Sprach- & Leseförderung 30. Juli 2025 · MKu

Auf die Praxis kommt es an

Wie Fröbel-Fachkräfte mit dem Beobachtungstool BaSiK arbeiten, darum ging es bei einem Praxisbesuch in Berlin.

Rundgang und Austausch im großen Garten der Fröbelspatzen (C) Fröbel
BaSiK im Fröbel-Kindergarten Fröbelspatzen (C) Fröbel

Als Fröbel sein Pilotprojekt zu BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertages­einrichtungen) 2023 startete, war Jacqueline Gerasch als eine der ersten dabei. Sie leitet den Fröbel-Kindergarten Fröbelspatzen in Berlin-Friedrichshain und konnte in den vergangenen zwei Jahre mit ihrem Team eine Menge Erfahrung im Umgang mit BaSiK sammeln.

BaSiK ist ein Verfahren zur Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung von Kindern ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Damit könnte es eine Antwort auf die politisch aktuell viel diskutierte Frage liefern, wie die Sprachkompetenzen von jungen Kindern valide erhoben werden können. Ziel ist es, möglich frühzeitig alle Kinder optimal unterstützen zu können und so zu fördern, dass Bildungsungleichheiten ausgeglichen werden können.

Weil sich vieles in der Praxis besser verstehen lässt, besuchten die Fröbelspatzen am 30. Juli Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, begleitet von Juliane Meinhold, Abteilungsleitung Soziale Arbeit, und Niels Espenhorst, Referent für Kindertagesbetreuung.

„Sprachstände werden in unserem Team nie einzeln betrachtet. Wir schaffen bewusst tägliche Sprachanlässe für qualitätsvolle Interaktionen mit den Kindern und schauen ganzheitlich über die Dauer von Wochen und Monaten, wie sich die Kinder entwickeln,“ sagte Jacqueline Gerasch während des Rundgangs durch den Elementarbereich der Einrichtung. „Und diese Beobachtungen werden für jedes Kind in BaSiK übertragen. So haben alle pädagogischen Fachkräfte im Team die Möglichkeit, den dokumentierten Entwicklungsverlauf der Kinder nachzuvollziehen.“

Nach einem kurzen Erfahrungsbericht zur Einführung und Umsetzung des digitalen Tools, konnten sich alle Gäste mit der praktischen Anwendung von BaSiK vertraut machen. Was funktioniert gut? Wo sehen wir Stolpersteine und Herausforderungen? Wo wünscht sich die Kita noch Unterstützung von Fröbel als Träger – und von den Verbänden? Diese und viele weitere Themen wurden diskutiert, sodass ein umfassendes Bild von der täglichen Anwendung und politischen Schlussfolgerung entstand.

Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker betonte, dass Sprachbildung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe sei. „Als Kita-Träger müssen wir uns deshalb fragen, was wir dafür tun können, damit bei der Sprachförderung künftig kein Kind mehr durchs Raster fällt“, erklärt Spieker. „Mithilfe von BaSiK können wir anonymisierte Kohortenwerte für jede Einrichtung bilden. Dieses Wissen hilft uns als Träger, gezielt dort zu unterstützen, wo es nötig ist.“

Wer mehr über die Forschungsprojekte bei Fröbel erfahren möchte, findet hier viele weiterführende Informationen.