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Den Wirkungshebel früher Bildung vergrößern!
Wie können wir, als große und überregional aktive freie Kita-Träger, unsere Expertise noch stärker bündeln und in politische Entscheidungen einbringen?
Diese und weitere spannende Fragen standen im Mittelpunkt unseres jüngsten Austausches. Zwei Stunden waren dafür angesetzt – und wieder einmal war es viel zu kurz! In Form von persönlichen wie digitalen Treffen diskutieren wir als Vertreterinnen und Vertreter großer freier Kita-Träger regelmäßig über aktuelle politische Entwicklungen sowie operative Themen. Dieses Mal im Fokus: Das neue Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG), Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Frühkindliche Bildung darf kein Pingpong-Ball werden
Einhellig begrüßte die Runde den mit dem SCQEG verbundenen politischen Anspruch, bundesweit verbindliche Qualitätsstandards zu schaffen. Gleichzeitig brauche es Antworten auf entscheidende Fragen: Was kann der Bund anstoßen und finanzieren? Was müssen die Länder für eine wirksame Umsetzung gewährleisten? Die gemeinsame Haltung war klar: Frühkindliche Bildung darf nicht zum Pingpong-Ball zwischen Bund und Ländern werden, und politische Vorhaben müssen in der Kita-Praxis auch umsetzbar sein! Dazu gehöre allen voran weniger Bürokratie, betonte Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker: „Wenn schon nicht mehr Geld ins System kommt, braucht es zumindest einfachere Antrags- und Nachweisverfahren und eine spürbare Entlastung bei Trägeranteilen.“ Lange Verfahren führten bei freien Trägern zu Außenständen, die finanziell überbrückt werden müssen. Gleichzeitig wirkten nicht ausreichend refinanzierte Tarifanpassungen und die Inflation weiter.
Politik aktiv mitgestalten
Fest steht: Damit wir unsere Expertise gemeinsam noch wirkungsvoller einbringen können, braucht es die richtigen Schnittstellen zwischen Politik, Verwaltung und Trägern. Gleichzeitig ist ein Perspektivwechsel notwendig: Raus aus der reinen Krisendebatte, hin zu konkreten Lösungen! „Wir haben wirkungsvolle Konzepte und praktische Erfahrungen. Damit können wir Politik aktiv unterstützen und mitgestalten“, fasste Stefan Spieker zusammen. Ziel sei es, gemeinsam den Wirkungshebel von Kitas und früher Bildung zu vergrößern. Die Fröbel-Sprachdateninitiative nannte er als ein Beispiel dafür, wie konkrete Lösungen aus der Praxis politische Debatten bereichern und die Entwicklung vorantreiben könne.
KI: Entscheidend ist, was bei Kindern und Fachkräften ankommt
Wie kann Künstliche Intelligenz fachlich und ethisch verantwortungsvoll eingesetzt werden? Als noch junger Träger gab Katholino Einblick in den Aufbau einer integrierten Struktur für digitale Verwaltung, IT und KI. Einhelliger Konsens der Runde: KI kann Prozesse automatisieren, Kosten reduzieren und Mitarbeitende entlasten. Entscheidend bleibe ihr konkreter Nutzen und somit die Frage: Wieviel zusätzliche Zeit für die unmittelbare Bildung und Betreuung von Kindern gewinnen Fachkräfte durch KI-gestützte Prozesse?
Gemeinsam mehr bewegen
Insgesamt machte diese Begegnung erneut deutlich: Freie Kita-Träger ziehen an einem Strang! Vielen Dank für den offenen Austausch an Mirja Wolfs und Frank Felden von Katholino, Verena kleine Holthaus und Eva Ortmann vom Kita-Zweckverband im Bistum Essen, Michael Wieland von der Kita gGmbH im Bistum Speyer, Lena Przibylla von den Hedi Kitas im Erzbistum Berlin sowie Matthias Langer von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Zu der regelmäßigen Runde gehören außerdem das Kita-Zentrum St. Simpert in Augsburg und die Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas.