10. Plenum Frühpädagogik am 3. September 2021

Nachhaltige Kitas für starke Kommunen: Bildung für nachhaltige Entwicklung als Motor für mehr Lebensqualität

Wie können Länder und Kommunen Kitas auf dem Weg zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen – und wiederum von wertvollen Impulsen aus den Bildungseinrichtungen profitieren? Darüber haben FRÖBEL, die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und der Deutsche Städte- und Gemeindebund mit Fachleuten aus Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Verbänden sowie Trägern der Kinder- und Jugendhilfe beim 10. Plenum Frühpädagogik in Bonn debattiert.

In diesem Jahr wurde das Format der Veranstaltung erstmalig um Impulse aus Politik und Praxis, Diskussionsrunden und Good-Practice-Sessions erweitert und auch der Veranstaltungsort wurde vom Berliner Reichstagsgebäude nach Bonn verlegt, in das ehemalige Plenargebäude des Bundestages im World Conference Center.

Der FRÖBELcast zur Veranstaltung

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn und Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. In ihrem Grußwort erklärte Katja Dörner, dass das Engagement für Umwelt, Natur und Klimaschutz nicht zu trennen sei vom Partizipationsgedanken, insbesondere in den Kitas und Bildungseinrichtungen. Es gehe darum, Kinder zu befähigen, verantwortungsbewusste Erwachsene zu werden. Dr. Joachim Stamp erklärte, Bildung und Innovationen seien unsere wichtigsten Rohstoffe und Nachhaltigkeit ein Grundprinzip globalen Lernens. „Je früher Kinder an die kommenden Verantwortungen herangeführt werden, desto besser können sie diese Aufgaben auch in der Zukunft angehen“, so Stamp.

Beim anschließenden Talk zur Frage „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Nur ein Buzzword oder eine echte Chance für Kitas und Kommunen?“ diskutierten Stefan Spieker, Geschäftsführer FRÖBEL Bildung und Erziehung und Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, und kamen dabei auch mit dem Publikum ins Gespräch. Wie BNE als Leitmotiv in der Arbeit der Einrichtung praktisch umgesetzt werden kann und wie das Zusammenspiel mit den Kommunen aussieht und aussehen sollte, waren einige der Fragen, die diskutiert wurden.

Im ersten Impulsvortrag des Tages stellte Nadine Thunecke, Deutsche Unesco-Kommission, das Unesco-Programm BNE 2030 vor und lenkte dabei den Blick auf den Kern von Bildung für nachhaltige Entwicklung: Lernen, die Welt zu gestalten, lernen, zu handeln. Darauf folgte ein Beitrag von Cristian Fabbi, Präsident des Instituzione Nidi e Scuole dell’infanzia de Comune di Reggio Emilia, der erklärte, wie ganzheitliche frühkindliche Bildung die emotionale, soziale, kognitive und moralische Entwicklung der Kinder verbindet.

Mit der Frage, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsaufgabe in Kitas verankert werden kann, beschäftigten sich Ute Krümmel, Stiftung Haus der Kleinen Forscher, und Susanne Schubert, innowego. Sie stellten den Referenzrahmen für die praktische Umsetzung vor, um BNE wirksam in den Kindertageseinrichtungen zu etablieren.

Der zweite Teil der Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Thema Gute Kitas für gutes Zusammenleben: Wie frühe Bildung Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in der Kommune setzt. Dabei konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in sieben parallel stattfindenden Good-Practice-Sessions aktiv in die Diskussion einbringen.

  • Zum Thema Kitas als Motor für grüne Städte und Gemeinden wurde am Beispiel des Berliner FRÖBEL-Kindergartens Fröbelspatzen der Frage nachgegangen, ab wieviel Euro Nachhaltigkeit auf den Kita-Tisch kommt.
  • In einer weiteren Session wurde am Beispiel des Potsdamer FRÖBEL-Kindergartens Springfrosch gezeigt, wie Kinder ihre Eltern und Nachbarn für den Naturschutz begeisterten.
  • Zum Thema Kitas als Motor für gerechte Städte und Gemeinden beschäftigte man sich mit der Frage, wie Kinder in der Kommune mitreden können. Hier wurden Beispiele des FRÖBEL-Kindergartens Pfiffikus in Kerpen und des Kölner FRÖBEL-Kindergartens Regenbogen vorgestellt.
  • Auch zum Thema Kommunale Bildungslandschaften nachhaltig gestalten fanden Good-Practice-Sessions statt. Hier reichten die Themen von Klima- und Ressourcenschutz im Alltag, über das Von- und Miteinander-Lernen von Kitas und Kommunen bis zum Beispiel Gelsenkirchen als Zukunftsstadt 2030.

Im Plenum wurden währenddessen zwei Good-Practice-Shows vorgestellt:

  • Am Beispiel Bildungs(t)räume wurde das nachhaltige Architekturkonzept im FRÖBEL-Kindergarten Flügelnuss in Bonn vorgestellt, das Kinder inspiriert und Kosten senkt.
  • Im zweiten Beispiel wurde unter dem Titel „Erinnerungen bewahren, wenn Städte sich wandeln“ ein außergewöhnliches Projekt des FRÖBEL-Kindergartens Freudenberg in Berlin vorgestellt, bei dem sich die Kinder mit der NS-Vergangenheit ihres neuen Viertels beschäftigten.

Am Ende der Veranstaltung war klar: Nachhaltige Kitas und mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung sind nur in Zusammenarbeit mit den Kommunen möglich – hier braucht es mehr Offenheit und Annäherung. Das Bewusstsein darüber, was Kitas mit Bildung für nachhaltige Entwicklung heute für die Zukunft bewirken können, muss stärker werden. Das 10. Plenum Frühpädagogik hat dafür gute Grundlagen für den weiteren Austausch gelegt – hin zu mehr nachhaltigen Kitas für starke Kommunen.

Impressionen vom Plenum Frühpädagogik 2021 in Bonn

Ergebnisse der 2. Umfrage unter den Teilnehmenden: Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Kitas und Verwaltung im Bereich Nachhaltigkeit in Ihrer Kommune?

Ergebnisse der Live-Umfragen unter den Gästen

Während der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Rückmeldungen aus ihrem Arbeitsumfeld zu geben: Wie wichtig ist Nachhaltigkeit in der eigenen Organisation? Wie intensiv arbeiten Kitas und Kommunen hier schon zusammen? Wie gelingt es, BNE in Kindertageseinrichtungen stabil und langfristig zu verankern? Welche Wünsche haben Kitas und Kommunen aneinander? Hier können Sie es nachlesen:  

Ergebnisse der Live-Umfragen (PDF; 1,5 MB)

Die Veranstalter


In der Veranstaltungsreihe „Plenum Frühpädagogik“ bringt FRÖBEL seit einem Jahrzehnt die Kita-Praxis mit Fachleuten aus Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Verbänden sowie Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Nach neun erfolgreichen Veranstaltungen im Berliner Reichstagsgebäude bringen FRÖBEL und die Stiftung Haus der kleinen Forscher gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund das Plenum Frühpädagogik in diesem Jahr nach Bonn, selbst als Kommune für ihr Nachhaltigkeits-Engagement ausgezeichnet und Sitz der Deutschen UNESCO-Kommission. 

Fotos: Boris Breuer/FRÖBEL e.V.