Digitale Medien und Medienbildung bei Fröbel
Kinder wachsen in einer digital geprägten Welt auf. In den Einrichtungen von Fröbel greifen pädagogische Fachkräfte die Fragen und Interessen der Kinder auf und begleiten sie dabei, digitale Medien aktiv, kreativ und kritisch zu nutzen. Es geht nicht um möglichst viel oder wenig Bildschirmzeit: Digitale Angebote sollen zur Situation und zu den Kindern passen und ihre Erfahrungen sinnvoll erweitern.
Medienbildung geht über die Bedienung hinaus
Kinder lernen früh, digitale Medien zu bedienen. Zur Medienbildung gehört mehr: Sie erkunden, wie Medien funktionieren, wählen Inhalte aus, hinterfragen Informationen und bringen eigene Ideen ein. Gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften können sie darüber sprechen, was Medien zeigen – und was nicht – und wie digitale Inhalte entstehen.
So entwickeln Kinder Schritt für Schritt einen eigenen, reflektierten Umgang mit Medien. Dafür braucht es keine möglichst frühe oder möglichst häufige Nutzung von Geräten. Entscheidend ist, dass pädagogische Fachkräfte den jeweiligen Anlass prüfen und digitale Medien gezielt in den pädagogischen Alltag einbeziehen.
Digitale Medien erweitern Erfahrungen
Digitale und analoge Erfahrungen müssen kein Gegensatz sein. Ein Tablet kann zum Beispiel helfen, ein Naturphänomen in Zeitlupe zu betrachten. Mit einer Endoskopkamera entdecken Kinder Bereiche, die sonst verborgen bleiben. Aus Beobachtungen entstehen Fragen, Gespräche und neue Ideen – drinnen wie draußen.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen der Kinder und das gemeinsame Entdecken, nicht das Gerät. Digitale Medien können Bildungs- und Entwicklungsprozesse unterstützen und kreative Ausdrucksformen anregen. Sie ersetzen aber nicht das Spiel, Bewegung, Naturerfahrungen oder die Begegnung miteinander. Pädagogische Fachkräfte wählen aus, wann ein digitales Medium einen passenden Beitrag leistet.
Digitale Dokumentation
Pädagogische Fachkräfte halten Bildungs- und Entwicklungsprozesse fest und tauschen sich darüber mit Kindern und Familien aus. Bei Fröbel erfolgt diese Dokumentation bereits digital mit der App Kitalino. Sie kann Erlebnisse und Lernwege sichtbar machen und zum Gespräch darüber einladen.
Mit KI verständlich über Kita-Themen informieren
Fröbel nutzt mithilfe von KI erstellte Videos, um Familien über Themen rund um Bildung, Erziehung und Beratung zu informieren. Die Erklärvideos stehen in bis zu 15 Sprachen zur Verfügung. Sie bieten Familien einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen – unabhängig davon, welche Sprache sie im Alltag bevorzugen.
KI mit Kindern: ein begleitetes Projekt
Die direkte Auseinandersetzung von Kindern mit KI findet bei Fröbel bislang nur in einzelnen Projekten statt. Im Bonner Projekt KI-ENNA-MINI lernen Kinder beispielsweise gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften auf altersgerechte Weise, wie KI lernt und warum ihre Ergebnisse nicht immer richtig sind. Im Mittelpunkt stehen das Ausprobieren, Beobachten und kritische Nachfragen – nicht die unbegleitete Nutzung von KI-Anwendungen.
Mehr über das KI-Projekt im Fröbel-Kindergarten Am Apfelbaum erfahren
Kinder und Familien beteiligen
Medienbildung gelingt im Austausch. Pädagogische Fachkräfte greifen auf, was Kinder beschäftigt, und beziehen ihre Perspektiven in die Gestaltung des Alltags ein. Auch die Erfahrungen und Fragen der Familien sind wichtig. Wenn Familien und Kita miteinander ins Gespräch kommen, können sie Orientierung gewinnen und gemeinsam besprechen, welche Rolle digitale Medien im Alltag der Kinder spielen.
Themenheft Digitale Medien und Kinder
Mit unserem Themenheft zeigen wir wie vielfältig und gewinnbringend der Einsatz digitaler Medien in Krippe, Kindergarten und Hort sein kann. Die Impulse reichen von der direkten Nutzung digitaler Tools gemeinsam mit Kindern über Möglichkeiten der digitalen Dokumentation und Chancen der Zusammenarbeit mit Familien bis hin zu digitalen Formen der Fort- und Weiterbildung.
Download Themenheft: Digitale Medien und Kinder (PDF)
Kita digital - Digitalisierung in der frühen Bildung
In dieser Ausgabe der KINDgerecht lesen Sie, wie die Digitalisierung den Bildungsort Kita verändert, wo Chancen und Potenziale liegen und vor welchen Herausforderungen Träger stehen.
KINDgerecht 2-2022 (PDF zum Download)
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