cinemini BERLIN
Frühkindliche Filmbildung zwischen Kita, Kino und Kiez
Bewegte Bilder gehören von früh an zur Lebenswelt von Kindern – als Spielzeug im Alltag, als Teil von Geschichten und als Zugang zu Fantasie und Kultur. Mit cinemini BERLIN wird Film als künstlerisches Medium in die frühe Bildung gebracht – spielerisch, sinnlich und kreativ.
Die Initiative wird von der Deutsche Filmakademie umgesetzt. Fröbel beteiligt sich als Projektpartner mit den Einrichtungen Campus Kids, Im Grünen, Highdechsen und Sonne, Mond und Serne an der berlinweiten Umsetzung.
Seit Juli 2025 erleben Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren eine Auswahl aus dem cinemini-Filmkatalog – kuratiert für junge Wahrnehmung, international und vielfältig. Im Mittelpunkt stehen Experimental-, Stumm- und Animationskurzfilme, die dazu einladen, Filme nicht nur zu sehen, sondern zu erfahren, zu besprechen und kreativ weiterzudenken.
Insgesamt umfasst das Programm 26 dialogfreie Kurzfilme aus aller Welt – von den Anfängen der Filmgeschichte bis zur zeitgenössischen Animation. Durch den bewussten Verzicht auf gesprochene Sprache entstehen Zugänge ohne Sprachbarrieren. Begleitmaterialien in mehreren Sprachen unterstützen eine inklusive pädagogische Praxis.
Die Filmvorführungen im Kino und in der Kita werden von Filmvermittlerinnen und Filmvermittler begleitet. Gemeinsam gehen die Kinder Fragen nach wie: Wie kommen Bilder in Bewegung? Welche Wirkung entfalten Musik, Geräusche und Farben? Wie entsteht eine Geschichte im Film?
Im Anschluss werden sie selbst aktiv: Sie vertonen Stummfilme neu, basteln Filmfiguren aus Alltags- und Recyclingmaterialien, tanzen im Licht vor der Leinwand oder erzählen Filmgeschichten weiter. So wird aus dem Filmerlebnis ein kreativer Prozess – und aus Zuschauerinnen und Zuschauer werden Gestalterinnen und Gestalter.
„Besonders stark finde ich den Moment, wenn die Kinder selbst aktiv werden – wenn sie einen Stummfilm neu vertonen oder Figuren erfinden. Da merken sie: Ich kann etwas gestalten. Ich kann meine eigene Geschichte erzählen.
- Jan Lemke, pädagogische Fachkraft im Fröbel-Kindergarten Campus Kids
Nachhaltig verankert
cinemini BERLIN ist als Förderprojekt angelegt, zielt jedoch auf langfristige Wirkung. In begleitenden Fortbildungen und Reflexionsformaten der Deutschen Filmakademie werden filmästhetische Methoden vertieft und für den Kita-Alltag weiterentwickelt.
Ziel ist es, kulturelle Filmbildung dauerhaft in den Einrichtungen zu verankern – als festen Bestandteil ästhetischer Bildung neben Literatur, Musik und Bildender Kunst. Auch nach Projektende sollen die beteiligten Kitas Filmbildungsangebote eigenständig fortführen können.
Film für die Stadt
Über die beteiligten Einrichtungen hinaus wird das Kurzfilmprogramm an mehreren Nachmittagen kostenfrei in Berliner Kiez-Kinos gezeigt. Kinder von drei bis acht Jahren und ihre Familien sind eingeladen, gemeinsam Filme zu entdecken und sich an Kreativstationen mit der Magie des bewegten Bildes auseinanderzusetzen.
So verbindet cinemini Kita, Kino und Stadtgesellschaft – und eröffnet jungen Kindern frühzeitig einen bewussten, kreativen Zugang zur Welt des Films.
Mehr Informationen:
Hinter cinemini stehen Filmvermittlungsinstitutionen aus verschiedenen europäischen Ländern, u.a. das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt. Gemeinsam bilden sie das Netzwerk cinemini europe. Die Deutsche Filmakademie ist seit 2025 Teil des Netzwerks und bringt cinemini in Kooperation mit dem DFF nach Berlin.
Projektpartner: Deutsche Filmakademie (Projektträger),Fröbel-Gruppe, Pestalozzi-Fröbel-Haus, Blu:Box, Stiftung Deutsche Kinemathek, KUKI – Das junge Festival
Förderung: Gefördert durch den Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin.