Kulturelle Bildung 20. Juni 2024 · NK

Palastgeflüster

Die Geschichte vom Palast der Republik für Kita-Kinder greifbar machen: darum ging es beim Werkstattnachmittag zusammen mit unserem Kooperationspartner Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Foto: David von Becker

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss widmet ihre aktuelle Ausstellung dem Palast der Republik. Im Rahmen unserer Kooperation wurden Fröbel-Fachkräfte und Künstlerinnen eingeladen, herauszufinden, was daran für Kinder interessant sein könnte und wie sich verschwundene Orte mit der kindlichen Lebenswelt verknüpfen lassen.

Der Palast der Republik ist weg - schon länger. An seiner Stelle steht (und stand) ein Schloss. Was für Erwachsene schon schwer zu verstehen ist, ist für Kinder, die den Palast gar nicht kannten, kaum greifbar. Wie könnte die Ausstellung, in der es um die Geschichte und Funktion des Palastes bis zu seinem Abriss geht, trotzdem für Kinder zugänglich sein? Dieser Frage gingen in der Praxiswerkstatt „Verschwundene Orte“ am 24. Mai Fröbel-Fachkräfte, Künstlerinnen und Museumspädagoginnen nach.

Schnell war klar: Es gibt sehr viele Zugänge schon für Kita-Kinder und es muss gar nicht um das Thema „verschwundene Orte“ gehen. Vor allem die Kolleginnen und Kollegen aus den Fröbel-Kindergärten sahen sofort, was für Kinder interessant sein kann: Aus der Gläsernen Blume, die früher im Empfangssaal hing, lässt sich ein ganzes Kita-Projekt zum Thema Glas machen. Über den VW-Motor, der aus Palast-Stahl gegossen wurde, lassen sich wunderbar Wege von Material erforschen. Ein Puzzle zum Palast der Republik könnte zur Frage führen, wie die Kinder zu dieser Zeit spielten oder in welcher Familie das Puzzle zu Hause war. Und natürlich bietet allein das Thema Palast sehr viele Anknüpfungspunkte.

Der Werkstatt zeigte, wie wichtig der Austausch von Museumspädagogik und frühkindlicher Expertise ist. „Wir können unseren Kindern viel mehr zumuten als wir oft denken und sind immer wieder überrascht, wie sie einen Museumsbesuch mit ihrer Lebenswelt verbinden. Diese gemeinsamen Entdeckungen machen uns selbst großen Spaß,“ so eine Kita-Fachkraft aus Berlin.

Alle teilnehmenden Fachkräfte waren sich einig, dass sie mit einer Kindergruppe die Ausstellung besuchen wollen. Spannend wird dann sein, ob sich die Kinder ganz andere Objekte auswählen, über die sie mehr erfahren wollen.