wollnitz war selbst von 2013 bis 2016 bei FRÖBEL in Australien tätig und konnte ihrer Kollegin einführend einen kurzen Einblick in unterschiedliche gesetzliche und bildungspolitische Voraussetzungen für die Arbeit im Kindergarten geben. Anschließend tauschte Eva sich mit Erzieherin Susann aus. Die beiden Fachkräfte sprachen über die Tages- und Wochenplanung in den Kindergärten, Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden und den Arbeitsbedingungen ihrer Profession in den verschiedenen Ländern.

Folgende Beobachtungen blieben Eva nach eigenen Aussagen am meisten in Erinnerung:

  • Die Kinder gehen selbstbestimmt und selbsttätig ihren Interessen nach;
  • Die Kinder erhalten ausreichend Zeit und Erfahrungsfelder für ihre Tätigkeiten;
  • Die Kinder erhalten die Möglichkeit, Einzeln, in Kleingruppen oder der Großgruppe Angeboten nachzugehen;
  • Die pädagogische Fachkraft ist Begleiter*in für die Kinder in ihren Spiel- und Lerntätigkeiten;
  • Der Garten dient als Erfahrungs- und Lernraum für die Kinder.

Das Team im FRÖBEL-Kindergarten im Lützelsteiner Weg fand den Austausch mit der weit gereisten Kollegin sehr spannend. Besonders beeindruckt zeigten sich die Berliner Kolleg*innen, dass in Australien die Fachkraft-Kind-Relation immer eingehalten werden muss. Bei geplantem und ungeplantem Personalausfall muss umgehend für Ersatz gesorgt werden - was wiederum bedeutet, dass die Vor- und Nachbereitungszeit stets gewährleistet ist. Es bedeutet jedoch auch, dass Kinder und Team sich unter Umständen auf wechselnde Personen einstellen müssen. Andererseits zahlen die Eltern einen hohen Preis dafür - in Australien gibt es weder einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz noch eine vergleichbare staatliche Grundfinanzierung des Kita-Systems.

Das Team selbst nahm den "Blick von Außen" zum Anlass, "selbstverständliche" Rahmenbedingungen, Arbeitsweisen oder auch pädagogische Grundhaltungen zu reflektieren: Spiegelt unsere tägliche Arbeit unsere pädagogische Konzeption wieder? Unser Bild vom Kind? Unsere Zusammenarbeit im Team? Was trägt und unterstützt uns in der pädagogischen Arbeit? Wie schaffen wir es, den uns anvertrauen Kindern gerecht zu werden?

"Was ich von meinem Besuch im Lützelsteiner Weg mit nach Australien nehmen möchte, ist Folgendes: den Kindern mehr Freiraum geben, Dinge selbst auszuhandeln und einfach sein zu können; den Kindern mehr zuzutrauen, daß sie wissen, was das Beste für sie ist; weniger durchgeplante Routinen und mehr Spontanität!" (Eva Quinn-Walters)

Auf dem Blog von FROEBEL Australia können Sie den ganzen Bericht von Eva Quinn-Walters lesen:
www.froebelaustralia.wordpress.com/2018/08/28/professional-exchange-lutzelsteiner-weg

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