Mit unserem monatlich erscheinenden Newsletter sind Sie immer informiert über aktuelle Projekte, Themen und Veranstaltungen bei Fröbel.
Was Kinder stark macht. Und warum Selbstregulation schon in der Kita beginnt
Wie lernen Kinder, mit starken Gefühlen umzugehen, Konflikte zu lösen und Herausforderungen zu meistern? Darüber diskutierte Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker in Berlin mit Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Kita-Praxis.
Im Mittelpunkt stand eine Fähigkeit, die für gesundes Aufwachsen und erfolgreiches Lernen entscheidend ist: die Selbstregulation. Was bedeutet das ganz konkret? Ein Kind ist wütend, weil sein Bauwerk zusammenfällt. Ein anderes kann kaum stillsitzen, weil es voller Energie steckt. Solche Momente gehören zum Kita-Alltag. Sie bieten aber auch wertvolle Gelegenheiten, in denen Kinder lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, mit Enttäuschungen umzugehen und eigene Wege zur Beruhigung zu finden. Wie sich diese Fähigkeiten gezielt fördern lassen, war jetzt Thema der Veranstaltung „Was Kinder stark macht – Selbstregulation als Schlüssel für Gesundheit und Bildung“, zu der die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der Stiftung Kinder forschen eingeladen hatte.
Für Fröbel als großen Kita-Träger brachte Stefan Spieker die Erfahrungen aus unseren über 250 Fröbel-Einrichtungen in die Diskussion ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse dauerhaft im Kita-Alltag verankert werden können. Nach Impulsen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Charité und der Stiftung Kinder forschen diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Politik und pädagogischer Praxis über die Förderung von Selbstregulation in der frühen Bildung.
Starke Kinder brauchen starke Fachkräfte
Bevor Kinder lernen, ihre Gefühle und ihr Verhalten selbst zu regulieren, sind sie auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen. Fachleute sprechen von Ko-Regulation. Wenn ein Kind aufgebracht ist, helfen ihm zunächst die ruhige Stimme einer vertrauten Fachkraft oder eine zugewandte Geste. Mit der Zeit entwickelt es eigene Strategien. „Kinder lernen Selbstregulation nicht durch Belehrungen, sondern in Beziehungen“, betonte Stefan Spieker. „Sie brauchen Erwachsene, die ihnen Sicherheit geben und sie durch schwierige Situationen begleiten. Deshalb stärken wir unsere Fachkräfte. Gute Arbeitsbedingungen, Zeit für pädagogische Interaktion und gezielte Qualifizierung sind dafür entscheiden.“
Wie vielfältig die Förderung von Selbstregulation sein kann, zeigt ein Blick in unsere Einrichtungen, wo es viele gute Ansätze gibt: Kinder beginnen den Tag mit Bewegung und Musik, um überschüssige Energie abzubauen. Andere gestalten Gefühlsrunden im Morgenkreis oder bieten bewusste Entspannungsphasen an. Auch beim Spielen und Forschen lernen Kinder, aufeinander zu warten, Regeln auszuhandeln, Rückschläge auszuhalten und neue Lösungen zu finden.
StaRK: Wissenschaftliche Erkenntnisse für den Kita-Alltag
Wie sich Selbstregulation systematisch fördern lässt, untersucht aktuell das Programm StaRK – „Selbstregulation stärken, Gesundheit von klein auf fördern“ der Stiftung Kinder forschen und der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Fröbel war an der inhaltlichen Pilotierung beteiligt. Dabei erprobten Fachkräfte unter anderem videobasierte Beobachtungsverfahren, mit denen Interaktionen zwischen Erwachsenen und Kindern analysiert werden. Ab 2027 werden die Inhalte über Teamfortbildungen in zunächst vier Fröbel-Einrichtungen getragen.
Selbstregulation rückt auch politisch in den Fokus
Der aktuelle Entwurf des Kita-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetzes (SCQEG) sieht vor, Selbstregulation neben Sprache, Motorik und mathematischen Fähigkeiten als einen von vier zentralen Förderbereichen zu verankern, was Fröbel ausdrücklich begrüßt. Den Kita-Trägern komme dabei eine Schlüsselrolle zu, sagte Stefan Spieker: „Sie können wissenschaftlich fundierte Ansätze erproben, ihre Wirksamkeit überprüfen und erfolgreiche Konzepte über Fortbildungen in die Breite tragen. Jetzt kommt es darauf an, unser Wissen dauerhaft in die pädagogische Praxis zu bringen.“