Fröbel-Forschungs- und Hochschulnetzwerk
Die Verzahnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Praxis ist ein zentrales Element im Diskurs um Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung. Die pädagogische Praxis muss wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen, während die Impulse und Erfahrungen aus der Praxis handlungsleitend für die Wissenschaft sind und Anstoß für neue Forschungsvorhaben geben.
Theorie und Praxis in der frühkindlichen Bildung verbinden
Ziel des Fröbel-Forschungs- und Hochschulnetzwerks ist es, Wissenschaft und Praxis im Bereich der frühkindlichen Bildung eng miteinander zu verbinden. Es bringt Akteur*innen aus beiden Bereichen miteinander in Kontakt, um den Austausch zwischen Theorie und Praxis anzuregen, zu intensivieren und zu verstetigen. Aus diesem Grund stärkt das Forschungs- und Hochschulnetzwerk Forschungsvorhaben. Dabei unterstützt Fröbel nicht nur Institutionen und Hochschulen bei der Durchführung von Studien, sondern generiert aus der pädagogischen Praxis heraus auch Forschungsfragen und entwickelt gemeinsam mit Akteur*innen aus der Praxis und Wissenschaft neue Forschungsideen und -ansätze.
Aktuelle Forschungsprojekte und Kooperationen
Begleitstudie: Einsatz der Marte Meo-Methode in Kitas
Seit Jahresbeginn 2025 werden unsere Fröbel-Einrichtungen durch das Marte Meo Institut in der Marte Meo Methode geschult. Das Marte Meo Konzept bietet wertvolle Ansätze zur Förderung der kindlichen Entwicklung und stärkt die pädagogische Beziehung und Interaktion zwischen unseren Fachkräften und den Kindern. Im Mittelpunkt stehen die positive Kommunikation und die Förderung von Ressourcen in der Interaktion.
Die Marte Meo Schulung wird intern und extern wissenschaftlich begleitet. Während die interne Evaluation Gelingensbedingungen für die Schulung pädagogischer Fachkräfte unseres Trägers ermitteln soll, widmet sich die externe Evaluation der Frage, inwieweit sich durch die Anwendung der Marte Meo-Methode in der Kita Veränderungen bei den professionellen Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte sowie bei Team- und Leitungsprozessen auf Einrichtungsebene ergeben.
Die externe Begleitforschung wird von Prof. Dr. Katharina Kluczniok (FU Berlin) unter der Mitarbeit von Charlotte Enß (M.A.) und Anastasia Pastushenko (Studentische Mitarbeiterin) geleitet und im Zeitraum von Oktober 2025 bis Dezember 2026 durchgeführt.
Mehr über das Projekt: www.ewi-psy.fu-berlin.de/erziehungswissenschaft/arbeitsbereiche/fruehkindliche_bildung_erziehung/news/Begleitstudie-zur-Marte-Meo-Methode-in-Kitas.html
Forschungsprojekt: "Bedarfsgerechte Steuerung von strukturellen Ressourcen in Kindertageseinrichtungen durch BaSiK" (SteBas)
Bei BaSiK (vgl. Zimmer et al., 2014) handelt es sich um ein Verfahren, welches eine begleitende Beobachtung der kindlichen Sprachentwicklung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr in Kindertageseinrichtungen ermöglicht.
Pädagogische Fachkräfte in unseren Fröbel-Einrichtungen nutzen BaSiK zur Beobachtung und Dokumentation des kindlichen Sprachverhaltens. Eine Erweiterung des Verfahrens und zur Ableitung konkreter praktischer Impulse zur Sprachförderung wird vom Forschungsprojekt von Prof. Dr. Yvonne Anders (Universität Bamberg) im Zeitraum 1. Januar 2025 bis 31. Januar 2026 durchgeführt. Aus den Ergebnissen der Studie sollen Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Nutzung von BaSiK für die pädagogische Praxis sowie die Steuerung von strukturellen Ressourcen und fachlicher Unterstützung durch den Träger gezogen werden.
Mit dem Projekt möchte Fröbel sich aktiv an der Förderung der frühkindlichen Sprachentwicklung beteiligen, um Disparitäten in der Sprachentwicklung entgegenzuwirken und die Kinder bestmöglich auf den Übergang in die Grunschule vorbereiten.
Begleitstudie: Vorlesen in allen Sprachen (ViaS)
Vorlesen in allen Sprachen (ViaS) verbindet Praxis und Forschung und ging von Oktober 2023 bis Juni 2024 mit einer wissenschaftlichen Begleitstudie einher. Für die Studie konnten die Stiftung Lesen (Prof. Dr. Simone Ehmig & Team) sowie der Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie der Universität Göttingen (Prof. Dr. Sascha Schröder und Dr. Astrid Haase) gewonnen werden. Untersucht wurde die Frage, ob und inwiefern verstärktes Vorlesen in der Herkunftssprache zu einer Verbesserung der Sprachkompetenzen mehrsprachig aufwachsender vier- bis sechsjähriger Kinder beiträgt.
Rund 30 Fröbel-Einrichtungen mit einem besonders mehrsprachigen Familienhintergrund nahmen teil. Die Einrichtungen wurden per Zufallsprinzip entweder einer ViaS-Interventionsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugeordnet. Um die Sprachkompetenzen der Kinder in ViaS-Einrichtungen und Einrichtungen ohne ViaS vergleichen zu können, wurden die beteiligten Kinder zweifach von externen, geschulten wissenschaftlichen Hilfskräften getestet; zusätzlich wurden die begleitenden Fachkräfte befragt. Auf Grundlage der Studienergebnisse leitete Fröbel Maßnahmen zur Unterstützung mehrsprachiger Sprachbildung ab, die in verschiedenen Kitas erprobt und weiterentwickelt werden.
Die Studie ist abgeschlossen, das Programm ViaS wird jedoch fortgeführt. Zentrale Erkenntnisse flossen in den Kita-Fachtext „Wie mehrsprachiges Vorlesen in der Kita gelingen kann“ von Dr. Melanie Jester und Dr. Astrid Haase (Dezember 2025) ein, der praxisnah zeigt, welche Rahmenbedingungen und Strategien erfolgreiches mehrsprachiges Vorlesen unterstützen. Hier können Sie den Kita-Fachtext kostenfrei herunterladen.
Mehr über das Projekt ViaS: www.froebel-gruppe.de/vorlesen-in-allen-sprachen
Machbarkeitsstudie: Monitoring zur Prozessqualität in der frühkindlichen Bildung
In der frühen Kindheit werden die Grundlagen erfolgreicher Bildungsbiografien gelegt. Dabei stellt insbesondere die Prozessqualität – also die Qualität des pädagogischen Angebots von Kitas – den entscheidenden Faktor für den späteren Bildungserfolg und mehr Bildungsgerechtigkeit dar. Dies ist wissenschaftlich mittlerweile gut belegt. Nicht zuletzt deshalb ist es erforderlich, das konkrete Geschehen in Kitas bildungspolitisch noch besser zu steuern. Gelingen kann dies nur über ein Monitoringsystem, das regelmäßig aktuelle Daten zur Prozessqualität erfasst. Vor diesem Hintergrund haben der Fröbel e.V. und die pädquis Stiftung gemeinsam die Machbarkeitsstudie "Bundesweites Monitoring zur Prozessqualität in der frühkindlichen Bildung" (Laufzeit Juli 2023 - April 2024) auf den Weg gebracht, die die Grundlage für ein bundesweites Qualitätsmonitoring in Kindertageseinrichtungen legt.
Mehr über die Studie: kitaqualitaetsmonitor.de
Forschungsprojekt "Gesunde Kita - Gesunde Fachkräfte, zufriedene Kinder"
Mehrere Studien legen nahe, dass sich die psychische Gesundheit von pädagogischen Fachkräften auf deren Interaktion mit den Kitakindern auswirkt. Ein neues Forschungsprojekt von ASH Berlin und HTW Berlin setzt genau hier an: Im Verbundprojekt „Gesunde Kita - Gesunde Fachkräfte, zufriedene Kinder“ wird das Stresserleben von pädagogischen Fachkräften und den von ihnen betreuten Kindern im Alter von 12 bis 36 Monaten in Kindertageseinrichtungen untersucht. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, gemeinsam mit den Fachkräften Wege zur Verbesserung ihrer Situation zu entwickeln, zu implementieren und zu evaluieren. Wie bereits bei den Vorgängerstudien "StimtS" und "StimtS Transfer" ist Fröbel Praxispartner.
Das Forschungsprojekt läuft vom 01.04.2023 bis 31.03.2025 und wird gefördert vom Institut für Angewandte Forschung (IFAF) Berlin. Mehr zum Projekt und zu den Projektpartnern unter www.ifaf-berlin.de/projekte/gesunde-kita.
Fröbel-Forschungskitas
Im Rahmen des Forschungs- und Hochschulnetzwerkes betreibt Fröbel in Kooperation mit Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten Kindertageseinrichtungen, in denen Forschung gefördert wird. Fröbel schafft in diesen Einrichtungen innovative und moderne Bedingungen für Forschungsvorhaben. Durch die enge Anbindung an die Forschungsinstitute wird die Vernetzung von Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachrichtungen mit den Akteur*innen frühkindlicher Praxis gefördert. Im Rahmen regelmäßiger Netzwerktreffen werden Forschungsansätze und -interessen in den Blick genommen und ein gemeinsames Verständnis von Forschung in der Kita-Praxis entwickelt.
Fröbel-Integrationskindergarten Am Elsterbecken
Der Fröbel-Integrationskindergarten Am Elsterbecken in Leipzig ist eine Forschungskindertageseinrichtung, die mit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig kooperiert. Im Mittelpunkt der Forschungsprojekte stehen Fragen zur kindlichen Entwicklung und der damit verbundenen Bildung, Betreuung und Erziehung. Mehr zur Forschungskooperation finden Sie hier.
Fröbel-Kindergarten Im Lützelsteiner Weg
Der Fröbel-Kindergarten im Lützelsteiner Weg in Berlin ist eine Forschungskita in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Im Mittelpunkt der Forschungsprojekte stehen Fragen zur sozialen, kognitiven, motorischen oder sprachlichen Entwicklung von Kindern. Mehr zur Forschungskooperation finden Sie hier.
Fröbel-Kindergarten am Volkspark
Der Fröbel-Kindergarten am Volkspark ist Referenzkindergarten in der Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam. Der Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften forscht insbesondere zu Themen der frühkindlichen Entwicklung, Wechselwirkungen von Entwicklungs- und Bildungsprozessen und Kontextbedingungen sowie sonstige Bildungsprozesse. Fokus sind Interaktionsprozesse zwischen Kindern und pädagogischen Fachkräften. Mehr zur Forschungskooperation finden Sie hier.
Fröbel-Kindergarten Lisa-Fittko-Straße
Der Fröbel-Kindergarten Lisa-Fittko-Straße ist Referenzkindergarten in der Kooperation mit der Freien Universität Berlin, konkret dem Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie. Forschung und Lehre befassen sich mit der bildungspolitischen und organisationalen Gestaltung frühkindlicher Bildung, der Beziehungsgestaltung von Eltern und pädagogischen Fachkräften, Bildungsprozessen in familialen und außerfamilialen Kontexten, Wechselwirkungen von Entwicklungs- und Bildungsprozessen und Kontextbedingungen sowie sonstige Bildungsprozesse an der Schnittstelle zwischen Kita und Grundschule.
Broschüre: Fröbel-Forschungskitas - Warum und wie wir mit Wissenschaft und Forschung zusammenarbeiten
Warum gibt es Forschung in Fröbel-Kitas? Was ist ein "gutes" Forschungsprojekt, nach welchen (ethischen) Kriterien wählen aus? Wem nützt diese Forschung? Und was passiert eigentlich in den Fröbel-Forschungskitas? Diese Fragen beantworten wir in dieser Broschüre gut verständlich für Eltern und stellen unsere vier Forschungskitas vor.
Ihre Ansprechpartnerinnen
Möchten Sie Teil des Forschungs- und Hochschulnetzwerkes von Fröbel werden oder haben Sie Ideen für eine Zusammenarbeit? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf: forschung@froebel-gruppe.de