Aktuelles 21. November 2023 · MKu

Zeit vergangen und nichts passiert?

Krise als Chance für die frühe Bildung? Dazu diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis, Politik und den Verbänden.

Die Frage „Frühe Bildung: Krise als Chance?“ stand im Mittelpunkt des zweiten pädquis Forums am 21. November 2023 in Berlin. Auf dem Podium Katharina Queisser, Doreen Siebernik, Claudia Fligge-Hoffjann, Prof. Dr. Jürgen Zöllner, Prof. Dr. Stefan Faas und Stefan Spieker (v.l.n.r.)

Über 20 Jahre sind seit dem Pisa-Schock vergangen – ganzheitliche Reformen im deutschen Bildungssystem seitens der Länder und des Bundes unterblieben. Nicht erst seit der Corona-Pandemie stagnieren die Bildungsergebnisse mit rückläufiger Tendenz, wie die Daten des IQB-Bildungstrends belegen. Denn trotz hoher Investitionen in das Bildungssystem wird das Fundament oftmals außer Acht gelassen: die frühe Bildung.

Die Frage „Frühe Bildung: Krise als Chance?“ stand im Mittelpunkt des zweiten pädquis Forums am 21. November 2023 in Berlin, bei dem FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker die Potenziale der frühen Bildung betonte. Mit Blick auf die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen forderte er bundesweit einheitliche Standards und sprach sich dringend für ein Monitoring der Prozessqualität in Kitas aus. Denn nur wenn Kinder die von der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) betonten Basiskompetenzen beherrschen, verfügen sie über gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.

Auch in der akuten Situation des Fachkräftemangels in der frühen Bildungslandschaft dürfen keinesfalls künstliche Fronten gebildet werden, so Prof. Dr. Stefan Faas, wissenschaftlicher Vorstand der pädquis Stiftung. Doreen Siebernik pflichtete Prof. Faas als Mitglied im Bundesvorstand der GEW bei und setzt große Hoffnung in das Bundesqualitätsgesetz.

Doch dazu braucht es Handlungswissen, das bestenfalls auf einer datenbasierten Qualitätssteuerung fußt. Diese muss Strukturmerkmale sowie Prozessmerkmale gleichermaßen in den Blick nehmen, die die kindliche Entwicklung nachweislich positiv beeinflussen können. Denn: „Wie soll man einen so großen Träger ohne Daten seriös steuern?", fragt Stefan Spieker

Auch vor diesem Hintergrund ist die Machbarkeitsstudie zum Prozessmonitoring in der frühen Bildung so bedeutsam. Die pädquis Stiftung als unabhängige Forschungseinrichtung analysiert die bereits verfügbaren Daten, führt qualitative Experteninterviews und trägt diese komparativ zusammen. Die Ergebnisse sollen in Handlungsempfehlungen für den Bund und die Länder münden, welche Potenziale für den Bildungserfolg der Kinder ein obligatorisches Prozessmonitoring schafft.

>> Weitere Informationen zur Machbarkeitsstudie.

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