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Kinder erleben Politik - Mitspracherecht und Demokratie in der Kita
Die Elternbeiratswahl findet in diesem Jahr per Briefwahl statt - und bietet die Möglichkeit Politik und Demokratie hautnah mitzuerleben.
Den Anfangsimpuls für unser aktuelles Projekt „Du entscheidest mit“ gab das Projekt „Kinder erleben Politik“. Viele FRÖBEL-Kindergärten haben dies in den vergangenen Monaten aufgegriffen und auf unterschiedliche Art umgesetzt.
Unter anderem mit den Büchern „Ich stimme für mich“ und „Ich bin ein Kind und habe Rechte“ wurden die Kinder an die Thematik Politik und Demokratie herangeführt. Besonders die Kommunalwahlen weckten das Interesse der Kinder - beispielsweise wunderten sie sich auf dem Weg in die Kita über die vielen Plakate, die überall in der Stadt hängen. Bei einem gemeinsamen Spaziergang haben wir uns auf die Suche nach den verschiedenen Plakaten gemacht und dabei festgestellt, dass die ganz schön unterschiedlich sind: manche Plakate sind groß, manche sind klein! Einige sind ganz fest, andere flattern im Wind. Manche sind ganz bunt und auf fast allen sind große Gesichter abgebildet.
Auf kindgerechte Art und Weise konnte so über (politische) Vielfalt gesprochen werden. Besonders wichtig war den Kindern, dass jeder seine eigene Meinung haben und auch vertreten darf.
In unserem pädagogischen Alltag haben die Kinder grundsätzlich viel Mitspracherecht - Partizipation wird bei uns groß geschrieben. Die Kinder werden - ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechend - täglich herausgefordert auf ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu achten und für sich selbst einzustehen. In vielen kleinen Situationen erleben die Kinder, dass ihre Stimme zählt - zum Beispiel im Morgenkreis bei der Überlegung, ob gelesen oder gespielt wird, welches Buch vorgelesen wird oder ob der Morgenkreis nicht auch mal draußen stattfinden kann?
In den wöchentlichen Kinderkonferenzen treffen sich alle Kinder in ihrer jeweiligen Stammgruppe und thematisieren verschiedenste Themen in einer altersheterogenen Kleingruppe gemeinsam mit der Stammerzieherin bzw. dem Stammerzieher. In einem besonders vertrauten Rahmen erfahren die Kinder dadurch intensiv, dass sie als Individuum wahrgenommen werden und wie wichtig Meinungsäußerung ist.
Doch wie kann man den Kindern das Thema Politik noch greifbarer machen?
Schnell wurde deutlich, dass das Thema Politik sowie die Rechte der Kinder vor allem bei unseren Zahlenland- und Willikindern (5-6 Jahre) immer größer wird.
Die Erzieher stellten sich die Frage, wie sie den Kindern das Thema noch greifbarer machen können.
Da die jährliche Elternbeiratswahl in Zeiten von Corona nicht wie gewohnt im Rahmen eines Elternabends stattfinden kann, kam die Idee auf diese Wahl gemeinsam mit den Kindern als Briefwahl zu gestalten.
Die Kinder sind begeistert und machen sich sofort ans Werk. Schnell wird deutlich, wie viel Arbeit so eine Wahl macht: Zunächst müssen Kandidaten gefunden werden. Insgesamt 15 Mütter und Väter stellen sich in diesem Jahr zur Wahl. Gemeinsam mit dem bestehenden Elternrat wurde darüber beraten, wie jeder Kandidat die Möglichkeit bekommen kann, sich vorzustellen. Die Kinder erinnern sich an die vielen Wahlplakate in der Stadt. Das wollen sie auch im Kindergarten haben! Daher wird jeder Kandidat aufgefordert einen Steckbrief von sich anzufertigen. Die vielen Wahl-Steckbriefe werden gut sichtbar im Eingangsbereich präsentiert.
Außerdem müssen Stimmzettel vorbereitet und eine Wahlurne hergestellt werden. Nun kann jedes Elternteil bis zum 5. Oktober eine Stimme pro Kita-Kind abgeben. Die Kinder können es kaum erwarten und freuen sich darauf dann endlich die große Wahlurne öffnen zu dürfen, um die Stimmzettel auszuzählen.
Ein großer Banner zum Weltkindertag
Der Weltkindertag am 20. September stand in diesem Jahr unter dem Motto „Kinderrechte schaffen Zukunft“. Da die Kinderrechte in unmittelbarer Nähe zu unserem Projekt „Du entscheidest mit“ stehen, war sofort die Idee da einen Banner zu gestalten. Diesen haben wir angelehnt an das Kinderbuch „Ich bin ein Kind und habe Rechte“, welches die Kinder die letzten Wochen begleitet hat. Lesen Sie den ganzen Artikel zum Weltkindertag 2020 gerne hier.
Wie geht das Projekt weiter?
Natürlich soll das Projekt nicht nur über einen kurzen Zeitraum laufen und danach in den Hintergrund geraten. Stattdessen wollen wir die erarbeiteten Ideen und Prozesse fest etablieren und mit den Kindern immer weitertragen.
Langfristig besteht die Idee ein Kinderparlament zu gründen. Kinderparlament? Was ist denn das?
In den bereits bestehenden Kinderkonferenzen könnte jeweils ein Vertreter einer jeden Gruppe gewählt werden. Die gewählten Kindervertreter treffen sich regelmäßig und tauschen sich über Fragen und Themen aus, die ihnen und den Kindern ihrer Stammgruppe wichtig sind. Was fehlt uns im Kindergarten? Welche Spiele brauchen wir? Und warum müssen wir unsere Bauwerke immer wieder wegräumen?
Gemeinsam mit den Erziehern können die Kinder so ihren Kindergarten noch einmal anders mitgestalten und dabei gleichzeitig erfahren, was es bedeutet für eine Gruppe Verantwortung zu übernehmen und zwischen verschiedenen Interessen einen Kompromiss zu schließen.
Eine ganz andere Idee ist in unserem neuen Bistro entstanden:
Gerne experimentiert unsere Köchin Natascha mit neuen Gerichten. Doch wie kommt das eigentlich an? In Zukunft sollen die Kinder die Möglichkeit haben nach dem Essen abzustimmen, wie ihnen das Gericht geschmeckt hat. Die Ergebnisse daraus werden dann in der gemeinsamen Speiseplangestaltung berücksichtigt.
Und auch wenn die Kinder in unserer Einrichtung bereits viel Mitspracherecht haben, freuen wir uns die Themen Demokratie, Partizipation sowie die Rechte der Kinder noch einmal in einen neuen Rahmen aufgegriffen zu haben und weiter im Alltag zu vertiefen. Dabei greifen wir gerne Ideen aus anderen FRÖBEL-Häusern auf und profitieren so von unserem großen Netzwerk.
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