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Brandbrief an NRW-Landtag: Stoppt die ABC-Klassen!
Jetzt gilt's! Kurz vor der geplanten Verabschiedung der Schulrechtsnovelle in Nordrhein-Westfalen wächst der einhellige Widerstand gegen die Einführung der ABC-Klassen.
Ein von Fröbel initiiertes, ungewöhnlich breites Bündnis aus freien Trägern im Kita-Bündnis NRW und der AWO NRW, dem Landeselternbeirat, dem Kinderschutzbund, federführenden fachpädagogischen Expertinnen und Experten, den Gewerkschaften GEW und ver.di sowie kommunaler Ebene hat seine gemeinsame Botschaft in einem Brandbrief niedergelegt und betont: Die sprachlichen Herausforderungen vieler Kinder müssen entschlossen angegangen werden – dies aber nicht erst in der Schule, sondern dort, wo Sprachbildung beginnt und ihre größte Wirkung entfaltet: in der Kita!
„Niemand bestreitet den Handlungsbedarf, wenn bei einem Drittel aller Erstklässlerinnen und Erstklässler hohe Sprachdefizite festgestellt werden. Entscheidend ist jedoch, wie wir diese Kinder am wirksamsten unterstützen“, erklärt Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker. Als Experte im Fachausschuss für Schule und Bildung hat er in Form einer fachlichen Stellungnahme bereits ausgeführt, wie das gelingt: „Statt zusätzliche schulische Parallelstrukturen aufzubauen, müssen wir die Kitas stärken und ihre pädagogische Arbeit konsequent weiterentwickeln.“ Genau hier sieht sich Fröbel in der Verantwortung: Seit dem Kita-Jahr 2025/26 beobachten wir die Sprachentwicklung von jährlich 17.000 Kindern mit dem wissenschaftlich fundierten Verfahren BaSiK. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse helfen, Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen einzuleiten und Sprachbildung weiterzuentwickeln. Die Wirkung auf die Sprachentwicklung der Kinder können wir anhand von Zahlen nachweisen!
Der von immer mehr Akteuren und Menschen unterzeichnete gemeinsame Appell macht zugleich deutlich, dass wir uns nicht auf Kritik beschränken. Wir schlagen vor, mögliche zusätzliche Förderangebote zunächst auf Kinder ohne Kita-Besuch zu konzentrieren und wissenschaftlich zu begleiten. Damit könnten bestehende Förderlücken gezielt geschlossen werden, ohne die bewährten Bildungsstrukturen in den Kitas zu schwächen.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir sind gespannt, welche politische Wirkung dieser immer breitere Schulterschluss entfaltet und wie die Landtagsabgeordneten in der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause am 16. Juli 2026 abstimmen werden. Gemeinsam appellieren wir an ihr persönliches Gewissen, unsere fachlichen Argumente ernsthaft zu prüfen und den Dialog mit der frühen Bildungslandschaft fortzusetzen. Bislang haben die vielen einhelligen Einwände keinen hinreichenden Niederschlag im Gesetzentwurf gefunden. Dabei lebt Demokratie gerade davon, Expertise anzuhören, unterschiedliche Perspektiven abzuwägen und gute Argumente in politische Entscheidungen einfließen zu lassen. Stefan Spieker: „Genau dieses Verständnis von Demokratie vermitteln wir Kindern Tag für Tag in unseren Einrichtungen.“