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Kinderrecht des Monats
FRÖBEL-Kindergarten Pfiffikus beschäftigte sich im Feburar mit dem Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung.
In diesem Monat möchten wir Ihnen ein Kinderrecht vorstellen, von dem unsere Kinder zum Glück, alle profitieren. Gemeinsam können wir mit daran arbeiten, dass sich die Situation auch in anderen Ländern bessert.
Artikel 32: Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung
(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen könnte.
(2) Die Vertragsstaaten treffen Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um die Durchführung dieses Artikels sicherzustellen. Zu diesem Zweck und unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen anderer internationaler Übereinkünfte werden die Vertragsstaaten insbesondere
a) ein oder mehrere Mindestalter für die Zulassung zur Arbeit festlegen;
b) eine angemessene Regelung der Arbeitszeit und der Arbeitsbedingungen vorsehen;
c) angemessene Strafen oder andere Sanktionen zur wirksamen Durchsetzung dieses Artikels vorsehen.
Kinderarbeit sind laut Definition, Arbeiten, für die Kinder zu jung sind oder die gefährlich oder ausbeuterisch sind, die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten. Sie beraubt Kinder ihrer Kindheit und verstößt gegen die weltweit gültigen Kinderrechte. Man muss also unterscheiden zwischen normalen Aufgaben zum Beispiel im Haushalt, zwischen legaler Beschäftigung von Jugendlichen und zwischen Ausbeutung von Kindern. In Deutschland werden die Einzelheiten werden durch das Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. Zu den „schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ zählen die Vereinten Nationen (ILO-Konvention Nr. 182 von 1999): Sklaverei und sklavenähnliche Abhängigkeiten, Zwangsarbeit einschließlich des Einsatzes von Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere sowie andere Formen der Arbeit, die die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können. Insgesamt gehen weltweit 218 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren einer Arbeit nach, wenn man ausbeuterische Kinderarbeit und legale Beschäftigung zusammenzählt. Von ihnen sind 152 Millionen Mädchen und Jungen – fast jedes zehnte Kind – nach aktueller Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Kinderarbeiter – das heißt, sie müssen unter Bedingungen arbeiten, die sie ihrer elementaren Rechte und Chancen berauben. Fast die Hälfte der Kinderarbeiter – 73 Millionen – leidet unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich oder ausbeuterisch sind – zum Beispiel in Goldmienen in Burkina Faso, auf den Baumwollplantagen in Indien, auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste oder auf Farmen in Lateinamerika. 48 Prozent der Kinderarbeiter sind unter 12 Jahre alt oder besser gesagt jung. Die gute Nachricht ist: Immer weniger Kinder müssen arbeiten. Im Vergleich zu 2000 ist die Zahl der Kinderarbeiter stark gesunken (von 246 Millionen auf 152 Millionen), aber der Rückgang ist in den letzten Jahren langsamer geworden. Durch die Covid-19-Pandemie könnte die Zahl der arbeitenden Kinder weltweit wieder ansteigen. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Gesundheitskrise bedeuten für viele Familien rund um den Globus den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Laut Schätzungen von Save the Children und UNICEF könnte die Zahl der Kinder in von Armut betroffenen Haushalten weltweit in Folge der Covid-19-Pandemie bis Ende 2020 um 86 Millionen Kinder ansteigen. Durch den finanziellen Druck könnten Millionen Kinder in Kinderarbeit gedrängt werden. Damit sind wir bei den Ursachen für Kinderarbeit. Nummer eins: Armut, meist in Kombination mit anderen Faktoren. Konflikte und Naturkatastrophen verschärfen die wirtschaftliche Not, weil der Haupternährer tot oder von der Familie getrennt ist, weil Felder nicht bestellt werden können oder andere Einnahmequellen wegfallen. Auch Mädchen und Jungen, die durch HIV/Aids oder Ebola zu Waisen oder Halbwaisen gemacht wurden, sind besonders häufig von Kinderarbeit betroffen. Im östlichen und südlichen Afrika haben Wetterextreme wie Dürren im Wechsel mit schweren Regenfällen dazu geführt, dass Kinder die Schule abbrechen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. (Quelle: Unicef) Um Kinderarbeit zu beenden, sind in erster Linie die jeweiligen Regierungen in der Pflicht. Dabei brauchen sie Unterstützung durch Bildungsinstitutionen, Gewerkschaften, Massenmedien, Hilfsorganisationen, Spender, und nicht zuletzt müssen auch Unternehmen ihren Teil dazu beitragen. Wir als Verbraucher können und sollten zudem kritisch hinterfragen, unter welchen Bedingungen die Produkte, die wir kaufen, hergestellt wurden.
Doch woran erkennen wir Verbraucher welche Produkte ohne Kinderarbeit hergestellt werden? Einen Anhaltspunkt können z.B. verschiedene Siegel geben wie Fairtrade, Grüner Knopf, World Fair Trade Organization, GEPA etc. Fair ist kein gesetzlich geschützter Begriff Anders als Bio, ist der Begriff "Fair" oder "Fairer Handel" nicht gesetzlich geschützt. Ein einheitliches Siegel für faire Produkte gibt es nicht. Allerdings haben sich die internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels auf gemeinsame Fair-Handels-Grundsätze und -Prinzipien geeinigt.
Die Fairtrade-Grundsätze
1. Keine Ausbeutung und Diskriminierung! Die Hersteller von Fair-Trade-Produkten bekommen (trotz Schwankungen des Weltmarktpreises) wenigstens einen zuvor festgelegten Mindestpreis ausgezahlt, damit die Produktionskosten gedeckt sind. Kinder- und Zwangsarbeit sind verboten, die Organisation von Gewerkschaften wird gefördert.
2. Für Nachhaltigkeit und Umweltschutz! Fair-Trade-Produkte werden möglichst umweltschonend an- und abgebaut, um die natürlichen Ressourcen zu schützen. Der Einsatz von Pestiziden oder genmanipuliertem Saatgut ist verboten. Um entsprechendes Saatgut kaufen zu können, erhalten Kleinbauern eine sogenannte Vorfinanzierung.
3. Langfristige Hilfe und Förderung! Fair Trade unterstützt langfristige internationale Handelsbeziehungen. Mithilfe von Kampagnen soll das Bewusstsein für fairen Handel geschärft werden. Sogenannte Fair-Trade-Prämien sollen benachteiligte Länder durch den Bau von Brunnen, Schulen oder Krankenstationen fördern
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