Kulturelle Bildung für alle

Kulturelle Bildung, die Teilhabe von Kindern am künstlerischen und kulturellen Leben, gehört zu den in der UNESCO-Kinderrechtskonvention festgehaltenen Beteiligungsrechten (Artikel 31). Dafür gibt es sehr gute Gründe: Kulturelle Bildung gehört zum Kern einer ganzheitlichen (frühen) Bildung. Sie ist in besonderer Weise geeignet, Kinder in ihrer Entwicklung zu stärken und kann dazu beitragen, dass sie in den ersten Lebensjahren ihre Potenziale und Kreativität selbstbestimmt entwickeln. Kultur ist das, was uns prägt.

Mit unserem Verständnis von kultureller Bildung geben wir den Kindern die Möglichkeit, phantasievolle und sinnliche Zugänge zur Welt zu finden und diese zu erkunden. Kinder erleben, dass sie etwas bewirken können, indem sie auch selbst künstlerisch Spuren hinterlassen.

Künstlerisch-ästhetisches Tun eröffnet Kindern die Möglichkeit, sich aktiv mit der Welt auseinanderzusetzen und diese hör-, sicht- und spürbar mitzugestalten.

Position Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung, in dem FRÖBEL Mitglied ist

Wir verstehen kulturelle Bildung in unseren Einrichtungen nicht als Selbstzweck. Sie ist eng verknüpft mit anderen Bildungsbereichen wie Partizipation, Inklusion, Nachhaltigkeit und Demokratiebildung und zeigt hier neue Möglichkeiten auf.

Wir ermöglichen Kindern einen vielseitigen Zugang zu Musik, Tanz, Theater, Filmkunst und darstellenden Künsten - genießend und selbst gestaltend. Wege der Annäherung sind z.B. Museumsbesuche, die gemeinsame Arbeit mit einer Künstlerin im Atelier, die Inszenierung eines von den Kindern entwickelten Theaterstücks oder in Gesprächen über Sprache und Kultur anderer Länder. Kulturelle Bildung bietet Anknüpfungspunkte für die vielfältigsten Projekte.

Corona-gerecht: "Glasscheibentheater" im FRÖBEL-Kindergarten Zwergenhaus am See, Senftenberg, Februar 2021

Kultur in der Pandemie: Kultur JETZT!

Was kulturelle Bildung leisten kann, zeigte sich in der zweiten Corona-Welle. Aus der Überzeugung heraus, dass gerade in einer Zeit der Unsicherheit ästhetische Auszeiten wichtig sind, haben wir im November 2020 das Programm Kultur JETZT! Kulturelle Bildung auch unter Corona ermöglichen entwickelt. Unterstützt wird es vom FRÖBEL e.V.

Aus der Praxis: Kulturelle Bildung vor Ort

Unsere Partner

Stärkung der Musikvermittlung durch Hochschulkooperation: Elementare Musikpraxis International

FRÖBEL kooperiert seit 2019 mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT). Im Zentrum der Kooperation stand 2020 das gemeinsam durchgeführte Fortbildungsprogramm Elementare Musikpraxis International (EMI), das über ein Jahr im Tandem pädagogische Fachkräfte aus FRÖBEL-Einrichtungen und professionelle Musiker*innen aus Nicht-EU-Herkunftsländern fortbildet. Die erste Fortbildungsrunde mit sechs beteiligten Kindergärten aus Hamburg wurde im September abgeschlossen, die musikalischen Arbeit soll nun langfristig verankert werden. Die zweite Fortbildungsrunde 2020/2021 wurde über Hamburg hinaus ausgeschrieben, es fanden sich insgesamt fünf Tandems in Hamburg, Berlin, Essen und Köln mit Musiker*innen aus Syrien, Russland und China. Anfang Oktober wurde die erste intensive Seminarwoche noch als Präsenz an der HfMT durchgeführt. Geplant ist, das Projekt durch gemeinsame Forschungsvorhaben zu begleiten.

FRÖBEL ist Mitglied im Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung

Das Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung bringt bundesweit Menschen verschiedenster Fachgebiete zusammen, die gemeinsam daran arbeiten, kulturelle Bildung im frühen Kindesalter zu stärken und weiterzuentwickeln. Initiiert durch drei Stiftungen und rund 20 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft und Politik umfasst das Netzwerk mittlerweile 200 Mitwirkende. Trägerin ist die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.