Kulturelle Bildung 29. Juni 2026 · MWei

Bühne frei für Kinderrechte!

Die Kinder im Hamburger Fröbel-Kindergarten Winterstraße haben im Altonaer Museum ein eigenes Theaterstück aufgeführt. Das Projekt bildet den Anfang eines besonderen Theaterschwerpunkts der Kita.

Was brauchen Kinder, um sich wohlzufühlen? Wann können sie ihre Meinung sagen? Und was haben Kinderrechte mit Fischen im Wasser zu tun? Mit diesen Fragen haben sich die Kinder aus dem Fröbel-Kindergarten Winterstraße in den vergangenen Monaten auf spielerische und kreative Weise beschäftigt. Entstanden ist ein Theaterstück, das nun im Altonaer Museum uraufgeführt wurde: Bei der Premiere von „Wie ein Fisch im Wasser“ brachten die Kita- und Krippenkinder eine bunte Wasserwelt auf die Bühne.

Von der Idee bis zur eigenen Theaterproduktion

Das Werk entstand seit Anfang des Jahres unter der Projektleitung der Theatermacherin, Schauspielerin und Bewegungsvermittlerin Katrin Sagener. Gemeinsam mit der Zirkuspädagogin Lola Sagener, der Poetry-Slammerin und Grafikerin Clara Funck und der Kostümdesignerin Pia Preuß besuchte sie den Kindergarten wöchentlich. Aus der Arbeit mit den Kindern, Beobachtungen und Gesprächen entwickelten sich Geschichten, Rollen, Kostüme, Bühnenbilder, Bewegungen und Gedichte für das Stück. 

Im Mittelpunkt stand ein Thema, das Kinder unmittelbar betrifft: ihre Rechte. Die Kinder konnten eigene Ideen einbringen, ausprobieren, verwerfen und neu erfinden – und erleben, dass ihre Perspektiven auf einer großen Bühne Platz haben.

„Für unsere Kinder war dieses Projekt eine wunderbare Erfahrung von Beteiligung und Selbstwirksamkeit“, sagt Stephanie Rudschewski, Leiterin des Fröbel-Kindergartens Winterstraße. „Sie haben erlebt, dass ihre Ideen zählen, dass ihre Beiträge gebraucht werden und ihre Stimme dazugehört.“

Mit viel Fantasie sind die Kinder und ihre Gäste in eine bunte Wasserwelt eingetaucht. Große blaue Stoffbahnen wurden zu Wellen und das Publikum begegnete unterschiedlichen Fischen und Wasserwesen: Schwertfische fingen Luftblasen, Hüpffische sprangen über versunkene Taue, Rollmöpse purzelten am Meeresboden und eine Wasserschlange schlängelte sich durch die Tiefe. Kleine Fische spielten in den Wellen, später tauchten Surfer und Delfine auf. Dazu gab es Animationen aus den Kunstwerken der Kinder und ein Schattenspiel. 

Ein Theaterfest zum Mitmachen und Staunen

Nach der Aufführung waren Kinder, Familien und Gäste zum Theaterfest in der Eingangshalle des Altonaer Museums eingeladen. An Mitmachstationen konnten sie angeln, Fische aus Salzteig ausstechen, T-Shirts mit maritimen Motiven bedrucken, Fischmasken basteln oder Seifenblasenangeln bauen. Zum Abschluss stiegen vor dem Museum schillernde Riesenseifenblasen auf – fast wie Blubberblasen im Wasser.

„Frühe Bildung bedeutet, Kindern Räume zu eröffnen, in denen sie sich ausprobieren, ausdrücken und als wirksam erleben können“, sagt Natalie Kronast, Leiterin der Abteilung Engagementförderung, kulturelle Bildung und Kooperationen bei Fröbel. „Dafür hat die kulturelle Bildung ein großes Potential und das Theater verbindet Sprache, Bewegung, Fantasie und Gemeinschaft auf besondere Weise. Im Fröbel-Kindergarten Winterstraße sind die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes im Projekt gewachsen.“

Das nun aufgeführte Theaterstück war übrigens erst der Anfang: Denn der Fröbel-Kindergarten Winterstraße entwickelt aktuell einen ausgewiesenen Theaterschwerpunkt: Ausgehend von den Projekterfahrungen sollen die Kinder und Fachkräfte in der Einrichtung nun regelmäßig Zugang zur vielfältigen Welt des Theaters haben – als Grundlage für weitere inspirierende Projekte rund um die Bretter, die die Welt bedeuten. Die Kita hat dafür zahlreiche Expertinnen und viele Theater in Hamburg an ihrer Seite.