Politik und Gesellschaft 04. August 2022 · MKu

Offener Brief: Das Ende der Sprach-Kitas ist keine Option

In einem Offenen Brief richtet sich FRÖBEL mit vielen weiteren Akteuren an die Politik, um das angekündigte Ende des Bundesprogrammes „Sprach-Kitas“ zu verhindern.

Sprachförderkräfte bieten alltagsbasierte Sprachanlässe (Foto: FRÖBEL e.V.)

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ist ein voller Erfolg. In zwei Förderperioden in über elf Jahren haben sich Strukturen sowohl in den Kitas als auch zwischen den Trägern etabliert, die aus dem pädagogischen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Das betrifft explizit die alltagsbasierte Sprachbildung, die inklusive Arbeit in den Einrichtungen, die Zusammenarbeit mit Familien sowie die frühe Medienbildung.

Doch anders als noch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt, soll das erfolgreiche und hochgelobte Förderprogramm zum Ende des Jahres 2022 auslaufen. Damit werden die Kinder, ihre Familien, aber insbesondere auch die pädagogischen Fachkräfte in unseren Kitas allein gelassen.

Um die frühe Sprachbildung weiterhin zu sichern, hat FRÖBEL einen Offenen Brief an die Kultusministerkonferenz sowie die Jugend- und Familienministerkonferenz adressiert, den zahlreiche Akteure mitzeichnen – u.a. die GEW, die Stiftung Lesen und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Das Fortbestehen des Sprach-Kita-Programmes ist unerlässlich – insbesondere an Standorten und in Quartieren mit hohem Förderbedarf. Gute Sprachkenntnisse entscheiden über Erfolge in der Schule und auf dem gesamten Lebensweg. Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte wären durch den Wegfall des Bundesprogrammes „Sprach-Kitas“ besonders gefährdet, unter ungleichen Bildungschancen aufzuwachsen und Berufsperspektiven zu verlieren. Gute Bildung ist ein Grundrecht für alle Kinder. Deshalb steht es in unserer gemeinsamen Verantwortung, gute und angemessene Bildungsvoraussetzungen für alle zu schaffen.

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