Pressemitteilung 25. Juli 2024 · MKu

Lisa Paus und Christian Piwarz besuchen einzigartigen Forschungskindergarten in Leipzig

Anlässlich ihrer Sommertour besuchen Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und der sächsische Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, heute den Leipziger Fröbel-Integrationskindergarten Elsterbecken. Die Forschungs- und Lehrkindertagesstätte (FoLKi) ist sachsenweit die einzige Einrichtung ihrer Art.

Lisa Paus und ihr sächsischer Amtskollge Christian Piwarz (Foto: Kira Hofmann/BMFSFJ/photothek.de)
Stefan Spieker überreicht der Bundesfamilienministerin die Machbarkeitsstudie zur Prozessqualität (Foto: Fröbel)

Wissenschaftliche Forschung und frühpädagogische Praxis gehen im Fröbel-Integrationskindergarten Elsterbecken Hand in Hand. Die Einrichtung ist Forschungs- und Lehrkindertagesstätte des Humboldt Wissenschaftszentrums für Kindesentwicklung der Universität Leipzig und einzigartig in Sachsen. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Bundesfamilienministerin Lisa Paus die „FoLKi“, um sich über die Arbeit des Kita-Teams zu informieren. Zugleich stand im Mittelpunkt der Sommertour das Engagement des Bundes in der frühkindlichen Bildung.

Dazu sagte die Bundesfamilienministerin Lisa Paus: „Gute Kita-Betreuung ist eine Win-Win-Situation: Sie legt den Grundstein für Bildungserfolg und Teilhabe unserer Kinder und bedeutet zugleich eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wissen, welch hohen Stellenwert die Qualität der Kinderbetreuung hat. Darum werden wir sie wieder mit 4 Milliarden Euro in den kommenden 2 Jahren fördern.”

Als Vertreter der Sächsischen Staatsregierung begleitete Kultusminister Christian Piwarz die Bundesministerin bei ihrem Termin. Im ersten Teil des Besuchs nahmen Lisa Paus und Christian Piwarz am Morgenkreis einer Kindergruppe teil. Aufmerksam befragten die Kinder sie zu ihren „Berufen“. Wie der Tag einer Ministerin aussehe, wollte ein Kind zum Beispiel wissen. Mit den neugierigen Fragen der Kinder verging die Zeit wie im Flug. Nach dem gemeinsamen Morgenkreis folgte exemplarisch ein Forschungssetting: Aus erster Hand konnten die politischen Gäste Einblicke in die Basisstudie von Prof. Dr. Tina Malti nehmen, die die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt stellt.

Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz betonte: „Wir müssen die Bildungsqualität in der Kita weiter stärken, gerade auch im Vorschuljahr, um die Entwicklungsunterschiede der Kinder auszugleichen. Nur so bekommen sie einen chancengerechteren Start in der Grundschule. Wir sind dabei, einen neuen Bildungsplan mit verbindlichen Lerninhalten zu erstellen. Es muss klar festgeschrieben sein, was ein Kind zum Schuleintritt bringen muss. Die Erfahrungen des Fröbel-Integrationskindergartens in Kooperation mit der Universität Leipzig helfen uns dabei sehr. Wir wollen die Expertise der Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen bewusst mit einbeziehen.“ Der Minister betonte zudem: „Die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern zur Verbesserung der Kita-Qualität wollen wir in den kommenden Jahren fortsetzen. Ich bin daher sehr froh, dass eine weitere Beteiligung des Bundes für die Jahre 2025 und 2026 zugesagt wurde. Es ist richtig, dass der Bund die Mittel in die Kita-Qualität steckt und nicht in die Abschaffung oder Senkung der Kita-Gebühren. Das entspricht der sächsischen Linie. Für die Zukunft braucht es grundsätzlich ein dauerhaftes Engagement und eine höhere finanzielle Beteiligung des Bundes“.

Prof. Dr. Tina Malti, seit Anfang 2024 Inhaberin der Alexander von Humboldt-Professur an die Universität Leipzig: „Die sozial-emotionale Entwicklung und positive Beziehungsfähigkeit sind zentrale Fundamente für den Bildungserfolg, für die seelische Gesundheit und für die Mitmenschlichkeit der Heranwachsenden. Hier im Fröbel-Integrationskindergarten Elsterbecken haben wir als Forschende des Humboldt Wissenschaftszentrums für Kindesentwicklung die einzigartige Möglichkeit, Befunde der Forschung direkt in die Praxis umsetzen sowie in Forschungs-Praxis-Allianzen nachhaltige Innovationen für die Praxis und Politik zu gestalten“, sagt die Entwicklungs- und klinische Psychologin.

Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker ist stolz auf die langjährige Kooperation mit der Universität Leipzig. „Für Fröbel ist der regelmäßige Austausch von Wissenschaft und Praxis eine wichtige Basis zur Weiterentwicklung des eigenen pädagogischen Konzepts und für die Qualitätsentwicklung in unseren Kitas. Daher wissen wir auch, wie wichtig ein ganzheitliches externes Qualitätsmonitoring ist. Selten war die Gelegenheit so günstig, politisch den Ball aufzugreifen und die Prozessqualität als Steuerungsgröße für die Qualität in Kitas bundesweit in den Blick zu nehmen. Ein regelmäßiges Monitoring zur Bildungsqualität stärkt unsere Fachkräfte und macht Bildungsangebote für alle Kinder noch besser.“

Als kleines Gastgeschenk überreichte Stefan Spieker die gemeinsame Machbarkeitsstudie von Fröbel und der pädquis Stiftung an die Familienministerin. In der Studie haben ein Team um Prof. Dr. Stefan Faas und Prof. Dr. Katharina Kluczniok Wege aufgezeigt, wie ein bundesweites Prozessmonitoring etabliert werden könnte. Die Studie steht unter https://kitaqualitaetsmonitor.de/ zum Download bereit.