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4plus – Kinder im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Kinder aus drei Fröbel-Kindergärten erkunden zeitgenössische Kunst
Wie begegnen junge Kinder zeitgenössischer Kunst? Und welche Zugänge brauchen sie, um sich Werke anzueignen, die nicht berührt werden können? Mit diesen Fragen beschäftigt sich „4plus – Kinder im Museum“, ein gemeinsames Vermittlungsprojekt von Fröbel und den Staatlichen Museen zu Berlin für Kinder ab vier Jahren. Ziel ist es, Museen gemeinsam mit jungen Kindern neu zu denken – neugierig, experimentell und auf Augenhöhe – und daraus Formate zu entwickeln, die langfristig bestehen.
Seit 2025 wird das Projekt im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart weitergeführt. Kinder aus dem Fröbel-Kindergarten Schatzinsel, dem Fröbel-Kindergarten Charité Mitte und dem Fröbel-Kindergarten Lisa-Fittko-Straße erkunden hier regelmäßig die Ausstellungen und Räumlichkeiten des Museums. Dabei nähern sie sich Kunstwerken auf ganz unterschiedliche Weise: über Bewegung, Gespräch, Zeichnung oder Klang – immer ausgehend von ihren eigenen Fragen und Wahrnehmungen.
„Wenn wir Kindern auf Augenhöhe begegnen, wird das Museum zu einem Ort, den sie sich selbst erschließen – nicht über Regeln, sondern über Neugier, Wahrnehmung und eigene Erfahrungen. Genau darin liegt für uns das Potenzial zeitgenössischer Kunstvermittlung.“
Claudia Ehgartner, Leitung Bildung & Vermittlung, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Ein Besuch beginnt oft im Atelier des Museums. Beim gemeinsamen Frühstück wird ausprobiert und diskutiert: Welche Geräusche können wir erzeugen? Wie fühlt sich ein Raum an? Was fällt uns an einem Kunstwerk zuerst auf? „Das klingt wie Regen!“, ruft ein Kind und plötzlich wird aus dem Tisch ein Instrument. In den Ausstellungen selbst werden Kunstwerke nicht nur betrachtet, sondern mit allen Sinnen erschlossen: Wie klingt die Farbe Silber? Welche Geräusche passen zu einer Skulptur? Vor einer Arbeit des türkischen Künstlers Cevdet Erek hören die Kinder aufmerksam hin. Die rhythmischen Schienengeräusche der Installation greifen sie unmittelbar auf: Sie bilden einen Zug, bewegen sich gemeinsam durch den Raum und folgen den Klängen. „Das ist wie eine Eisenbahn!“, ruft ein Kind.
Jede Kita-Gruppe wird kontinuierlich von einer Kunstvermittlerin begleitet: von der Künstlerin Heike Bollig oder der Kunsthistorikerin Kolja Kohlhoff. Sie gestalten die gemeinsamen Termine von der ersten Begegnung bis zur Reflexion mit und greifen die Ideen der Kinder auf. Für die beteiligten Fröbel-Kindergärten wird der Hamburger Bahnhof so zu einem vertrauten Erfahrungsort und sie entwickeln eine eigene Vorstellung davon, was ein Museum sein kann.
„Die Kinder haben sich sehr schnell im Museum orientiert und eigene Routinen entwickelt. Sie beobachten genau, gehen offen ins Gespräch und teilen ihre Eindrücke. Besonders begeistert hat sie, dass sie Kunst nicht nur anschauen, sondern auch selbst erproben konnten.“
Larissa Murawski, Multiplikatorin für Kulturelle Bildung, Fröbel-Kindergarten Lisa-Fittko-Straße
Im Frühjahr 2026 endet die praktische Projektphase. Gemeinsam wird die Zusammenarbeit reflektiert und weiterentwickelt, sodass die gewonnenen Erkenntnisse in neue Formate und Angebote für weitere Kitas einfließen können.
Die Weiterführung von „4plus – Kinder im Museum“ im Hamburger Bahnhof wird durch eine Spende der Berliner Sparkasse ermöglicht.
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