4plus – Kinder im Museum

Ein gemeinsames Vermittlungsangebot von Fröbel und den Staatlichen Museen zu Berlin für Kita-Kinder ab vier Jahren.

Mit jungen Kindern ins Museum – wie kann das gut funktionieren? Was sehen Kita-Kinder, was Erwachsenen vielleicht verborgen bleibt? Und welche Zugänge braucht es, wenn Kunstwerke selbst nicht berührt oder ausprobiert werden können?

4plus – Kinder im Museum startete 2022 als gemeinsames Kooperationsprojekt von Fröbel und den Staatlichen Museen zu Berlin (SMB). Von Anfang an ging es darum, Museen gemeinsam mit jungen Kindern ab vier Jahren neu zu denken – neugierig, experimentell und auf Augenhöhe. Zugleich war klar: Aus dem Entwicklungsprozess sollte ein Angebot entstehen, das bleibt.

Phase 1: Gemeinsam entwickeln (2022–2024)

Kinder und pädagogische Fachkräfte aus mehreren Berliner Fröbel-Kindergärten unterstützten die SMB dabei, Formate speziell für Kita-Kinder zu entwickeln: Im Dezember 2022 ging es mit einem Kick-off los. Ab Januar 2023 wurde zunächst die Alte Nationalgalerie in mehreren Terminen erkundet, später auch das Alte Museum. Kreativ gearbeitet wurde im Haus Bastian, dem Zentrum für Kulturelle Bildung der SMB.

„Ich kann das Museum aus dem Fenster unserer Wohnung sehen, aber ich war noch nie hier!“, wunderte sich ein Kind auf dem Weg zur Alten Nationalgalerie. Für viele war es der erste Besuch.

Was ist ein Museum? Was sammelt es? Was ist ein Kunstwerk – und aus was ist es gemacht? Entscheidend war, dass die Kinder ihre eigenen Interessen einbringen und 4plus mitgestalten konnten. Und so war der goldene Rahmen manchmal genauso spannend wie das Gemälde selbst. Fachkräfte und Vermittelnde reflektierten regelmäßig gemeinsam, beobachteten genau und entwickelten das Programm Schritt für Schritt weiter. Begleitend fanden Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Museumsvermittlerinnen und Museumsvermittler statt. So entstand ein kindgerechtes Angebot, das eng an die Lebenswelt Zielgruppe anknüpft und all ihre Sinne einbindet.

Nach Abschluss des Entwicklungsprozesses ist aus 4plus ein buchbares Angebot der Staatlichen Museen zu Berlin auf der Museumsinsel hervorgegangen. Es richtet sich an Kindertageseinrichtungen in Berlin und Brandenburg und ist online buchbar.

Auf Erkundung im Museum

Phase 2: Weiterdenken im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart (2025–2026)

Seit 2025 wird 4plus weitergeführt – in neuen musealen Kontexten und mit neuen Fragestellungen. Im Projekt „4plus – Kinder im Hamburger Bahnhof“ steht zeitgenössische Kunst im Mittelpunkt. Kinder aus drei Berliner Fröbel-Kindergärten begegnen hier Konzepten und Ideen hinter aktuellen künstlerischen Positionen, tauchen in Sammlungsausstellungen ebenso ein wie in raumgreifende Sonderpräsentationen und erkunden das Museum nicht nur als Ausstellungsort, sondern auch als Kreativ- und Denkraum – vor und hinter den Kulissen.

Die ehemaligen Bahnsteige, die weiten Hallen und die industrielle Architektur eröffnen eigene Perspektiven auf Kunst und Ort. Viele Kinder verknüpfen die Geschichte des Hauses mit ihren heutigen Eindrücken:

„Für die Kinder ist das hier nicht einfach nur ein Museum. Sie stellen sich vor, wie früher Züge eingefahren sind, und verbinden diese Bilder mit den Installationen und Skulpturen, die sie heute sehen. In ihren Gesprächen entsteht ein ganz eigener Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, beschreibt eine beteiligte Fachkraft.

Wie schon in der ersten Phase prägen die Perspektiven der Kinder den Prozess: Sie untersuchen Räume, entwickeln Fragen und machen ihre Eindrücke sichtbar. Die Zusammenarbeit im Hamburger Bahnhof läuft bis Frühsommer 2026. Ziel ist es auch hier, etwas Nachhaltiges entstehen zu lassen – Inhalte, Methoden oder Materialien, die über die Projektlaufzeit hinaus weiteren Kita-Kindern zugutekommen können. Möglich wird die Weiterentwicklung von 4plus durch eine Spende der Berliner Sparkasse