21. Mai 2019 · (jmei)

10 Jahre FRÖBEL in Australien

Der Aufbau der australischen Geschäftsstelle glich einem kleinen Abenteuer. Es hat sich gelohnt: Heute hat FRÖBEL dort vier großartige Standorte mit insgesamt 454 Kindern und 125 wunderbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der Start in Australien vor 10 Jahren war ein spannendes und wunderbares Abenteuer, das allen Mitwirkenden viel Kreativität, Enthusiasmus, Geduld sowie einige Wunder abverlangte. Olde Lorenzen, Geschäftsführer der FROEBEL Australia Ltd., ist seit Anfang an mit dabei. Im Interview berichtet er von den Anfängen und den Besonderheiten des Standorts.

Herr Lorenzen, im April 2009 landeten Sie in Sydney mit dem Ziel, einen FRÖBEL-Standort aufzubauen. Was hatten Sie im Gepäck?

Nicht viel, außer Energie und Hoffnung, dass das Projekt schon irgendwie gelingen wird. Unser erstes ‚Büro‘ war ein Zimmer in einem Hotel in Sydney. Der freundliche indische Restaurantbesitzer von nebenan hat uns dann seinen Internetzugang ‚geborgt‘. Der Umzug in ein richtiges Büro erfolgte Ende Mai 2009: Das kleine Büro in der Foster Street, Surry Hills, in das wir dann einzogen, haben wir mit zwei anderen Unternehmen geteilt. Am 21. Mai 2009 haben wir die Trägerschaft und unsere allerersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen. Diese hatten zuvor erst einmal gegoogelt, wer oder was „ein FRÖBEL“ ist... Das Konterfei des alten Friedrich hat dabei nicht gerade einen Vertrauensvorschuss gebracht (*lacht*).   

Heute hat FRÖBEL in Australien insgesamt vier Standorte in Sydney und Melbourne. Was ist das Besondere an den Einrichtungen?

Außergewöhnliche, sehr engagierte Fachkräfte, unser europäisch-geprägtes pädagogisches Profil und ganz sicher unser bilinguales Konzept, das in Australien etwas ganz Besonderes ist. Unser Fokus auf einzigartiges Design und Architektur wird ebenfalls immer mehr zu einem unserer Markenzeichen. Sie unterstreicht unseren Mut, den Status Quo herauszufordern und Neues auszuprobieren.

Was hat aus Ihrer Sicht das Engagement in Australien für FRÖBEL in Deutschland bewirkt?

Vor allem in der Qualitätsdebatte hat der internationale Austausch die Arbeit von FRÖBEL in Deutschland glaube ich positiv beeinflusst. Aus deutscher Sicht am auffälligsten ist vermutlich der hier gesetzlich vorgegebene Personalschlüssel, der nicht nur großzügig, sondern auch zu jeder Zeit einzuhalten ist. Krankheits- und fortbildungsbedingte Ausfälle kennen wir also nicht in der Art und Weise, wie sie den Alltag in unseren deutschen FRÖBEL -Kitas leider oft bestimmen.

Allerdings hat das einen hohen Preis: Kita-Gebühren von bis zu 165 australischen Dollar (= über 100 EUR) am Tag mit sehr begrenzten staatlichen Zuschüssen sind in Sydney und Melbourne normal. Und das schraubt verständlicherweise auch die Ansprüche der Elternschaft stark nach oben.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Vor allem vielleicht darauf, dass wir uns tatsächlich etablieren konnten. Erst im Nachhinein ist uns so wirklich bewusst geworden, wie hoch das Risiko damals war. Am Anfang lag der Schlüssel zum Erfolg wohl auch in einer gewissen Bescheidenheit. Wir hatten nichts, und davon ganz viel.

In den letzten Jahren haben wir vor allem an Professionalität gewonnen, und erfahren für unsere Arbeit viel Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Branche. Inzwischen steht FRÖBEL für ein ganz bestimmtes, besonderes pädagogisches Profil. Und dafür, dass wir ja immer noch verhältnismäßig klein sind, machen wir ganz schön viel Lärm!

2013 kam mit den „Little Scientists“ sogar noch ein zweites „Unternehmen dazu?

Ja, besonders stolz sind wir natürlich auch auf den Erfolg der ‚Little Scientists‘, den australischen Ableger des deutschen Haus der kleinen Forscher. Es als ein so kleines Unternehmen zu schaffen, die australische Bundesregierung als Finanzierungspartner zu gewinnen, war ein Höhepunkt in zehn Jahren FRÖBEL Australia – gekrönt davon, dass der Premierminister persönlich die Partnerschaft bekanntgeben hat.

Inzwischen arbeiten wir mit knapp 40 lokalen Netzwerkpartnern in allen Bundestaaten zusammen und haben mit den „Kleinen Forschern“ schon über 150,000 Kinder erreicht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich erhoffe mir für die Zukunft vor allem „gesunde“ Teams in jeder Hinsicht, und eine positive (Mitmach-)Unternehmenskultur, die gleichermaßen zu Verantwortung und Initiative einlädt. Und ich wünsche mir, dass alle unsere Kinder nicht nur ein hervorragendes Bildungsfundament bauen in unseren Kitas, sondern jeden Abend begeistert nach Hause gehen.

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