Aktuelles · Pressemitteilung 14. September 2020 · (jmei)

Ein inklusiver Spielplatz im Branitzer Park

Die Projektpartner FRÖBEL und Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz präsentieren im Schloss Branitz erste Spielplatzideen. Dabei verbindet die Projektpartner eine spannende Historie.

Kinder aus dem FRÖBEL-Kindergarten Otti 2 in Cottbus präsentieren ihre Ideen für einen inklusiven Spielplatz. © SFPM
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v.l.n.r. Maren Dieckmann (Dezernentin für Jugend, Kultur und Soziales der Stadt Cottbus), Stefan Körner (Vorstand Stiftung Fürst-Pückler-Museum), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Annett Bauer (Geschäftsleiterin FRÖBEL Lausitz), Stefan Spieker (Vorstandsvorsitzender des FRÖBEL e.V.) © SFPM
Kinder aus dem FRÖBEL-Kindergarten Otti 1, © SFPM
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In der Gutsökonomie von Branitz in Südbrandenburg entsteht ein Spielpatz für Kinder mit und ohne Handicap. An der Gestaltung des Spielplatzes haben sich Kinder aus elf Cottbusser FRÖBEL-Kindergärten beteiligt. Im Vorfeld machten sich die Kinder in den vergangenen Wochen an Projekttagen im Branitzer Park mit der Parklandschaft, dem Spielplatzareal und inklusiven Spielplatzbedingungen vertraut. Im Anschluss skizzierten sie ihre Ideen für die Spielplatzgestaltung.

Die Zeichnungen der Kinder wurden bei der Auftaktveranstaltung präsentiert. Nun geht es in einem nächsten Schritt darum, die Ideen der Kinder auf ihre Machbarkeit zu prüfen und einen Wettbewerb für die Spielplatzgestaltung auszuloben.

Der Schirmherr dieses Projekts Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen:

„Ich freue mich sehr, dass ich heute den Auftakt zur Gestaltung eines inklusiven Spielplatzes geben kann. In Deutschland gibt es zu wenig inklusive Spielplätze, auf denen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam Spaß haben können. Und das ist ungemein wichtig. Denn nur, wenn Kinder mit und ohne Behinderungen unbeschwert gemeinsam spielen und groß werden können, ist echte Inklusion möglich. Im gemeinsamen Spiel werden Vorurteile und Barrieren abgebaut und ob jemand eine Behinderung hat oder nicht, tritt in den Hintergrund.“

Die herausragende Vorbildwirkung dieses Projekts für Cottbus und Südbrandenburg betont auch Maren Dieckmann, Dezernentin und Leiterin des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales der Stadt Cottbus:

„Leider sind in Deutschland nur ein Bruchteil der Spielplätze inklusiv ausgerichtet. So freue ich mich sehr, dass es in Cottbus bald einen Spielplatz für Kinder mit und ohne Handicap geben wird. Denn Spielen ohne Barrieren stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl behinderter und nichtbehinderter Kinder, deren soziale Kompetenz und trägt dazu bei, Ausgrenzung mehr und mehr abzubauen."

Stefan Spieker, Geschäftsführer von FRÖBEL: „Friedrich Fröbel und Fürst Pückler waren mit ihren Ideen ihrer Zeit voraus und sind in ihrem Denken und Handeln ungewöhnliche Wege gegangen. Wir können nur die Kinder motivieren, neue Ideen und Vorstellungen zu entwickeln, ihre eigenen Vorstellungen zu entwickeln und ihre Bedürfnisse für gemeinsames Spielen in der Natur zum Ausdruck zu bringen. Fröbel und Pückler würden sich jedenfalls über dieses gemeinsame Projekt freuen.“

Zwischen Fröbel und Pückler gibt es eine historische Verbindung

Der Schöpfer des Branitzer Parks, Fürst Pückler, und der Erfinder des Kindergartens, der Pädagoge Friedrich Fröbel, kannten und schätzten sich.

„Der Pflanzengärtner und der Kindergärtner hatten die Zukunft der Gesellschaft fest im Blick, denn sie gestalteten ihre Gärten als Freiräume für Gleichberechtigung und Wertschätzung sowie Liberalität und Spielfreude. Die Branitzer Stiftung lebt diesen Gedanken indem sie eine aktive Kinder- und Jugendarbeit Geschichte lebendig macht und indem seit 20 Jahren Mitarbeiter mit Handicap Hand in Hand mit den Parkgärtnern zusammenarbeiten sowie die Gründung eines Inklusionsbetriebs für die Parkpflege beabsichtigt ist.“ erläutert Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum.

In seiner Parkplanung hatte Pückler auch Kinder bedacht. So gab es im Bereich des Schlosses ein von Weißbuchen eng umstandenes Rasenareal mit Hanglagen, das Kinder als großen, naturnahen Tobe-Spielplatz nutzen konnten. Dabei liebte der Fürst die Geräuschkulisse. Dieser außergewöhnliche Ort ist heute verloren. Dafür entsteht in der Branitzer Gutsökonomie ein neuer Spielplatz als inklusiver Spiel-, Lern- und Begegnungsort im denkmalgeschützten Branitzer Park.

Auf dem Weg zum inklusiven Spielplatz

Nachdem die Ideen der Kinder nun gesammelt sind, wird zusammen mit FRÖBEL und mit finanzieller Unterstützung des „Länderfonds „Demokratie und Wahlen des Landes Brandenburg“ und einem Planer ein Wettbewerb ausgelobt.

Die Erneuerung des Spielplatzes wurde durch die Spendenübergabe des Cottbuser Ferienspaßpasses angestoßen. Dank der Teilnahme am Crowdfunding-Projekt der VR Bank Lausitz sowie einer Spende der Kirchengemeinde St. Nikolai – konnte bereits ein erstes inklusives Spielgerät finanziert werden.

Weitere Spenden sind willkommen!

Spendenkonto: Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Sparkasse Spree-Neiße
Verwendungszweck: „Inklusiver Spielplatz“
IBAN: DE53 1805 0000 0190 069716
BIC: WELADED1CBN

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