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Auf die Architektur kommt es an!
Die Sommer werden heißer – das stellt neue Anforderungen an Lebens- und Wohnräume. Fröbel betreibt über 250 Kitas, viele davon in sehr unterschiedlichen Gebäudetypen: alte Fabrikgebäude, Plattenbauten, moderne Neubauten. Diese Vielfalt bringt große Herausforderungen mit sich.
Wie Fröbel damit umgeht, erklären Sabrina Schweiner, Abteilungsleiterin Bau- und Projektmanagement, und Arne Süberkrüb, Abteilungsleiter Facility Management bei Fröbel, im Interview:
Welche Herausforderungen bringt der Klimawandel für Fröbel-Gebäude mit sich?
Arne Süberkrüb: Viele unserer Gebäude wurden vor 2009 gebaut – als sommerlicher Wärmeschutz im Baurecht kaum eine Rolle spielte. Auch die von uns gemieteten neuen Gebäude sind oft nur mit dem gesetzlich notwendigen Mindeststandard ausgestattet. Bei Hitzeperioden können einige Räume schlicht nicht genutzt werden. In Mietobjekten ist es schwierig, Vermieter zur Nachrüstung zu bewegen. Die gesetzliche Lage ist unklar, die Verantwortung für Klimaanpassung wird zwischen Mieter und Vermieter hin- und hergeschoben. Die technischen Maßnahmen sind teuer, der Finanzierungsweg meist kompliziert und langwierig. Wir müssen daher häufig Kompromisslösungen finden. In einigen Mietverträgen liegt die Verantwortung für die Nutzbarkeit als Kita bei uns als Mieter. In anderen ergibt sich aus der Zweckbindung als „Kita-Fläche“ ein Anspruch auf Funktionserhalt – also auch auf Hitzeschutz. Doch viele Vermieter lehnen Nachrüstungen ab mit dem Argument, Klimaveränderungen seien höhere Gewalt. Wir brauchen hier dringend politische Klarheit – und vor allem Lösungen für Kinder und Fachkräfte vor Ort.
Welche Maßnahmen ergreift Fröbel konkret?
Arne Süberkrüb: Bei eigenen Immobilien haben wir mehr Handlungsspielraum und planen Neubauten konsequent klimaangepasst – mit nachhaltiger Architektur und modernen Energiesystemen. Dabei hängt vieles von der Finanzierung ab. Mit Eigenmitteln können wir nur kleinere Maßnahmen umsetzen: Ventilatoren, optimierte Lüftung, interne Umstrukturierungen. In einigen Kitas nutzen wir Photovoltaik-Anlagen (kurz: PV-Anlagen), um Strom für die Kühlung zu erzeugen – das spart langfristig Kosten. Fröbel stellt über drei Millionen Euro bereit, um energetische Sanierungen und Klimaanpassungen zu finanzieren. Externe Fördermittel gibt es bisher nicht. Wir handeln, weil es notwendig ist – nicht, weil wir es uns leisten können.
Was braucht es für nachhaltige Lösungen?
Arne Süberkrüb: Neubauten müssen von Beginn an klimabewusst geplant werden. Wir haben „Know-how“ und Ideen – uns fehlt das Geld. Zudem erschweren bürokratische Hürden den Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, insbesondere bei gemieteten oder gemeinschaftlich genutzten Objekten.
Sabrina Schweiner: Die gute Nachricht: Es bewegt sich etwas. Immer mehr Bauherren und Architekturbüros denken Klimaanpassung mit, auch weil der Gesetzgeber reagiert hat. Sommerlicher Wärmeschutz hat heute einen anderen Stellenwert im Baugesetz. Gebäudestandort und -ausrichtung werden stärker berücksichtigt – architektonische Lösungen sind oft günstiger als technische Nachrüstungen.
Welche Vorteile hat das?
Sabrina Schweiner: Ein durchdachtes Gesamtkonzept von Anfang an spart langfristig Geld. Technische Nachrüstungen verursachen oft versteckte Kosten bei der Wartung, Instandhaltung und durch höhere Betriebskosten. Diese werden in der Regel nicht durch Länder oder Kommunen refinanziert. Deshalb setzen wir in unseren Fröbel-Baustandards bewusst auf nachhaltige Architektur statt technischer „Flickenteppiche“. Ein Beispiel ist unsere neue Fröbel-Kita Langebusch in Münster: Hier wurde der Wärmeschutz architektonisch und mit intelligenter Gebäudetechnik gelöst – nicht durch teure Komplettsysteme, sondern durch gezielten Energieeinsatz und eine nachhaltige Geländeplanung.
Arne Süberkrüb: Wir wissen, was funktioniert – architektonisch wie technisch. Aber wir können es nicht allein finanzieren. Das interne Budget erlaubt uns zumindest punktuelle Maßnahmen – etwa Dachsanierungen oder PV-Anlagen. Damit kommen wir bei eigenen Immobilien weiter. Bei Mietobjekten sind uns jedoch die Hände gebunden.
Sabrina Schweiner: Deshalb stellt sich zunehmend die Frage, welche Standorte wollen und können wir überhaupt weiterentwickeln? Bei jedem Objekt müssen wir künftig genauer hinsehen – auf die reale Nutzbarkeit, die Betriebskosten und die langfristige Tragfähigkeit. Denn diese Entscheidungen wirken weit in die Zukunft hinein.
Die Kita von morgen
Wenn wir bauen könnten, wie wir wollten, wäre dies unser architektonisches Zukunftskonzept für Kita-Neubauten.
Dachüberstände
bieten zusätzlichen Schatten und reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung.
Grüne Dächer
bieten zusätzlichen Wärmeschutz und verbessern die Energieeffizienz des Gebäudes.
Automatisierte Sonnenschutzsysteme
passen sich an Sonnenstand und Temperatur automatisch an.
Natürliche Belüftung
Strategisch platzierte Lüftungsschlitze und Oberlichter fördern die Luftzirkulation und halten die Innenräume kühl.
Hochleistungsdämmstoffe
Materialien mit hoher Wärmedämmung minimieren die Wärmeübertragung.
Pflanzen im Innenbereich
verbessern die Luftqualität und kühlen.
Klimaanlagen mit Wärmerückgewinnung
sind energieeffizient und sorgen für eine angenehme Raumtemperatur.
Intelligente Steuerungssysteme
überwachen und regulieren Temperatur und Luftfeuchtigkeit
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