Medienpädagogik · Sprach- & Leseförderung · Aktuelles 04. März 2019 · sl

Digitale und analoge Sprachwände im Kindergarten

Wie kann eine gute Dokumentation des pädagogischen Alltags für Kinder und Familien gelingen? Welche Ideen gibt es, auch Kinder unter drei Jahren mit einzubeziehen? Und wie können digitale Medien diese Dokumentation bereichern? Wir haben bei Martina Schmidt, Leiterin im FRÖBEL-Kindergarten Spurensucher, nachgefragt.

In Ihrem Kindergarten findet man überall Wände, die etwas zu erzählen haben. Was steckt hinter der Idee der Sprachwände?

Familien, interessierte Besucher, aber auch unsere Kinder können sich an den Sprachwänden über die Aktivitäten in unserem Kindergarten informieren. Im gesamten Haus hängen Bilderrahmen mit Fotos, Infografiken und Erläuterungen in Textform.

Wir achten drauf, dass es Bilderrahmen sowohl auf Augenhöhe der Kinder als auch der Erwachsenen gibt. Die Kinder entscheiden mit, welche Themen und Bilder präsentiert werden.

Woher stammt diese Idee?

Wir wollten unsere pädagogische Arbeit und die Vielfalt unserer Angebote transparenter machen und inspiriert von der Reggio-Pädagogik darstellen. So kamen wir auf die Idee, vor jedem Bereich im Kindergarten die Sprachwände einzurichten.

Die Sprachwände zeigen, wie kreativ man diese Form der Dokumentation angehen kann. Ihr Team brachte aber zusätzlich noch digitale Medien ins Spiel. Wie kam es dazu?

Die Teilnahme am FRÖBEL-Lab „Digitale Medien in der frühpädagogischen Praxis“ hat uns dazu inspiriert, die analoge Darstellung durch digitale Elemente zu erweitern.

So hängt bereits neben unserem Piktogramm-Speiseplan ein Aufnahmegerät – unser Big Point. Täglich nimmt ein Kind darauf auf, was auf dem Speiseplan zu sehen ist. Die Kinder nehmen das sehr gern an und wir werden diese Darstellungsmethode im Haus noch ausweiten.

Ganz wichtig ist Ihnen ja, die Kinder selbst an der Erstellung der Sprachwände zu beteiligen. Hat sich das schon bezahlt gemacht?

Ja, auf jeden Fall. Familien, Großeltern und Besucher erhalten durch die Sprachwände einen guten Eindruck unserer pädagogischen Arbeit. Die Praxisbeispiele zeigen ganz konkret, wie wir mit Kindern forschen oder welche Angebote in den pädagogischen Räumen stattfinden.  

Die Kinder erfüllt es mit Stolz, wenn ihre Tätigkeiten abgebildet werden. Und sie werden zu Expertinnen und Experten, wenn sie anderen Kindern und ihren Familien die Bilder erklären dürfen.

Aber auch Kinder, die noch zögerlich sind, andere Räume kennenzulernen, bekommen einen Einblick, was darin alles möglich ist. Die Sprachwände bieten den Kindern Anregung zum Nachahmen.

Wie kann ich das nachmachen? Braucht es viel Vorbereitung dazu?

Nein, man kann ja mit ganz einfachen Wandbildern anfangen. Eigentlich benötigt man dafür nur große Bilderrahmen, ein Konzept für Inhalt und Gestaltung, einen Drucker und Freude daran, gemeinsam mit Kindern zu dokumentieren.

Und Ideen, wie man das Ganze auch mit Hilfe von digitalen Medien dann erweitern kann, kommen dann fast schon von allein.

Wir danken allen Beteiligten des FRÖBEL-Kindergartens Spurensucher in Köln für die Mitwirkung an diesem Video.

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