Erasmus+ 06. Juli 2022

Reggio-Pädagogik in Schweden erleben: Erasmus+ Bildungsreise für das gesamte Team

Das Team aus dem FRÖBEL-Haus für Kinder Mainzer Straße reiste Anfang Juni für vier Tage nach Stockholm, um sich auf die Spuren von Natur, Nachhaltigkeit und der Reggio-Pädagogik zu begeben.

Das Team aus dem FRÖBEL-Haus für Kinder Mainzer Straße unterwegs in Schweden.

Am 6. Juni war es endlich so weit. Lange haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem FRÖBEL-Haus für Kinder Mainzer Straße in München auf diesen besonderen Tag vorbereitet und gefreut. Im Rahmen einer Erasmus+ Bildungsreise hatte das Team die Möglichkeit, das Land Schweden und die Reggio-Pädagogik hautnah zu erleben. Nach einer umfangreichen Organisation der Einrichtungsleitung, Eleni Efstratiou, in Zusammenarbeit mit Verena Görgen, die als Leitung des FRÖBEL-Fantasielabors bereits ein Jahr in Stockholm verbracht hat, machte sich das Team aus München wissbegierig auf den Weg. Nicht nur die pädagogischen Fachkräfte und Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie die Erziehungshelferin der Einrichtung reisen nach Södertälje. Begleitet wurde die Gruppe auch von dem Koch der Einrichtung.

Ankunft in Stockholm

Schon bei der Ankunft verblüffte sie die Hauptstadt Schwedens mit ihrer Infrastruktur. Eine Stadt, die sich über 14 Inseln mit 53 Brücken erstreckt und die zu 30% aus Wasser, fast 40% Grünflächen, Parks oder Waldgebieten besteht. Die allgegenwärtige Natur schafft in der Bevölkerung ein beinahe selbstverständliches Bewusstsein für die Umwelt. Und auch im pädagogischen Kontext begegnete das Münchener Team in den kommenden Tagen immer wieder die Nähe zu Flora und Fauna.

Von Verena Görgen erhielt das Team zu Beginn ausführliche Informationen zur Hauptstadt Schwedens, zum schwedischen Lebensgefühl sowie zum Bildungssystem im Land.

„Besonders interessant war für uns natürlich der zentrale Punkt des Bildungssystems. Die größtenteils gelebte und bereits etablierte Reggio-Pädagogik in den Kindertageseinrichtungen war ein ausgesprochen wichtiger Aspekt für uns, da wir uns selbst auf dem Weg zu einer Reggio-Einrichtung befinden“, berichtet die Einrichtungsleitung Eleni Efstratiou inspiriert. „So konnten wir es kaum erwarten, praxisnah in die Welt der Rerggio-Bewegung einzutauchen.“

Am Mittwoch machte sich das Team auf den Weg nach Södertälje, eine Stadt südwestlich von Stockholm. Hier besuchten sie zwei Kindertageseinrichtungen, die nach dem Prinzip der Reggio-Pädagogik arbeiten. Ein erstes Highlight war der Kita-Bus, der allen kommunalen Einrichtungen zur Verfügung steht und im wöchentlichen Rhythmus den Standort wechselt und größere Ausflüge regelmäßig möglich macht. So bestaunten sie den für Kinder ausgebauten Bus mit Tischen und Gurten auf Kinderhöhe.

Austausch und Einblicke in die Reggio-Pädagogik

In der Vorschule „Brolunda“ hatte das Team die Möglichkeit, sich mit den Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort auszutauschen, Einblicke in ihre Arbeitsweisen zu erhalten und die Räumlichkeiten zu erkunden. Die Ästhetik der Räume ließ sofort den Reggio-Ansatz erkennen: Das Mobiliar war von warmen Holzfarben geprägt, das Material wurde nachhaltig genutzt und Wände erzählten von besonderen Projekten der Kinder. Außerdem fanden sie den Aspekt der Natur in fast allen Bereichen wieder. Pflanzen dienen hier nicht nur für das Raumklima, sondern auch zur Inspiration, um kreativ und forschend auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Vorschule „Brolunda“ legt einen besonderen Fokus auf die Sprachentwicklung, die durch eine gelebte Schriftkultur deutlich wird. So werden themenspezifisch Worte mit Bildern verknüpft und im jeweiligen Bildungsbereich aufgehängt. Zusätzlich werden die Wörter mit einer Gebärde versehen, die Teil eines eigens kreierten Systems ist. Diese Gebärdensprache findet sich in allen kommunalen Einrichtungen wieder und wird von allen Fachkräften im Dialog mit den Kindern genutzt.

Begeistert machte sich das Team mit dem Bus auf den Weg in die nächste Einrichtung. Angekommen in der Vorschule „Pumpan“ staunten die Kolleginnen und Kollegen aus München nicht schlecht über die Innenarchitektur der Einrichtung. Das Thema Natur wird hier stark in den Alltag eingebaut. Das liegt zum einen am Standort, denn die Einrichtung grenzt direkt an ein Waldgebiet. Zum anderen besitzt die Einrichtung einen großen Garten. Auf Fensterbrettern stehen verschiedenste Pflanzen. Phiolen mit kleinen Setzlingen hängen von der Decke und jeder Bildungsbereiche motiviert, die Natur aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Im Atelier malen die Kinder verschiedene Blätter oder Pflanzen mit bestimmten Stiften nach. Im Nestbereich ist es möglich, eigene Samen in kleine Töpfchen zu pflanzen. Im Licht und Schatten Raum wird mit Leuchttischen und Projektoren gearbeitet. So krabbeln große projizierte Ameisen an Wänden und Türen und Pflanzen werfen ihre Schatten durch den Raum.

„Der Einsatz digitaler Medien war überall sehr präsent“, erzählte die Einrichtungsleitung nach der Reise. „Was im ersten Moment abschreckend klingen mag, überzeugt beim zweiten Hinsehen. Denn digitale Medien sind hier Werkzeuge und keine Spielzeuge. Das macht die Kinder wiederum zu Produzenten und nicht zu Konsumenten, wie uns Frau Görgen vor Ort erklärte.“

Das „Ateljé Källan“ kennenlernen

Früh am Morgen des dritten Tages besuchte das Team das „Ateljé Källan“. Inspiriert von den unterschiedlichen Räumen und Materialien wie Holz, Glas, Metall und diversen Stoffe, die von Industrie, Handwerk, Gewerbe oder Handel abfallen, ließen sie ihrer Kreativität in verschiedenen Projekten freien Lauf.

Mitbringen möchte das Team neue Methoden, um die Kreativität der Kinder zu fördern

Beeindruckt und inspiriert von den vielen gesammelten Erfahrungen versammelte sich das Einrichtungsteam am letzten Tag, um zu überlegen, welche Ideen sie in ihren Alltag einbringen können und alle waren sich schnell einig: „Am Ende bringen wir kreativen Input und neue Perspektiven mit, um unseren Kindern ein breiteres Spektrum unserer Pädagogik anbieten zu können. Wie und was genau in unseren Räumen stattfindet, liegt schlussendlich in den Köpfen unserer Kinder. Aber wir haben neue Methoden gefunden, um diese Kreativität auf vielschichtige Art und Weise anzuzapfen“, fasst die Einrichtungsleitung die Bildungsreise zusammen.

Mit FRÖBEL ins Ausland

FRÖBEL ist für die Erasmus+ Förderperiode 2021-2027 akkreditiert. Das Erasmus+ Programm ermöglicht FRÖBEL-Beschäftigten, sich mit Fachkräften innerhalb Europas auszutauschen, Neues zu lernen und die eigene Expertise weiterzugeben. Ganze Teams und einzelne Fachkräfte können in einer Kita in einem anderen Land hospitieren und freuen sich, andere Kulturen zu erleben.

Mehr dazu unter https://www.froebel-gruppe.de/erasmus 

Hinweis: Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein FRÖBEL; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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