Buchwerkstatt 09. Februar 2026

„Hättet ihr gewusst, dass Quallen weder Hirn noch Herz haben, oder Zebras im Mutterleib schwarz sind?!“

Autorin Sandra Hohenstein war im vergangenen September in der Buchwerkstatt zu Gast und las aus ihrem neuen Buch „(K)einer von uns“, ein Wendebuch, das EINE Geschichte von ZWEI Seiten erzählt. Auch im Interview zeigt sie Vielseitigkeit und erzählt von ihren unterschiedlichen Inspirationsquellen und der Liebe zum Geschichtenerzählen.

Portrait ©Faceland

Warum schreiben Sie Kinderbücher?

Schon als Kind hatte ich viel Fantasie, die ich mich bis heute „verfolgt“. Meine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen zog mich zunächst in die Werbung, bis ich Mutter wurde und gemerkt habe, für wen ich eigentlich am liebsten schreibe: Für das Kind in mir und für alle Kinder da draußen, die ich mit meinen Geschichten erreichen kann. Manchmal regen meine Bücher zum Nachdenken an oder vermitteln spielerisch Wissen - aber vor allem sollen sie Kindern Spaß machen und die Lust am (Vor-)Lesen wecken! 

Woher kommen die Geschichten und die Gestaltungsideen?

Die Ideen für meine Geschichten kommen von überall her und meistens in Momenten, in denen ich nicht mit ihnen rechne. Nicht nur beim Spazierengehen oder unter der Dusche, sondern oft in Situationen, die ich beobachte, oder die ich mit meinen Kindern erlebe. Außerdem liebe ich Sachbücher! Dorte stolpere ich oft über interessante Fakten, aus denen dann eine Geschichte entsteht, wie bei meinem Buch „Die kleine Quengel-Qualle“ oder „Noomi, das streifenlose Zebra“ - oder hättet ihr gewusst, dass Quallen weder Hirn noch Herz haben, oder Zebras im Mutterleib schwarz sind?! Solche Tatsachen inspirieren mich, daraus Geschichten entstehen zu lassen.
Da ich selbst nicht besonders gut zeichnen kann, freue ich mich jedes Mal darüber, wenn meine Wörter durch Künstler*innen illustriert und zum Leben erweckt werden!

Was lesen Sie selbst am liebsten?

Ich lese tatsächlich gerne Kinder- und Jugendbücher! Zum einen, weil ich meinen Kindern immer noch sehr gerne vorlese, aber auch weil ich mich dafür interessiere, was meine "Kolleg*innen" schreiben. Wenn dann noch Zeit bleibt für andere Literatur, könnte ich mich nicht auf ein Genre festlegen. Wie bei meinem Musikgeschmack, den ich

ebenso gerne meiner Stimmung anpasse. Daher habe ich oft mehrere Bücher, die ich je nach Tages- bzw. Abendlaune lese, auf meinem Nachttisch liegen!

Werden Bücher aus Papier irgendwann aussterben?

Ich hoffe nicht. Für mich ist das Gefühl und die Haptik von einem „echten“ Buch unersetzbar. Noch dazu verbringe ich zwangsläufig viel Zeit am Computer und mit digitalen Medien, da wirkt das Lesen (auf Papier) sehr entschleunigend. Da auch die jüngsten unter uns, immer mehr zu digitalen Medien greifen, hoffe ich, dass wir die analogen Medien noch lange wahren können!

Wie gefällt Ihnen die Idee der Fröbe-Buchwerkstatt?

Ich habe selten einen Ort erlebt, an dem so viel Kinderbuch-Herz schlägt und hoffe, dass es die Buchwerkstatt (und am besten noch weitere davon) lange geben wird!