Politik und Gesellschaft 24. Oktober 2025 · MKu

Fröbel trifft den Kultusminister

Gemeinsam mit den sächsischen Kita-Akteuren traf Fröbel den Kultusminister in Dresden. Worum es ging und warum Sprachbildung in Sachsen ein wichtiges Thema ist, lesen Sie hier.

Die Akteure des Graswurzelbündnisses gemeinsam mit Kultusminister Conrad Clemens (c) Fröbel e.V.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger als die Zukunft der frühen Bildung stand im Mittelpunkt des gemeinsamen Treffens von Fröbel und dem Graswurzelbündnis mit dem sächsischen Kultusminister Conrad Clemens am 22. Oktober in Dresden. Die Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Kitas war jetzt ein erster Schritt – weitergehen muss es jetzt mit einer langfristigen Sicherung der Prozessqualität.

„Ich bin ein großer Freund der Schlüsselverbesserung“, pflichtete Kultusminister Conrad Clemens dem Geschäftsleiter von Fröbel in Sachsen, Christian Scheinpflug, bei. „Der sächsische Schlüssel ist derzeit der schlechteste in Deutschland. Wir dürfen uns nicht mit kleinen Anpassungen zufriedengeben – die demografische Rendite muss genutzt werden, um in Qualität und Fachkräfte zu investieren. Gleichzeitig sind Sprachbildung und Prozessqualität in den Kitas wichtige Bausteine für Basiskompetenzen, die alle Kinder beherrschen und teilhabefähig machen,“ bekräftigte Scheinpflug.

An diesem Punkt setzte der Minister an und verwies auf die bildungspolitischen Entwicklungen in den Ländern und dem Bund. Ein verpflichtendes letztes Kitajahr ist nach Einschätzung von Clemens nicht vorgesehen – mit einer Betreuungsquote von 98 Prozent sehen Land und Fraktionen keinen Bedarf. Dagegen scheint die Einführung verpflichtender Sprachstandserhebungen für Vierjährige nach Hamburger Vorbild wahrscheinlich. Für Fröbel ist dieser Schritt zunächst ein guter. Hier gibt das Policy Paper „Datengestützte Sprachförderung in Kitas von Fröbel Antworten, wie eine Strategie gemeinsam mit dem Bund, den Ländern und den Trägern bereits heute umgesetzt werden kann. Die wichtigen Impulse aus dem geplanten Kitaqualitätsgesetz des Bundes werden ebenfalls deutlich Auftrieb geben.

Die Gespräche machten deutlich, dass die jüngsten und geplanten Anpassungen beim Betreuungsschlüssel nur ein erster Schritt sein können. Aus Sicht von Fröbel und dem Graswurzelbündnis sollten diese freiwerdenden Finanzmittel nicht zur allgemeinen Haushaltskonsolidierung genutzt, sondern gezielt in bessere Rahmenbedingungen der frühkindlichen Bildung investiert werden.

Christian Scheinpflug machte zugleich auf die angespannte Lage vieler Kommunen aufmerksam: „Die finanzielle Situation ist ernst. Wenn das Land nicht handelt, gefährden wir die Qualität in den Kitas. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung von Land, Kommunen und Trägern, um die Finanzierung zukunftsfähig zu gestalten und die pädagogische Qualität zu sichern.“

Fröbel und das Graswurzelbündnis sind sich einig: Nur wenn die demografische Rendite in Qualität investiert wird, kann Sachsen seinem Anspruch auf gute Bildung für alle Kinder gerecht werden – heute und in Zukunft.