Aktuelles 25. September 2026

Europäischer Tag der Sprachen 2026: „Sprachen verbinden!“

Der Europäische Tag der Sprachen findet auf Initiative des Europarats und der Europäischen Kommission seit 2001 jährlich am 26. September statt. Die Initiative soll die Vielfalt der Sprachen in Europa würdigen und Menschen dazu motivieren, lebenslang verschiedene Sprachen zu lernen – natürlich angefangen bei den Jüngsten. Mithilfe der „Vorlesen in allen Sprachen“-Buchreihe können die Teams aus Fröbel-Kitas jeden Tag gezielt Mehrsprachigkeit würdigen und Familien für das Vorlesen in unterschiedlichen Familiensprachen begeistern.

"Vorlesen in allen Sprachen" ist eine Initiative von Fröbel, Dussmann das KulturKaufhaus GmbH und der Stiftung Lesen.

Mehrsprachigkeit würdigen mit „Vorlesen in allen Sprachen“

Ein Kind, das seine Lieblingsgeschichte aus der Kita kennt, kommt nach Hause – und hört sie am Abend noch einmal. Diesmal in der Sprache, in der zu Hause miteinander gesprochen wird, getröstet wird und Gute-Nacht-Lieder gesungen werden. Genau das macht das Projekt ViaS – Vorlesen in allen Sprachen – möglich. Und mit einer einfachen Ausleihbibliothek in der Kita kann jede Einrichtung dazu beitragen, dass Bücher dort ankommen, wo sie am meisten bewirken: in den Familien.

Warum Vorlesen so viel mehr ist als eine nette Routine 

Wer einem Kind vorliest, schenkt ihm weit mehr als eine Geschichte. Vorlesen erweitert den Wortschatz, stärkt das Sprachgefühl und weckt Empathie – Kinder versetzen sich in Figuren hinein, stellen Fragen, denken weiter. Der Vorlesemonitor der Stiftung Lesen zeigt allerdings: Einem Drittel der Kinder zwischen einem und acht Jahren in Deutschland wird selten oder nie vorgelesen. Die Gründe reichen von fehlendem Bewusstsein über Zeitmangel bis hin zu einem ganz praktischen Problem: Es fehlen die passenden Bücher. Für Familien, deren Familiensprache nicht Deutsch oder eine weit vertretene europäische Sprache ist, ist es manchmal gar nicht so leicht an passende Kinderbücher zukommen.

Hier können Kitas eine entscheidende Rolle spielen: nicht nur als Ort, an dem vorgelesen wird, sondern als Brücke, die das Vorlesen in die Familien trägt. 

Ja, bitte vorlesen – in jeder Sprache! 

Aber ist es sinnvoll, Kindern, die noch in der Sprachentwicklung sind, auf mehreren Sprachen vorzulesen? Die Antwort aus Forschung und Praxis ist klar: Unbedingt! Vorlesen entfaltet seine Wirkung in jeder Sprache. Es kommt darauf an, dass die Sprache sich für Kind und Familie vertraut und richtig anfühlt. 

In den Kindertageseinrichtungen von Fröbel wird Mehrsprachigkeit als Bereicherung für alle Kinder gelebt. Pädagogische Fachkräfte bestärken Familien darin, ihre Familiensprache zu sprechen und schaffen im Alltag immer wieder Momente, in denen Kinder ihre Familiensprache(n) erleben. 

Das Projekt ViaS – Vorlesen in allen Sprachen 

Gemeinsam mit der Stiftung Lesen hat Fröbel überlegt: Wie lassen sich Familien beim mehrsprachigen Vorlesen noch gezielter unterstützen? Die Antwort ist so naheliegend wie wirkungsvoll: mit Büchern, die tatsächlich in den Familiensprachen verfügbar sind – und die über die Kita direkt zu den Familien nach Hause kommen. 

Im Rahmen von ViaS wurden alle Fröbel-Einrichtungen mit einem Buchpaket aus neun ausgewählten Titeln ausgestattet. Jedes Buch liegt in acht Sprachen vor: Arabisch, Deutsch, Farsi, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch – das ergibt 72 Bücher pro Kita. Die Kinder erleben dieselbe Geschichte in der Einrichtung auf Deutsch und können sie zu Hause in ihrer Familiensprache noch einmal hören. So entsteht eine Brücke zwischen zwei Sprachwelten, die das Kind täglich erlebt.

Die Buchpakete sind über Dussmann das Kulturkaufhaus erhältlich – als Gesamtpaket oder individuell zusammengestellt. 

Verschiedene Wege zur Ausleihbibliothek – einer passt auch zu Ihrer Kita 

72 Bücher im Regal sehen schön aus. Aber ihr eigentlicher Wert entfaltet sich erst, wenn sie in den Familien ankommen. Dafür braucht es ein Ausleihsystem. Erfahrungen aus verschiedenen Fröbel-Kitas zeigen: Jede Einrichtung muss das für sie passende System finden: 

Bücherkisten stehen bereit: einmal wöchentlich ist Bücherausleihtag und Familien können sich für eine Woche Bücher ausleihen und tragen sich dafür in eine Liste ein, praktisch & unkompliziert.

Kinder übernehmen die Bibliothek: An einem festen Wochentag werden Kinder zu Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Sie bestücken die Bücherkisten, verleihen Bücher während der Abholzeit, nehmen Rückgaben entgegen und haken Namenslisten ab. 

Familien und Ehrenamtliche als Bibliotheksteam: Familien und ehrenamtlich Engagierte übernehmen die Ausleihe, halten Ordnung und reparieren ramponierte Bücher. Eine Fachkraft steht als Ansprechperson bereit. Dieses Modell entlastet das Team und stärkt zugleich die Verbindung zwischen Kita und Familien. 

Fertig gepackte Büchertaschen – einfach mitnehmen: Eine Fachkraft stellt Büchertaschen zusammen, sortiert nach Alter und Themen. Familien nehmen eine Tasche mit und bringen sie nach einer Woche zurück. Der Aufwand liegt im Vorfeld, dafür ist die Ausleihe selbst maximal niedrigschwellig. 

Ein Bücher-Ausleihsystem ist wichtiger Baustein im System der Sprachbildung in der Kita. Es verbindet das Vorlesen in der Kita und der Familie und ist als niedrigschwelliges Angebot für alle Familien nutzbar.

 

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Die Buchpakete sind über Dussmann das Kulturkaufhaus erhältlich – als Gesamtpaket oder individuell zusammengestellt. Die Stiftung Lesen hat dazu eine Broschüre mit Vorlesetipps und Praxisideen zu den einzelnen Titeln entwickelt.