Bildung für nachhaltige Entwicklung 20. September 2022

Kita 2030

Wie sieht der Bildungsort Kita in zehn Jahren aus und was können wir jetzt verändern? Darum ging es im zweitägigen FRÖBEL-Lab „Bildung für nachhaltige Entwicklung - Gestalter*innen der Zukunft“.

Im FRÖBEL-Lab „Bildung für nachhaltige Entwicklung - Gestalter*innen der Zukunft“ bauen die Teilnehmenden ihre Zukunftsvision als Modell. © FRÖBEL e.V. / Fotografin: Bettina Straub

„Wenn der Fantasie keine Grenzen gesetzt wären, wie würde dann Kita im Jahr 2030 aussehen?“

„Unsere Kita im Jahr 2030 ist ein offener Raum, der Brücken schlägt. Kinder, Familien, Menschen aus dem Umfeld, aber auch Kulturschaffende und zahlreiche weitere Akteur*innen treffen dort aufeinander. Die Kita ist autark in ihrer Energiegewinnung, es wird gesund, fleischlos und nachhaltig gekocht, und der bewusste und wertschätzende Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist kein Projekt, sondern gelebte Wirklichkeit. Kinder erfahren sich als gleichberechtige Mitglieder einer Gemeinschaft, die ihren Alltag mitgestalten können und bei politischen Entscheidungen einbezogen werden.“

So beantwortete eine der Mini-Arbeitsgruppen die Frage, wie der Ort Kita 2030 aussehen könnte. In kleinen Gruppen erarbeiteten die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweitägigen FRÖBEL-Labs „Bildung für nachhaltige Entwicklung - Gestalter*innen der Zukunft“ im Playground in Berlin-Kreuzberg ihre Zukunftsvisionen und überlegten, was es braucht, um diese Wirklichkeit werden zu lassen. Die vielschichtigen Ideen ergaben ein Bild der Vernetzung und visualisierten Zusammenhänge der einzelnen Themen rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Moderiert wurde das Lab von Neele Friedrich, Referentin für Pädagogik und Qualitätsentwicklung bei FRÖBEL. Maike Rathgeber von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ließ die Teilnehmenden mit ihrem Impulsvortrag in Zieldimensionen der BNE blicken. Sie stellte Begriffe wie Motivation, Werte und moralische Optionen, Verstehen und Erkennen, Reflektieren, Bewerten und Handeln zur Diskussion. Im Gespräch tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie sie Themen der BNE in ihrer Einrichtung bereits in der Praxis umsetzen, aber auch, wie sie perspektivisch Ziele konkret in ihrer Praxis anstreben und welche Methoden sie dazu anwenden wollen.

Denkanstöße aus dem Futurium

Ein Besuch im Futurium, einer interaktiven Ausstellung zu den Zukunftsthemen Klima, Wohnen, Ernährung und Technologie, lieferte Denkanstöße für eigene Zukunftsvisionen und warf die Frage auf, welche Möglichkeiten der/die Einzelne hat, um die Zukunft mitzugestalten. FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker bestärkte die Lab-Teilnehmenden darin, dass sie durch ihre pädagogische Arbeit jeden Tag im Bewusstsein der Kinder und ihren Familien im Sinne eines nachhaltigen Lebensstils etwas bewirken können:

„Die frühe Kindheit ist eine bedeutende Phase in der jeder Mensch geprägt wird. Die Erfahrungen von Essgewohnheiten, der Umgang mit Ressourcen und das soziale Miteinander sind in dieser Zeit richtungsweisend für das Denken und Handeln des einzelnen Individuums. Die Kita kann der Lernort sein, der diese Erfahrungen mit prägt.“

Die Teilnehmenden wählen drei Aspekte aus den erarbeiteten Handlungsfeldern aus, die sie konkret in ihrer Einrichtung vorantreiben wollen. Im zweiten Teil des FRÖBEL-Labs im kommenden Jahr steht dann die Frage im Mittelpunkt, wie das Team, die Kinder und ihre Familien für die Entwicklungsziele begeistert und mitgenommen werden können.

Stimmen aus dem Lab:

„Es ist wichtig, den Kindern auch das Schöne zu zeigen, und das, was wir tun können. Und nicht nur die aussterbenden Tiere, den ganzen Müll und die austrocknenden Flüsse. Die Botschaft sollte nicht sein: 'Wir gehen alle unter', sondern: 'Welchen Beitrag kann ich in meinem Umfeld leisten, um etwas zu bewegen'." (Hauke Thies Rehwinkel, FRÖBEL-Kindergarten Highdechsen)

„In meinem Freundeskreis bin ich zum Beispiel schnell der Naturheini, wenn ich erzähle, dass ich für BNE zuständig bin. Erst im Gespräch wird dann irgendwann klar: Ah, da steckt ja viel mehr dahinter!“ (Dominic Gene Gaberdiel, FRÖBEL-Kindergarten und Familienzentrum Abenteuerland)

„Ich bin immer wieder überrascht, dass viele Kinder gar nicht wissen, was wir genau in unserem Gemüsebeet anpflanzen. Sie sind aber neugierig und wissbegierig – die beste Voraussetzung für einen bewussten Umgang!“ (Angelique-Christin Schnoor, FRÖBEL-Hort Oderpiraten)

Über das FRÖBEL-LAB

Das FRÖBEL-Lab ist eine interdisziplinäre Denkwerkstatt, in der ausgewählte strategische Themen im Unternehmen weitergedacht werden und anschließend in einer Praxisphase ausprobiert und evaluiert werden. Den Auftakt machte 2017 das FRÖBEL-Lab mit dem Thema Digitale Medien in Kindertageseinrichtungen. 2019 folge ein mehrtägiges Lab zum Thema Mahlzeiten und Ernährung in der Kita – Bildungsmomente gemeinsam gestalten.

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