Berufliche Perspektiven für pädagogische Fachkräfte mit Fluchterfahrung

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen beschloss der Aufsichtsrat des FRÖBEL e.V. im Herbst 2015, das Engagement von FRÖBEL für Menschen mit Fluchterfahrung zu verstärken und pädagogisch qualifizierten Erwachsenen eine berufliche Perspektive zu bieten. In einer zunehmend pluralen Gesellschaft, die sich auch in unseren Einrichtungen widerspiegelt, gewinnen dabei alle.

Unser Ziel ist es, über Quereinstiegsmodelle und berufsbegleitende Ausbildungswege geflüchtete pädagogische Fachkräfte langfristig für unsere FRÖBEL-Einrichtungen zu gewinnen. Erste Praktikant*innen mit Fluchterfahrung konnten wir bereits in FRÖBEL-Kindergärten in Potsdam, Berlin, Essen, Frankfurt (Oder), Köln und München begrüßen. Im September 2016 startete die erste neue Kollegin mit Fluchterfahrung ihre berufsbegleitende Ausbildung in Berlin. Erste Erfahrungen mit zwei Pädagoginnen aus Syrien und Irak sehen Sie in unserem Video: 

Der Pädagogische Orientierungskurs

Im Oktober 2016 starteten wir in Berlin in Kooperation mit der Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben GIZ e. V. und der Träger-Arbeitsgemeinschaft "Fachkräfte mit Fluchterfahrung" einen pädagogischen Orientierungskurs für Menschen mit Flucht-/Migrationserfahrung. Bestandteil ist u.a. ein pädagogischer Sprachkurs. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat und - basierend auf einer umfassenden pädagogischen Kompetenzanalyse - eine Empfehlung für ihren persönlichen Ausbildungsweg.

 

Das Pilotprojekt 2016/17 in Berlin brachte überzeugende Ergebnisse: 

  • 70 Prozent der Teilnehmenden wurden in ihren berufsrelevanten Organisationskompetenzen positiv bewertet
  • 80 Prozent der Teilnehmenden absolvierten ihr Praktikum mit Erfolg
  • 87,5 Prozent der Teilnehmenden konnten nach eigenen Angaben ihre Deutschkenntnisse deutlich verbessern
  • 100 Prozent der Teilnehmenden haben nach eigenen Angaben ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der pädagogischen Arbeit erweitert und würden den Pädagogischen Orientierungskurs weiterempfehlen
  • Nach aktuellem Stand (08/2017) werden 80 Prozent der Teilnehmenden eine pädagogische Berufslaufbahn einschlagen

Ab September 2017 wird der Pädagogische Orientierungskurs in Kooperation von GIZ e.V. und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin fortgeführt. FRÖBEL beteiligt sich weiterhin aktiv als Praxisstellenanbieter. Gemeinsam eröffnen wir so weiteren Fachkräften mit Flucht-/Migrationserfahrung eine berufliche Perspektive.

Anmeldung, Beratung und Kontakt

Sie sind interessiert an der Teilnahme am Pädagogischen Orientierungskurs oder kennen eine geeignete und interessierte Person?

Für alle Fragen zu Inhalten, Auswahlkriterien und Anmeldung wenden Sie sich bitte an: 
Gesellschaft für Interkulturelles Zusammenleben e.V.
Dane Krause (Pädagogische Leitung)
Telefon: 030 30398709
E-Mail: infos@giz.berlin 
Web: www.giz.berlin 

Ansprechpartnerin für Praxisstellen bei FRÖBEL: 
Alison Mannion-Ghanbari
Telefon: 030 21235-324
E-Mail: mannion-ghanbari@froebel-gruppe.de 

Für alle Fragen zur Koordination des Pädagogischen Orientierungskurses: 
Paritätischer Wohlfahrtsverband | Landesverband Berlin
Sabine Radtke, Dorothee Thielen, Torsten Wischnewski-Ruschin
Telefon: 030 86001163
E-Mail: info@paritaet-berlin.de 
Web: www.paritaet-berlin.de 

Engagement für Kinder, Familien und pädagogischer Fachkräfte mit Fluchterfahrung

Themenheft

Berufliche Integration pädagogischer Fachkräfte mit Fluchterfahrung

Das aktuelle Themenheft stellt den Pädagogischen Orientierungskurs als Sprungbrett in den Erzieher*innenberuf vor. Lesen Sie, was die Teilnehmenden berichten, welche Erfahrungen die Praxisanleiter*innen mit den angehenden pädagogischen Fachkräften gemacht haben und wie am Ende alle Beteiligten profitieren können.

Download des Themenheftes (PDF, 3 MB)

Masterthesis

Warum finden pädagogisch qualifizierte und interessierte Menschen mit Fluchterfahrung nicht in den Erzieher*innenberuf?

Der Zugang zum Erzieher*innenberuf für pädagogisch interessierte und qualifizierte Menschen mit Fluchterfahrung ist nach wie vor sehr schwierig. In ihrer Masterthesis benennt Talitha Goldmann-Kefalas menschen- und grundrechtlich fragwürdige Vorgehensweisen im beruflichen Anerkennungsverfahren und analysiert die wichtigsten berufsintegrativen Hürden. Sie zeigt außerdem, an welchen Stellen der dringendste Handlungsbedarf besteht, um diese Hürden abzubauen.

Download der Masterthesis (PDF, 3 MB)