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29. Oktober 2026

„Gerne mehr davon!“: Warum Beschwerden von Kindern wichtig sind

„Ohren auf! Für Kinder.“ Das wird im Fröbel-Kindergarten Sausewind ganz konkret gelebt: In einer wöchentlichen Beschwerdestunde bringen Kinder ihre Wünsche, Ideen und Sorgen in einem geschützten Rahmen ein.

Demokratiebildung und die konkrete Beteiligung der Kinder an der Gestaltung des Kita-Alltags sind bei Fröbel fest verankert. Das Foto zeigt Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Fröbel-Kindergarten Winterstraße in Hamburg.

Beschwerden haben oft einen schlechten Ruf. Dabei bieten sie eine wertvolle Chance, Dinge zu hinterfragen, Veränderungen anzustoßen und gemeinsam Lösungen zu finden. Das gilt auch für den Kita-Alltag. Denn echte Mitbestimmung bedeutet, dass Kinder nicht nur ihre Wünsche äußern dürfen. Sie müssen auch Unzufriedenheit und  Kritik außern und adressieren dürfen – ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

Ein fester Termin für die Anliegen der Kinder

Im Fröbel-Kindergarten Sausewind gehört die Beschwerdestunde inzwischen fest zur Beteiligungskultur. Einmal in der Woche treffen sich die Kiez-Kita-Fachkraft Marie Trabert und eine Gruppe von Kindern, um darüber zu sprechen, was die Kinder in ihrem Alltag beschäftigt.

Wie wichtig dieser Termin ist, zeigt bereits ein kleines Ritual: Während der Beschwerdestunde signalisiert ein Schild an der Bürotür, dass die Besprechung nicht gestört werden soll. Die Kinder erleben so ganz konkret, dass ihre Anliegen Zeit und Aufmerksamkeit bekommen – und die der anderen Kinder auch.

Im geschützten Rahmen können sie erzählen, was ihnen gefällt, was sie stört und wo sie sich Veränderungen wünschen. Dabei geht es nicht allein darum, Probleme zu benennen. Die Kinder lernen auch, einander zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Beschwerden ernst nehmen und Veränderungen sichtbar machen

Entscheidend ist, dass die Anliegen der Kinder nicht mit dem Ende des Gesprächs erledigt sind. Die Themen werden in die weitere pädagogische Arbeit eingebracht und im Kita-Team besprochen. Dabei wird selbstverständlich auf Vertraulichkeit geachtet.

Gleichzeitig erfahren die Kinder auf kindgerechte Weise, was mit ihren Rückmeldungen geschieht. Piktogramme und kreative Bilder machen sichtbar, welche Themen aufgegriffen wurden und an welchen Veränderungen gearbeitet wird.

So entsteht Transparenz: Die Kinder können nachvollziehen, dass ihre Wünsche und Sorgen gehört werden und Einfluss auf ihren Alltag haben können.

Mitbestimmung von Anfang an

Die Beschwerdestunde ergänzt die vielen weiteren Situationen im Kita-Alltag, in denen Kinder beteiligt werden. Sie schafft einen verlässlichen Rahmen, in dem auch kritische Rückmeldungen ausdrücklich willkommen sind.

Denn Kinder, die erleben, dass ihre Meinung zählt, erfahren Selbstwirksamkeit. Sie lernen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, für ihre Interessen einzustehen und konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Das sind wichtige Erfahrungen – nicht nur für das Zusammenleben in der Kita, sondern auch für demokratische Teilhabe.

Im Kindergarten Sausewind zeigt sich: Eine lebendige Beteiligungskultur braucht offene Ohren, verlässliche Strukturen und Erwachsene, die bereit sind, auch unbequeme Rückmeldungen ernst zu nehmen.

Oder, wie es im Kindergarten Sausewind heißt: Gerne mehr davon!

„Ohren auf! Für Kinder.“

Das Fröbel-Jahresmotto erinnert daran, wie wichtig es ist, Kindern zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Denn nur wer gehört wird, entwickelt Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit, um mutig die Welt zu verändern. 

Mit unserem Jahresmotto laden wir Menschen dazu ein, zuzuhören und Kindern die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. 

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