Erasmus+ · Internationales 02. Juli 2025 · sl

Digitale Wege in die Familien: Fröbel-Team besucht Partnerorganisationen in Wien

Eine Erasmus+ Bildungsreise führte die Fröbel-Unternehmenskommunikation im Mai 2025 zu Partnerorganisationen nach Wien. Im Mittelpunkt: digitale Elternkommunikation, innovative Öffentlichkeitsarbeit und inklusives Denken.

Gruppenfoto vor der Geschäftsstelle der Kinderfreunde Wien

Lernen über Landesgrenzen hinweg 

„Wie erreichen wir Familien noch besser?“ Mit dieser Leitfrage im Gepäck machten sich das Team der Fröbel-Unternehmenskommunikation Ende Mai auf den Weg nach Wien. Die Erasmus+ Bildungsreise ermöglichte ihnen, vielfältige Träger, Einrichtungen und Projekte kennenzulernen, die im Bereich der digitalen und inklusiven Kommunikation neue Wege gehen.  

Vom lebendigen Gespräch mit Fachkräften bis hin zum intensiven Blick hinter die Kulissen von Medienabteilungen sammelte das Team Erkenntnisse, die auch für Fröbel richtungsweisend sein können. 

Die Reise war dabei nicht nur ein Blick in ein anderes Land, sondern auch eine Einladung zur Selbstreflexion: Was machen wir bei Fröbel bereits gut? Und was können wir von anderen lernen? 

Vom Knödel zur Kinder-App: Kreative Kommunikation erleben 

Gleich am ersten Tag zeigte sich: Kommunikation kann politisch sein – und gleichzeitig humorvoll und zugänglich. Die Kinderfreunde in Wien überraschten mit ihrer Kampagne „Mehr Knödel für unsere Kindergärten“ – eine charmante wie kluge Aktion, die Aufmerksamkeit für Bildungsqualität auf kommunaler Ebene schafft.  

Mit viel Kreativität und klarer Werteorientierung präsentierten die Kinderfreunde ihre Öffentlichkeitsarbeit: sichtbar im Treppenhaus als Wertebaum, greifbar in Printmaterialien und Materialien für den pädagogischen Alltag und digital in ihrer Familien-App. 

Die App überzeugte besonders: Sie bietet nicht nur organisatorische Infos, sondern erreicht Eltern direkt mit Alltagstipps, Bildungsimpulsen und mehrsprachigen Nachrichten. „Das ist echte Trägerkommunikation mit Haltung und Herz“, so das Fazit der Teilnehmenden. Auch das Engagement für Kinderrechte, etwa durch ein eigenes Memory-Spiel oder politische Positionspapiere, setzte starke Impulse für die eigene Arbeit. 

Leuchtturmkindergarten mit Haltung 

Der Besuch des Leuchtturmkindergartens Maria-Rekker-Gasse am zweiten Tag führte das Team in einen Wiener Stadtteil, der vielen Reisenden verborgen bleibt – und genau dort entfaltet sich eindrucksvolle pädagogische Arbeit. Die Einrichtungsleitung überzeugte durch Empathie, Führungsstärke und Offenheit gegenüber Veränderung.  

Besonders beeindruckend war der Austausch mit einer Kitasozialarbeiterin: Sie berichtete davon, wie Vertrauen und Zugehörigkeit entstehen – durch das gezielte Einbinden von lokalen Frauengruppen, muttersprachlichen Bezugspersonen und durch Empfehlungen aus der Community. Auch dieser Ansatz wurde als Inspiration mitgenommen: Familien dort zu erreichen, wo sie bereits sind. 

Der Tag endete mit einem kulturellen Höhepunkt: einer Theaterinszenierung von Elfriede Jelineks Stück „Burgtheater“ im Wiener Burgtheater – eindringlich, herausfordernd, relevant. Ein Abend, der lange nachhallte. 

Kommunikation mit KI und Kompetenz 

Am dritten Tag besuchte das Team die Geschäftsstelle der Kinder in Wien (KIWI) – ein langjähriger Partner von Fröbel. Besonders faszinierend: Die Einführung einer Eltern-App, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Nachrichten direkt in die bevorzugte Sprache der Eltern übersetzt. Das senkt Sprachbarrieren und schafft neue Räume für Beteiligung und Austausch – ein echter Aha-Moment im Sinne der digitalen Inklusion. 

Interessant war auch, dass der technische Support für die App nicht in der IT angesiedelt ist, sondern im pädagogischen Bereich – ganz nah an den Bedarfen der Familien.  

Ergänzt wurde der Tag durch einen Besuch in Schönbrunn, der nicht nur kaiserliche Geschichte offenbarte, sondern auch überraschend moderne Impulse bot: Kaiserin Elisabeth alias „Sisi“ als Sinnbild für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. 

Öffentlichkeitsarbeit, die alle mitdenkt 

Der vierte Tag stand ganz im Zeichen strategischer Kommunikation. Eine Teilgruppe besuchte das Medien- und Kommunikationszentrum der Stadt Wien. Hier entstehen multimediale Inhalte für die Stadtbevölkerung – zielgruppengenau, lebensnah und oft mit einer Prise Wiener Humor. Besonders beeindruckend war das Podcast-Studio der Stadt Wien, in dem professionelle Formate produziert werden, die auch von der Lokalpresse übernommen werden. Ein Beispiel dafür, wie moderne Behördenkommunikation Menschen erreicht. 

Parallel tauchte die andere Gruppe in die Welt des ZOOM Kindermuseums ein: Mit großer Klarheit schilderte das Team, wie es Familien mit geringen Bildungsvoraussetzungen erreicht – durch mobile Teams in Parks, soziale Kooperationen und ein aufsuchendes Angebot im Sozialraum. Ziel ist: „Wenn die Familien nicht zu uns kommen, dann gehen wir zu ihnen.“ Ein Ansatz, der auch in der Kita-Kommunikation zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

Ein europäischer Austausch mit Nachwirkung 

Die Rückreise mit dem Zug bot Raum für Reflexion, Rückblick und konkrete Ideen für die eigene Praxis. Die Mobilität nach Wien hat gezeigt: Bildungskommunikation kann niedrigschwellig, digital, mehrsprachig, inklusiv und kreativ zugleich sein – wenn sie mutig gedacht wird. Besonders eindrücklich: das Lernen auf Augenhöhe mit den österreichischen Kolleg:innen aus Kommunikation und Pädagogik. 

Weiterführende Links 

Fröbel ist für die Erasmus+ Förderperiode 2021-27 akkreditiert. Das Erasmus+ Programm ermöglicht Fröbel-Beschäftigten, sich mit Fachkräften innerhalb Europas auszutauschen, Neues zu lernen und die eigene Expertise weiterzugeben. Ganze Teams und einzelne Fachkräfte können in einer Kita in einem anderen Land hospitieren und freuen sich, andere Kulturen zu erleben. Fröbel steht im Gegenzug auch als Erasmus+ Partner für Besuche in Deutschland zur Verfügung.

www.froebel-gruppe.de/erasmus

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