Mit unserem monatlich erscheinenden Newsletter sind Sie immer informiert über aktuelle Projekte, Themen und Veranstaltungen bei Fröbel.
Haltung gibt Halt
Fröbel-Fachtag in Potsdam setzt starke Impulse für pädagogische Praxis
Wie können pädagogische Fachkräfte Kindern in einer sich wandelnden Welt Orientierung, Sicherheit und Vertrauen geben? Und wie gelingt uns eine gemeinsame professionelle Haltung innerhalb eines Trägers und in den Teams vor Ort? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Fröbel-Fachtags „Haltung gibt Halt!“, zu dem rund 250 Fachkräfte aus den Einrichtungen der Region Westbrandenburg im Treffpunkt Freizeit in Potsdam zusammenkamen.
Bereits in der Eröffnung wurde deutlich: Haltung ist mehr als ein abstrakter Begriff – sie ist Grundlage professionellen Handelns und prägt das Miteinander in den Einrichtungen jeden Tag aufs Neue.
Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten
Claudia Schiefelbein, Geschäftsleiterin der Region Westbrandenburg, rückte in der Eröffnung die Bedeutung von Teamkultur und Solidarität in den Fokus. Angesichts aktueller Entwicklungen – etwa sinkender Nachfrage nach Kitaplätzen in Potsdam und daraus resultierenden Herausforderungen für die Personalplanung – sei es entscheidend, dass Teams zusammenstehen und sich gegenseitig unterstützen.
Echte Gemeinschaft, so Schiefelbein, zeige sich besonders in schwierigen Phasen – durch gelebte Solidarität und Verantwortungsübernahme füreinander.
„Kita kann es!“ – Wirkung frühkindlicher Bildung sichtbar machen
Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker betonte in seinem Beitrag die enorme Wirkungskraft frühkindlicher Bildung. Eine klare professionelle Haltung der Fachkräfte könne entscheidend dazu beitragen, Entwicklungsprozesse von Kindern positiv zu beeinflussen – etwa in der Sprachbildung.
Sein Appell: Kitas sollten selbstbewusst zu ihrer Qualität stehen und diese auch sichtbar machen. Unter dem Leitgedanken „Kita kann es!“ ermutigte er die Teams, ihre Rolle im Bildungssystem aktiv zu gestalten und Kinder bestmöglich auf ihren weiteren Bildungsweg vorzubereiten.
Liebe als gesellschaftliche Kraft: Impuls von Dr. Jasmin Jossin
Einen besonderen Akzent setzte Dr. Jasmin Jossin von der Fachhochschule Potsdam. Sie lenkte den Blick auf die oft unterschätzte politische Dimension von Liebe. Liebe, so Jossin, sei nicht nur ein Gefühl, sondern eine bewusste Haltung und Handlungspraxis – eine Kraft, die gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen könne.
Anhand aktueller Forschungsergebnisse, unter anderem aus einer bundesweiten Befragung zu Familienformen, zeigte sie auf, wie vielfältig Lebensrealitäten heute sind – und weiter sein werden. Für die pädagogische Praxis bedeutet das: Offenheit, Akzeptanz und die Bereitschaft, neue Formen des Zusammenlebens wertschätzend zu begleiten, sind zentrale Bestandteile professioneller Haltung.
Haltung zeigt sich im Alltag: Kommunikation als Schlüssel
Weitere wichtige Impulse kamen von Alison Mannion-Ghanbari und Gesine Abel aus dem Fröbel-Team. Sie machten deutlich, dass Haltung sich vor allem im Alltag zeigt – in Sprache, Verhalten und Kommunikation. Haltung sei nicht das, was man denke, sondern das, was andere im täglichen Miteinander erleben.
Besonders betonten sie die Bedeutung einer wertschätzenden und diskriminierungssensiblen Kommunikation. Sprache könne Zugehörigkeit schaffen – oder ausschließen. Eine bewusste Fehlerkultur, die auf Lernen statt Schuldzuweisung setzt, sei dabei ein zentraler Baustein professioneller Teamarbeit und wirke sich unmittelbar auf das Wohlbefinden der Kinder aus.
Gemeinsam Haltung entwickeln und leben
In Workshops und gemeinsamen Team-Aktivitäten am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden anschließend die Impulse des Tages und übertrugen sie auf ihre Praxis. Der Fachtag machte deutlich: Haltung entsteht im Austausch – und entfaltet ihre Wirkung im gemeinsamen Handeln.
Für Fröbel-Geschäftsleiterin Claudia Schiefelbein war der Tag ein Erfolg:
„Wir haben heute gesehen, wie viel Kraft in unserer gemeinsamen Haltung liegt. Wenn wir uns austauschen, voneinander lernen und uns gegenseitig stärken, entsteht genau das, was unsere Arbeit ausmacht: Verlässlichkeit, Orientierung und Vertrauen – für die Kinder und für uns als Teams. Diese gemeinsame Haltung weiter zu entwickeln und im Alltag sichtbar zu machen, ist unser Auftrag.“
Mit vielen neuen Denkanstößen und gestärktem Gemeinschaftsgefühl kehrten die Teilnehmenden in ihre Einrichtungen zurück.
Die zentrale Botschaft des Tages bleibt: Eine klare, reflektierte und gelebte Haltung gibt nicht nur Kindern Halt – sondern auch den Teams, die sie begleiten.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an