Politik und Gesellschaft 31. März 2026 · MWe

Daten gezielt für bessere Bildung nutzen

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK empfiehlt, Bildungsprozesse in Kita und Schule datenbasiert zu steuern. Fröbel bringt seine Erfahrungen aus der Sprachstandserhebung in das Gutachten ein.

Bildquelle: Fröbel e.V./Franziska Werner

Wie lassen sich Bildungsprozesse so gestalten, dass jedes Kind bestmöglich gefördert wird? Antworten darauf gibt ein neues Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK). Es zeigt, wie sich Qualität in Kitas und Schulen systematisch weiterentwickeln lässt – auf Grundlage verlässlicher Daten.

Für die frühe Bildung formuliert die Kommission fünf zentrale Empfehlungen.

Sie betreffen unterschiedliche Ebenen – vom Gesamtsystem bis zur pädagogischen Praxis im Alltag jeder Einrichtung:

 

  1. Vorhandene Daten in unserem Land sollten besser zusammengeführt werden, um übergeordnete Entwicklungen im System frühzeitig zu erkennen.
  2. Kitas sollten ihre Qualität verbindlicher überprüfen, Ergebnisse transparenter machen und vorhandene Informationen gezielt nutzen, um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.
  3. Die gezielte Förderung von Kindern mit Blick auf den Übergang in die Schule soll stärker in den Mittelpunkt rücken: Entwicklungs- und Sprachstände sollten systematisch digital erfasst und für passgenaue Angebote im pädagogischen Alltag genutzt werden.
  4. Diese Informationen sollen auch eine gute Grundlage für Elterngespräche und den Aufbau starker Bildungspartnerschaften bilden.
  5. Es braucht bessere Rahmenbedingungen – etwa mehr Zeit und Qualifizierung für Fachkräfte – damit datenbasiertes Arbeiten im Kita-Alltag gut gelingen kann.

Wie datengestützte Ansätze in der Praxis funktionieren, zeigt Fröbel auch in diesem Zusammenhang: Die SWK verweist gleich zweimal auf die digitale Sprachstandserhebung mit dem Instrument BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen) in allen Fröbel-Kindergärten. Anhand dieses Beispiels wird im Gutachten hervorgehoben, dass standardisierte Sprachstandserhebungen helfen, Förderbedarfe systematisch sichtbar zu machen und Bildungsangebote darauf aufzubauen. Gleichzeitig nennt das Gutachten die Sprachstandserhebung bei Fröbel als Beispiel dafür, wie solche Verfahren allen Kindern einen möglichst diskriminierungsfreien Zugang zur Sprachförderung eröffnen – weil sie auf nachvollziehbaren Beobachtungen beruhen und nicht auf subjektiven Einschätzungen.

„Das Gutachten der SWK bestätigt, was wir mit der digital gestützten Sprachstandserhebung jetzt in allen Einrichtungen umsetzen“, sagt Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker. „Gute Bildung braucht eine fundierte Grundlage. Wer auf systematische Erhebung, individuelle Intervention und Auswertung verzichtet, riskiert, dass Förderung weiterhin auf Annahmen statt auf tatsächlichem Bedarf basiert. Nur so kann eine individuelle und optimale Förderung für jedes Kind sichergestellt werden. Nicht das Messen das Problem – sondern das Nicht-Hinschauen.“

Mit BaSiK wird bei Fröbel die Sprachentwicklung jedes Kindes kontinuierlich und alltagsintegriert beobachtet, dokumentiert und ausgewertet. So sehen die Fachkräfte, wo die Kinder stehen und welche Unterstützung sie brauchen – eine wichtige Voraussetzung für gezielte Förderung und einen gelingenden Übergang in die Schule.

Auch mit Blick auf die zweite Empfehlung des Gutachtens, eine verbindlichere Qualitätsprüfung zu etablieren, geht Fröbel voran: Seit 2026 lassen wir alle unsere Einrichtungen extern evaluieren. Die Ergebnisse veröffentlichen wir auf den Websites unserer Kitas. Durchgeführt wird die externe Evaluation bei Fröbel durch die Pädquis-Stiftung. Sie hat bereits 2024 gemeinsam mit Fröbel eine Machbarkeitsstudie für ein bundesweites Monitoring der Prozessqualität in Kitas vorgelegt.

Das Gutachten greift diese Studie ausdrücklich auf und hebt hervor, dass ein solches Monitoring eine wichtige Grundlage für eine systematische Qualitätsentwicklung im gesamten System sein kann. Zugleich betont die SWK, dass belastbare und vergleichbare Daten aus der pädagogischen Praxis auch eine gezieltere und bedarfsgerechtere Steuerung von Ressourcen ermöglichen würden. Dazu sagt Stefan Spieker: „Bei Fröbel werden alle Einrichtungen seit über zehn Jahren regelmäßig extern evaluiert und darüber in ihrer Qualitätsentwicklung gesteuert. Die dabei zu beobachtende positive Entwicklung ist sehr ermutigend und seit einem Jahr veröffentlichen wir die Ergebnisse auf unseren Kita-Homepages, um die Eltern bei der Wahrnehmung ihres Wunsch- und Wahlrechts zu unterstützen und ihnen einen unabhängigen Qualitätsindikator an die Hand zu geben.“

Damit wird deutlich: Datenerhebung ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Hebel für bessere Bildung. Wenn es gelingt, vorhandene Informationen klug zu nutzen, Qualität transparent zu machen und Fachkräfte gezielt zu unterstützen, profitieren am Ende vor allem die Kinder.