Politik und Gesellschaft 28. Mai 2026 · MWe

Studie: Hier spielt die Zukunft!

Eine neue Studie des Deutschen Kitaverbandes zeigt: Entscheidend für das deutsche Kita-System sind gemeinsame Qualitätsziele, Evaluation und eine verlässliche Finanzierung.

Bildquelle: Deutscher Kita-Verband

Kitas sind der erste Bildungsort im Leben eines Kindes. Sie stärken Bildungschancen, ermöglichen Teilhabe, unterstützen Familien und leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine neue Studie des Deutschen Kitaverbandes macht nun deutlich: Damit Kitas diesen Auftrag auch in Zukunft erfüllen können, braucht es grundlegende Reformen.

Die Studie „Hier spielt die Zukunft – Zukunftsperspektiven für das deutsche Kita-System“ wurde von pollytix strategic research im Auftrag des Deutschen Kitaverbandes erstellt. Die Autorinnen und Autoren identifizieren mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der frühen Bildung in Deutschland drei zentrale Handlungsfelder:

1. Qualität braucht gemeinsame Ziele

Laut der Studie ist das Kita-System bislang zu stark auf Strukturkennzahlen wie Betreuungsschlüssel oder Gruppengrößen ausgerichtet. Diese bleiben wichtig, reichen aber nicht aus, um pädagogische Qualität wirklich zu beschreiben. Entscheidend ist vor allem die Prozessqualität: also die Frage, wie Kinder im Alltag begleitet, beteiligt, angeregt und gefördert werden. Dafür braucht es gemeinsame Qualitätsziele, die Orientierung geben, Vergleichbarkeit ermöglichen und zugleich pädagogische Vielfalt erhalten.

2. Systematische Evaluation als wichtige Stellschraube

Ein weiterer zentraler Befund: Evaluation sollte nicht als Kontrolle verstanden werden, sondern als Instrument der Qualitätsentwicklung. Externe Evaluationen können gute pädagogische Praxis sichtbar machen, Entwicklungsbedarfe benennen und Teams sowie Träger dabei unterstützen, Qualität systematisch weiterzuentwickeln.

Hier setzt Fröbel seit vielen Jahren an. Seit 2016 lässt Fröbel alle seine rund 250 Kitas bundesweit freiwillig extern evaluieren. Bewertet werden dabei zentrale Qualitätsbereiche wie Räume und Ausstattung, Pflege und Routinen oder Interaktionen. Seit 2024 veröffentlicht Fröbel als erster Träger in Deutschland die Ergebnisse auf den Websites seiner Einrichtungen und macht pädagogische Qualität damit auch für Familien nachvollziehbarer und vergleichbarer.

3. Qualität braucht verlässliche Finanzierung

Die Studie macht ebenfalls deutlich: Qualitätsentwicklung gelingt nur, wenn Kitas dauerhaft verlässlich und auskömmlich finanziert werden. Finanzierung ist damit kein Randthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für gute pädagogische Arbeit, starke Teams, faire Rahmenbedingungen und eine vielfältige Trägerlandschaft. Gerade freie Träger sichern einen großen Teil des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung und bringen unterschiedliche pädagogische Konzepte, Innovationskraft und Wahlmöglichkeiten für Familien in das System ein.

Grundlage der jüngst veröffentlichten Studie sind 27 Tiefeninterviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Trägerlandschaft, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft. Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen der Kampagne „Hier spielt die Zukunft“, mit der der Deutsche Kitaverband die Bedeutung frühkindlicher Bildung stärker in den Mittelpunkt der politischen Debatte rücken will. 

Die vollständige Studie ist hier abrufbar.