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"ABC-Klassen" an Schulen? Sprachbildung beginnt in der Kita!
Fröbel und Kita-Bündnis NRW positionieren sich klar gegen aktuelles Gesetzesvorhaben des Landes.
Der Handlungsdruck ist unbestritten: Rund ein Drittel der Kinder in NRWV zeigt bei der Schuleingangsuntersuchung sprachliche Auffälligkeiten. Doch anstatt die Qualität in den Kitas frühzeitig zu stärken, will die Politik neue schulische Parallelstrukturen aufbauen, während gleichzeitig die Rahmenbedingungen im neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geschwächt werden. Sprachförderung wird damit faktisch auf das fünfte Lebensjahr verlagert, wenn zentrale Phasen des Spracherwerbs bereits weitgehend abgeschlossen sind.
In der Kita lernen Sprache im Spiel, im Dialog und im vertrauten Alltag mit ihren Fachkräften – alltagsintegriert, beziehungsorientiert und kontinuierlich – nicht erst in separaten Kursen erst kurz vor der Einschulung. Das Land NRW plant jedoch verpflichtende schulische Vorkurse („ABC-Klassen“) für Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten im Jahr vor der Einschulung. Als Teil des Kita-Bündnisses NRW haben wir in unserer politischen Stellungnahme zum Ausdruck gebracht: Das ist der komplett falsche Weg!
Kita-Bündnis reicht Stellungnahme ein
„Der Gesetzentwurf setzt zum falschen Zeitpunkt der Bildungskette und im systemischen Widerspruch zur laufenden KiBiz-Reform an. Er droht, bestehende Probleme zu verschärfen, anstatt nachhaltige Lösungen zu schaffen“, betonte Fröbel-Bereichsleiter Marek Körner anlässlich der gestrigen Einreichung der Stellungnahme gegenüber der Presse.
In Fröbel-Kindergärten ist Sprachbildung und -förderung bereits tägliche Praxis, im engen Austausch mit den Familien und auf der Grundlage des bewährten Instruments zur alltagsintegrierten Sprachbeobachtung BaSiK. Marek Körner: „Notwendig sind deshalb jetzt Investitionen in Fachkräfte und gute Rahmenbedingungen in den Kitas – nicht neue schulische Sonderstrukturen. Politik muss früher investieren, statt später zu kompensieren.“
Wie geht es weiter?
Nach Abschluss der Verbändeanhörung wird der Gesetzentwurf im zuständigen Bildungsausschuss weiter beraten. Fröbel und das Kita-Bündnis werden den parlamentarischen Prozess weiterhin konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass die frühkindliche Bildung strukturell gestärkt wird.
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