Aktuelles 24. März 2020 · (jmei)

Unterricht im virtuellen Klassenzimmer

Von heute auf morgen keinen Präsenzunterricht mehr? Für den Studierenden der FRÖBEL Akademie Martin Steffen war das eine zunächst unüberwindbare Herausforderung - mit einer überraschenden Wendung. Die FRÖBEL Akademie arbeitet virtuell weiter – trotz Schulschließungen. Ein Erfahrungsbericht.

Am Freitag, den 13. März überschlagen sich die Nachrichten an uns Studierende der FRÖBEL Akademie. Die Fachschule sei aufgefordert den Schulbetrieb vom 16. März bis 19. April nicht mehr als Präsenzunterricht abzuhalten, informierte uns Schulleiter Christoph Wildt. Er teilte uns mit, dass in der kommenden Zeit das gesamte Unterrichtspensum im virtuellen Klassenzimmer stattfinden werde. Mich beschlich sofort ein Unbehagen! Der Unterricht im virtuellen Klassenzimmer ist zwar nichts komplett Neues für unsere Fachschule, aber die Angebote waren immer fakultativ und ich habe bewusst einen großen Bogen um diese Möglichkeit gemacht – ich schätzte mich immer als wenig medienaffin ein und traute es mir schlicht nicht zu.

Bereits zwei Tage später, am Sonntag, wurde uns seitens der Fachschule der entsprechende Link zum Betreten des Konferenzraums mit detaillierten Instruktionen zur Verfügung gestellt. Aus Sorgen, am Montag aus technischen Problemen nicht pünktlich dabei sein zu können, bat ich einen Bekannten um Hilfe.

Die erste Sitzung im virtuellen Klassenzimmer diente dazu, allen beim Zugang zu helfen und die Systemvoraussetzungen für den reibungslosen Austausch über die Mikrofonbenutzung bei jedem einzelnen zu gewährleisten. Die Atmosphäre wurde sehr entspannt und zugewandt gestaltet. Wie von mir befürchtet, konnte ich das Mikrofon nicht freischalten und hatte auch sonst mit der Benutzeroberfläche zu kämpfen. Zum Abschluss wandte sich Christoph Wildt in Einzelgesprächen denjenigen zu, die noch in der Tür zum virtuellen Klassenzimmer „technisch eingeklemmt“ waren. Wie befürchtet war ich mit dabei und der Letzte, der den Einstieg nicht geschafft hat.

Durch geduldige Fehleranalyse und detaillierte Hinweise gelang es schlussendlich doch noch. Die nächsten Tage hatten gleichwohl noch ihre Tücken, da nicht alle einen stabilen Internetzugang von zu Hause hatten. Auch mussten wir uns erst einmal umgewöhnen, mit den anderen Studierenden nicht persönlich, sondern nur über einen Audiokanal verbunden zu sein. Bereits an einem der Folgetage konnten wir wieder wie gewohnt mit einer „Phantasiereise“ starten. Unserer Dozentin Roswitha Schmaltz gelang es dank ihrer großartigen Vortragsart, das Lernformat „Öffnen und Wahrnehmen“ plastisch und erlebbar zu machen. Danach hatte ich das Gefühl, diese Art zu Lernen ist nicht nur ein Notbehelf, sondern eine funktionierende und zeitgemäße Form des Unterrichts. Das war ein echter Aha-Moment – hatten wir doch zuvor in der Semestergruppe mehrfach betont, wie wichtig es sei, gemeinsam physisch im gleichen sinnlichen und sozialen Raum im Haus des Lehrers anwesend zu sein.

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