Politik und Gesellschaft 20. Mai 2026 · BW

Sprachbildung: „Die Kita kann es!“

Als Sachverständiger brachte Stefan Spieker unsere datenbasierte Fröbel-Expertise heute in den NRW-Landtag ein.

Fröbel-Kitas in NRW - Kinder mit Förderbedarf bei der Sprachentwicklung: Die Karte zeigt den Anteil der Kinder mit Sprachförderbedarf in Fröbel-Kitas in NRW. Die farbliche Darstellung reicht von Grün (geringer Förderbedarf) bis Rot (höherer Förderbedarf) und macht regionale Unterschiede sichtbar. Die Stichprobe umfasst 3.794 Kinder aus 86 Fröbel-Einrichtungen in 14 NRW-Kreisen, mit einer durchschnittlichen Förderbedarfsquote von 17,8 %. Quelle: Fröbel e.V.
Der Sprachstand verändert sich: Die Grafik veranschaulicht die dynamische Entwicklung des Sprachstands von 870 Fröbel-Kindern in NRW zwischen zwei Beobachtungszeitpunkten. Sie zeigt, wie viele Kinder aus dem Förderbereich herauswachsen und wie viele neu hinzukommen. Besonders hervorzuheben ist, dass 38 % der zuvor als „auffällig“ eingestuften Kinder den Förderbereich verlassen haben. Quelle: Fröbel e.V.

Wie gelingt wirksame Sprachbildung und -förderung für Kita-Kinder? Mit genau dieser Frage befasste sich heute der Ausschuss für Schule und Bildung des NRW-Landtags im Rahmen der Anhörung zum 18. Schulrechtsänderungsgesetz und den geplanten „ABC-Klassen“. Als geladener Sachverständiger brachte Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker seine Position klar auf den Punkt: „Das Ziel, Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten besser zu fördern, ist richtig – der gewählte Ansatz jedoch falsch, denn er greift erheblich zu kurz!“ 

„Wirksame Sprachbildung beginnt nicht erst im letzten Jahr vor der Schule, sondern vom ersten Kita-Tag an“, sagte er in der Anhörung und betonte zugleich: „Die Kita kann es! Das können wir bei Fröbel inzwischen auch mit Daten belegen.“

Sprachbildung alltagsintegriert und datenbasiert

Seit dem Kita-Jahr 2025/26 wird die Sprachentwicklung von jährlich rund 17.000 Kindern in allen Fröbel-Kindergärten systematisch beobachtet und dokumentiert. Grundlage ist das in NRW etablierte Verfahren BaSiK zur alltagsintegrierten Sprachentwicklungsbeobachtung. Das Ergebnis ist der derzeit größte Datensatz zur frühkindlichen Sprachentwicklung in Deutschland. Mit diesen Daten kann Fröbel heute präzise erkennen, wo Förderbedarf besteht, welche Maßnahmen wirken und wo zusätzliche Ressourcen gebraucht werden. 

Die Fröbel-Daten zeigen vor allem eines ganz deutlich: 

  • Frühe Forderung wirkt! 
  • 38 Prozent der Kinder wechseln zwischen zwei Beobachtungen von einem auffälligen zu einem unauffälligen Sprachbefund.
  • Kinder mit Deutsch als Zweitsprache machen die größten Sprünge.
  • Genau dort, wo der Bedarf am höchsten ist, wirkt frühe Förderung somit am stärksten.

Die Mittel jetzt richtig einsetzen! 

Die finanziellen Mittel wären in Kitas somit deutlich wirksamer investiert als in neue Parallelstrukturen kurz vor der Einschulung. Dieses Wissen sollte das Land NRW jetzt nutzen, anstatt neue kostenintensive Sondersysteme aufzubauen. Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 90 Fröbel-Kindergärten und Familienzentren in NRW zeigen jeden Tag: Die Kita kann es!