Kampagne zum Kitagesetz in Brandenburg

Aktions-Postkarte zur Kitagesetz-Kampagne

Brandenburg unterläuft eigenes Kitagesetz 

Das Brandenburgische Kitagesetz (KitaG) sieht laut §10 eine Betreuung im Verhältnis Erzieher*in/Kind von 1:5 für unter Dreijährige und 1:11,5 für über Dreijährige vor. Diesen Personalschlüssel finanziert das Land Brandenburg für eine maximale Betreuungszeit von 7,5 Stunden pro Tag. Tatsächlich benötigen viele Eltern aufgrund von Berufstätigkeit und langen Fahrwegen Betreuungszeiten von bis zu 10 Stunden. Diese sind jedoch nicht durch zusätzliches Personal abgedeckt. 

Das führt dazu, dass in der Praxis eine pädagogische Fachkraft bis zu 7,2 beziehungsweise bis zu 13,3 Kinder betreut (siehe Bertelsmann Stiftung: Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2017). Dabei sind Urlaube und fortbildungs- oder krankheitsbedingte Abwesenheiten von Kolleg*innen noch gar nicht eingerechnet. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, dass eine Fachkraft maximal 3 Krippenkinder bzw. 7 Kindergartenkinder betreuen sollte, um eine angemessene Qualität der pädagogischen Arbeit zu gewährleisten. 

Seit Jahren beklagen wir als Träger diese untragbare Situation, die alle belastet: Kinder, pädagogische Fachkräfte und Eltern. Das Land Brandenburg unterläuft sein eigenes Gesetz. 

Warum gehen wir jetzt in die Öffentlichkeit?

Als Kitaträger setzen wir uns seit Jahren gemeinsam mit Eltern, weiteren Trägern und Verbänden für eine Verbesserung des Personalschlüssels in Brandenburger Kitas ein. Tatsächlich konnten wir vereinzelt Erfolge erzielen - z.B. in Potsdam: Hier geht die Stadt in Vorleistung und finanziert den Mehrbedarf an Personal für Betreuungszeiten über 7,5 Stunden (vorerst jedoch nur bis Ende 2019). Eine landesweite Lösung wird von der Landesregierung aktuell jedoch abgelehnt.

Zu Beginn des Jahres hat die rot-rote Landesregierung einen Gesetzentwurf zur Elternbeitragsbefreiung für das letzte Kitajahr eingebracht. Die geschätzten Kosten liegen bei 40,5 Mio. Euro. In den nächsten Wochen soll die Elternbeitragsbefreiung in das Kitagesetz aufgenommen werden. Damit belastet die Landesregierung den Haushalt zusätzlich, ohne jedoch dafür zu sorgen, dass die bestehenden gesetzlichen Vorgaben (bezogen auf den Personalschlüssel) endlich umgesetzt werden können.

Was wollen wir? 

Als Träger wünschen wir uns eine Lösung, die allen zugutekommt. Aus unserer Sicht kann das nur eine Investition in die Betreuung der Brandenburger Kitakinder sein. Deshalb fordern wir gemeinsam mit weiteren Trägern, Jugendämtern und Eltern das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Potsdam auf, den laut Kitagesetz (KitaG) vorgeschriebenen Betreuungsstandard (für bis zu 10 Stunden statt 7,5 Stunden) endlich umzusetzen. Allein FRÖBEL könnte 36 Erzieher*innen (Vollzeit) zusätzlich einstellen. 

Wie können FRÖBEL-Eltern die Kampagne unterstützen? 

In den FRÖBEL-Kitas in Brandenburg haben wir allen Kindern eine Aktions-Postkarte ins Fach gelegt. Eltern unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung, den gesetzlich vorgeschriebenen Personalschlüssel jetzt umzusetzen. Die Postkarten können direkt bei der Kitaleitung abgegeben werden. FRÖBEL wird diese gesammelt an das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg übergeben. Zusätzlich können Sie sich jederzeit an die Abgeordneten der Regierungsfraktionen im Brandenburgischen Landtag wenden - die Kontakte finden Sie hier:
www.landtag.brandenburg.de/fraktionen/spd 
www.landtag.brandenburg.de/fraktionen/die_linke  

Was passiert, wenn die Politik sich nicht bewegt? 

Sollte die Brandenburgische Landesregierung nicht jetzt die politische Entscheidung treffen, den Kitaträgern das Geld zur Verfügung zu stellen, um genügend Personal für die Betreuung der Kinder nach §10 Kitagesetz zu finanzieren, können wir bis auf weiteres keine neuen Verträge mit Betreuungszeiten über 7,5 Stunden pro Tag abschließen. Als Träger sehen wir uns in der Verantwortung, die im Gesetz festgelegte Betreuungsqualität zu gewährleisten. Die derzeitige Situation ist sowohl für rund 4.100 FRÖBEL-Kinder als auch 600 pädagogische Fachkräfte nicht mehr zumutbar.

Kita-Aktionstage 2018 in Brandenburg

Kita-Aktionstage

25. Mai | 7,5 Stunden sind nicht genug!

Protesttag in Brandenburger Kitas mit Pressefrühstück und verkürzten Öffnungszeiten

30. Mai, 8-11 Uhr | Auf zum Landtag – wir sind dabei!

Kinder, Familien und Erzieher*innen aus ganz Brandenburg ziehen zum Landtag in Potsdam und begleiten laut und bunt die Abstimmung über das neue Kitagesetz

Wir twittern unter als @FROEBELeV unter dem Hashtag #kitagesetz 

Aktuelle Meldungen zur Kampagne

Kontakt

Beatrice Strübing
Pressesprecherin
Tel.: 030 21235-333
E-Mail: beatrice.struebing@froebel-gruppe.de

Eltern können sich für weitere Informationen an die Geschäftsleitungen in den FRÖBEL-Regionen wenden:
www.froebel-gruppe.de/brandenburg 

Unterstützer