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Interview mit Hanan Bahlul

Pädagogin aus Damaskus absolviert berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin im Berliner FRÖBEL-Kindergarten Zwergenwiese

Hanan Bahlul aus Damaskus im FRÖBEL-Kindergarten Zwergenwiese, Berlin

Hanan Bahlul aus Damaskus (Syrien) absolviert im Berliner FRÖBEL-Kindergarten Zwergenwiese gerade die berufsbegleitende Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Sie arbeitet vor allem im Nestbereich mit Kindern unter drei Jahren. Wir haben Sie zu ihren Eindrücken vom Kindergarten-Alltag in Deutschland und zu ihren bisherigen Erfahrungen mit dieser Form der Berufsausbildung befragt.   

Frau Bahlul, Sie betreuen hier in der Zwergenwiese vor allem die Kinder im Nestbereich, also die ganz Kleinen. Wie gefällt Ihnen Ihr Aufgabenbereich?

Ich habe sofort gemerkt, dass mir die Arbeit mit den Kindern unter drei Jahren sehr liegt und ich wirklich mit viel Freude in die Nestgruppe gehe. In Damaskus habe ich vorwiegend mit älteren Kindern gearbeitet. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist dort auch eher unüblich. Der Kindergarten wird dort eher als Vorbereitung auf die Schule angesehen.
Ich habe hier aber sofort gemerkt, dass mir die Arbeit mit den jüngeren Kindern viel Spaß macht. Hier kann ich sehr viel von dem einbringen, was ich im Rahmen meiner Ausbildung im Oberlinhaus lerne.

Ihnen fehlt also die Arbeit mit den größeren Kindern nicht?

(Lacht) Nein, gar nicht. Es ist nicht so, dass man mit den jüngeren Kindern gar nichts von dem machen kann, was man mit den älteren machen würde. Man muss es nur anders machen. Im Herbst beschäftigten wir uns in der Ausbildung zum Beispiel mit dem Thema Farben. Kinder lieben es, mit Farbe zu arbeiten. Als Erzieherin muss ich mir natürlich überlegen, welche Materialien geeignet sind und welche noch nicht. Gerade im Herbst passte das Thema wunderbar, wenn die Kinder jeden Tag im Garten beobachten konnten, wie sich zum Beispiel die Farben der Blätter verändern.
Außerdem habe ich ja eine Tochter, die auch bald ein Schulkind sein wird. Sie geht aber in einen anderen Kindergarten und ich erlebe insofern ältere Kinder immerhin aus der Sicht als Mutter.

Hier im Kindergarten werden gerade auch Kinder eingewöhnt, deren Familiensprache Arabisch ist. Ein Mädchen ist auch hier im Nestbereich. Hilft es bei der Eingewöhnung, dass Sie Deutsch und Arabisch mit den Kindern sprechen können?

In manchen Situationen, vor allem beim Trösten, hilft es sehr, dass ich auf Arabisch mit ihr sprechen kann. Aber auch einige Mütter, die früher kaum den Kontakt zu den Erzieher*innen gesucht haben, sprechen mich jetzt doch öfter an. Das sind meistens Fragen zum Kindergarten-Alltag, aber auch manchmal Fragen über die Ernährung oder das Trockenwerden. Ich freue mich, dass ich dazu beitragen kann, Sprachbarrieren zu überwinden. Dabei muss ich aber selbst auch noch ganz viel lernen. Mein Deutsch ist noch nicht so gut. Es könnte besser sein.

Wie meinen Sie das genau?

Gerade bei den Themen, die wir in der Ausbildung behandeln, brauche ich immer mal wieder die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen. Es gibt einfach viele Fachbegriffe, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie richtig verstehe bzw. ob ich für die Beschreibung einer Situation immer die richtigen Begriffe benutze. Ich muss aber sagen, dass ich wirklich ganz viel Unterstützung erfahre, sowohl in meiner Klasse als auch hier im Kindergarten.

Würden Sie also die berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin empfehlen?

Ich kann nur für das sprechen, was ich bisher erlebt habe, aber die Ausbildung zur Erzieherin hier in Deutschland empfinde ich als qualitativ sehr hochwertig. In der Woche wechseln sich die Tage in der Berufsschule mit der Arbeit im Kindergarten ab. Das heißt, ich kann das Gelernte sofort umsetzen. Und ich nehme ganz viele praktische Erfahrungen aus dem Kindergarten mit, wenn wir zum Beispiel an einem Projekt arbeiten.

Was schätzen Sie hier an Ihrer Arbeit im Kindergarten besonders?

Auf jeden Fall das Team. Von Anfang an fühlte ich mich willkommen und wertgeschätzt. Ich merke, dass ich als gleichwertige Kollegin hier im Team aufgenommen werde. Ich sehe das als großen Vertrauensbeweis, vor allem von unserer Leiterin.

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